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growing
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Das Guerilla Growing Team präsentiert:
Katrin entdeckt die Welt des Growing Teil3
Der Samen wird zum Sämling wird zur jungen Pflanze...
Publiziert am: 28.03.03 - Medienformen: Medienform Text


Ich befinde mich hier in Holland bei dem sympathischen Nils, wo wir dieses Jahr unseren Outdoor-Grow vorbereiten. Nachdem wir die letzten Male die Branche der Samenbanken näher beleuchtet und alle notwendigen Materialien geklärt haben, konnten wir aussäen. Die Samen haben inzwischen Wurzeln geschlagen und sind zu kleinen Pflänzchen herangewachsen, eine sehr heikle und wichtige Phase für die Babys. Aber lest selbst mehr...

Unsere Samen Guerillas Gusto von Sensi Seeds und Valley Queen von No Mercy sollen uns im Herbst ein gute Ernte bringen. Nachdem wir sie gesät haben, warten wir darauf, dass die Samen keimen. Am besten ist es, wenn die Sämlinge die Tage nach dem Aufkeimen in einem Minigewächshaus auf einer hellen Fensterbank und/oder unter Neonröhren verbringen. Denn dort können sie wohlbehütet erst mal Wurzeln schlagen. Allerdings müsst ihr dabei aufpassen, dass sie genug Licht bekommen (18h/Tag) und die Heizung die Kleinen nicht austrocknet. „Halte die Pflanze vor allem in der ersten Woche gut feucht, ohne sie zu ertränken!“, ermahnt mich Nils mit erhobenen Zeigefinger.

Was die Kleinen so alles brauchen

Die Raumtemperatur sollte am Anfang nicht unter 15 Grad Celsius liegen, perfekt wären aber zwischen 20 und 25 Grad Celsius. Die Luftfeuchtigkeit ist für die Pflanzen bei 60 bis 70 Prozent am besten, unter 40% wird für die Kleinen kritisch.
Bei der Beleuchtung solltet ihr Leuchtstoffröhren mit der richtigen Lichtfarbe (wir berichteten) und keine Natriumdampflampen verwenden, da die Kleinen sonst verbrennen.. Dabei sollten die Pflänzchen pro Tag 18 Stunden belichtet werden. Nils hat 5 cm über seine 24 Babys 5 x 1,20m lange Neonröhren gehängt, eine weniger ginge wohl auch, meint er. Ein gesunder Sämling wächst nun circa einen Zentimeter pro Tag, mit einer Lupe kann man sogar zuschauen.
Man sollte täglich kontrollieren – am besten mit dem 5cm in die Erde gesteckten Finger– ob der Feuchtigkeitsgehalt des Bodens abnimmt. Achtet darauf, dass ihr dabei möglichst wenig Wurzeln beschädigt. Pflanzen mit kläglichen Wurzeln nehmen logischerweise weniger Wasser auf als gesunde Pflanzen. Sei also zu Beginn auch vorsichtig mit dem Gießen. Wenn die Erde die ganzen 5cm durch trocken ist, dann wird es Zeit zu gießen.
Man sollte unbedingt morgens gießen, da überschüssiges Wasser Zeit hat, zu verdunsten. Damit wird das Risiko von Schimmel auch geringer! Leitungswasser kann man meist ohne Bedenken verwenden. Lasst es einen Tag stehen, dann verdunstet auch das Chlor, welches die Klärwerke zum desinfizieren beigeben. Die Temperatur sollte bei 20 Grad Celsius liegen..
Viele Grower – auch unser Nils – geben dem Gießwasser manchmal etwas Bittersalz dazu (20 Gramm auf 10 Liter), das vereinfacht die Feuchtigkeitsaufnahme durch die Wurzeln und liefert dem Boden zusätzlich Magnesium. Bei sehr trockenem Boden gibt man am besten ein paar Tropfen Spülmittel ins Wasser, so kann der Boden das Wasser besser aufnehmen.
Einmal die Woche wird Nils nun die Pflanze mit soviel Wasser besprühen, bis es runtertropft. Denn so kann man Staub und Schmutz entfernen, die die Poren verstopfen können. Man sollte auch etwas Biologisch-Dynamisch-Präventives gegen Schädlinge sprühen, das kann eine Menge Ärger ersparen. Aber wenn die Pflanzen blühen, sollte man das nicht mehr machen.
Die Sämlinge brauchen erst nach 1 bis 2 Wochen Dünger, denn in der Stecklingserde ist in der ersten Zeit genug Nahrung vorhanden. Wenn ihr rechtzeitig mit guter Erde umtopft, erspart ihr euch viel Zusatzdünger! Die wichtigsten Stoffe sind Stickstoff, Phosphor und Kalium.. „Man muss bei Dünger wirklich aufpassen, dass man nicht irgendeinZeug verwendet. Bio-Dünger mit organischen Stoffen ist lieb zur Umwelt und zu den Kleinen!“, merkt Nils an. Fragt zusätzlich einfach euren Grow-Shop oder einen Bauern, die kennen sich damit auch immer ganz gut aus! Und noch ein Extra-Tipp von unserem Holländer: durch Zugabe von positiven Bakterienkulturen (No Mercy) kann das mikrobiologische Bodenleben vitalisiert werden; Präparate wie Comcat und SuperVit sind hervorragend dafür geeignet, dass eure Kleinen noch gesünder und robuster wachsen! Neben den primären Nährstoffen braucht die Pflanze auch Kalzium, Magnesium und eine Menge Spurenelemente. In guten Düngersorten sind diese Stoffe allerdings enthalten.

