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Revolution in den Niederlanden
Bald rein weibliche Nutzhanf-Samen am Start?
(Pub. April 2004)
Publiziert am: 07.04.04 - Medienformen: Medienform Text

hanfjournal 04april artikel Revolution in den Niederlanden Bald rein weibliche Nutzhanf-Samen am Start?

Vor einigen Ausgaben brachten wir einen Beitrag, in dem darüber berichtet wurde, wie No Mercy es fertig bringt Samen zu züchten, die zu 99,9 Prozent weiblich sind. Das ist insofern revolutionär, weil man als Grower plötzlich nicht mehr den doppelten Platzbedarf hat, bis sich die Männchen endlich zeigen, sondern seinen Grow gleich korrekt dimensionieren kann. Auch das ewige Bangen um die Zahl der Weibchen hat sich damit erledigt. Diese Fähigkeit zog mittlerweile nicht nur unser Interesse auf sich, sondern auch das der niederländischen Regierung. Allerdings ist die nicht am THC interessiert, sondern fragt sich, ob das auch mit Nutzhanf möglich wäre.

Die Vorteile von rein weiblichen Nutzhanf-Samen liegen nicht ganz so klar auf der Hand wie bei der THC-reichen Sorte. Denn immerhin geht es hier nicht um die weiblichen Blütenstände, sondern um die Faser- und Öl-Produktion. Aber mit ein bisschen Nachdenken offenbaren die Vorteile sich dann doch. Die Faserproduktion wird nämlich wesentlich erleichtert wenn alle Pflanzen gleichzeitig reif werden. Dann muss man nicht mehr damit rechnen, schon halb abgestorbene Männchen zwischen seinen eben erst in die Blüte tretenden Weibchen zu finden. Und bei der Ölproduktion ist ein dramatisches Übermaß an weiblichen Pflanzen auch nützlich, denn das Hanf-Öl wird aus den Samen der Pflanze gewonnen, und die wachsen nun mal nur auf den Weibchen.

Dies sind also die Gründe, die die niederländische Regierung dazu bewogen, den Forschungsantrag von Cees von No Mercy zumindest in der ersten Stufe zu genehmigen. Cees will mit den Nutzhanf-Pflanzen nun die selben Experimente anstellen wie vor einiger Zeit mit der potenten Variante. Sprich, weibliche Pflanzen mittels kleiner Dosen „gibberelic acid“ dazu anregen männliche Blüten auszubilden, so dass diese wiederum andere Weibchen bestäuben können. Das Ergebnis, wenn alles gut läuft, sind rein (oder zumindest zu 99 Prozent) weibliche Nutzhanf-Samen.

Zunächst tut Cees dies in einem geschlossenen Raum mit 20 Lampen und ca. 400 weiblichen Pflanzen. So viel gesteht ihm die Genehmigung der Regierung zu. Diese hat dafür extra einige Gesetze geändert, denn bisher war jeglicher Hanf-Anbau (Rausch- und Nutzhanf) mit Lampen verboten. Es wurde davon ausgegangen, dass aufgrund der Unwirtschaftlichkeit niemand indoor Nutzhanf anbauen würde. Das Erkenntnisinteresse scheint also enorm zu sein.

Diese geschätzten 400 Weibchen will Cees dann mit zehn verschiedenen Konzentrationen „gibberelic acid“ behandeln und hofft, daraus dann 20 bis 30 Weibchen mit den richtigen männlichen Blüten zu erhalten. Damit will er ein 5.000 Quadratmeter großes Gewächshaus voller weiblicher Nutzhanf-Pflanzen bestäuben. Dies müsste reichen um eine stabile zweite Generation von zu 99 Prozent weiblichen Nutzhanfpflanzen zu erhalten.

Sollte dies funktionieren, gilt Phase I als geschafft. Das heißt, Cees ist auf dem besten Weg und erhält deshalb die Genehmigung, seine Experimente auf unbegrenzter Fläche weiterzuführen.

Es scheint also fast so, als würde demnächst die Nutzhanf-Wirtschaft von Holland aus revolutioniert werden. Von wo auch sonst!

Martin Schwarzbeck


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