Ein bisschen Sonne schadet nie?!?

Die Pflanzen müssen sich erst mal an draußen gewöhnen: wenn du die Pflänzchen tagsüber für ein paar Stunden nach draußen setzt, sollte es auf dem Balkon bzw. im Garten nicht kühler als 10 Grad Celsius sein. Und es sollte wolkig sein, da die Pflanzen noch keine UV-Strahlung gewöhnt sind. Je häufiger die Babies rauskommen, desto besser, denn frische Luft und Sonnenschein sind gut und härten sie für den Zeitpunkt des Aussetzens ab..

Beschneiden – für breitere Pflanzen

Wenn die Pflanze wächst und gedeiht, müssten nach ca. 3 - 4 Wochen die 4. und 5. Nodie gebildet sein, dann kann man die Pflanze zum ersten mal beschneiden. Eine Nodie ist die Stelle am Stamm/Ast, wo die Blattpaare ansetzen.. Dort bilden sich die Seitentriebe der Pflanze. Vorsicht, nicht die Keimblätter mitzählen, das sind die ersten zarten Blättchen der Pflanze (die sehen auch nicht wie die allgemein bekannten Hanfblätter aus!). An deren Blattachsel kommt kein Seitentrieb. Dann sollte man die Spitze der Pflanze abschneiden! Was hat das Beschneiden eigentlich für einen Sinn? Ist doch ganz klar: die Pflanze sollte möglichst in die Breite wachsen, damit es eine fette Ernte gibt; denn so der Spitze entledigt wachsen bei jeder Nodie neue Seitentriebe. Warum? Die oberste Triebspitzen unserer Pflanzen produzieren ein wachstumshemmendes Hormon, welches sich auf die drunter liegenden Seitentriebe auswirkt: wenn die Spitze weg ist, können sich alle Triebe gleichwertig entwickeln.: So wird die Pflanze buschiger und dichter. Außerdem werden unsere Babys dann nicht ganz so hoch und dadurch unauffälliger.
Allerdings müssen die Pflanze keine Prachtbeschneidung durchmachen. Alle Blättchen, auch die Gelben, tragen zum Wachstums- und Blühvermögen bei! By the way: Wenn die Pflanze von unten her gelbe Blätter bekommt, dann ist das sehr wahrscheinlich ein Anzeichen von Stickstoffmangel, also für euch ein Anzeichen zu düngen.
Beschneide deshalb nicht zu oft und benutze immer ein kleines, sauberes, scharfes Messer, um die Pflanzen nicht unnötig zu beschädigen.

Insgesamt sollte man die Pflanze vor dem Aussetzen ein bis zweimal in größere Töpfe umsetzen, damit das Wurzelwerk sich frei entfalten kann. Der letzte Topf sollte ca. 4 – 8 Liter fassen. In diese Töpfe solltet ihr gut vorgedüngte Erde geben, es gibt im Grow Shop eures Vertrauens sicher gute Komplettmischungen wie den All-Mix von BioBizz oder die Erde von Technogrow. Nils betont nochmals, dass jeder, der an der Erde spart, sich im Endeffekt durch schlechtere Qualität und Quantität selbst bescheißt! Wenn die Pflanze 30 bis 50 cm hoch gewachsen ist, wird es Zeit, sie raus zu pflanzen. Viele Bauern halten sich beim Aussetzen an die Eisheiligen, Nils tut das auch: Gemeint ist die letzte mögliche Kälteperiode mit Nachtfrostgefahr um Mitte Mai (15 – 22 Mai)- was der Vorsichtige weiß und den Leichtsinnigen (nachher) ärgert. „Die Eisheiligen abwarten" sagen erfahrene Gärtner, das heißt, mit dem Auspflanzen von Sommerblumen und der Aussaat von empfindlichen Sämereien bis Mitte Mai abzuwarten. Also wenn die vorbei sind, kannst du deine Pflanzen getrost auspflanzen. Dann bricht für die Babies und uns Grower eine neue Phase an. Jetzt gilt es, die Pflanze zu schützen vor den Widrigkeiten der freien Natur wie Trockenheit, Schädlingen, und Stürmen. Außerdem wird die Blütezeit noch kommen: spätestens in dieser Phase muss man Männchen und Weibchen trennen.
Aber Geduld, liebe Grow-Freunde, das werden wir in den nächsten Ausgaben noch ausführlich klären.
Euer Gurillia Growing Team
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