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Indoor Growing #4
Frischer Wind im Schrank - Belüftung
(Pub. April 2004)
Publiziert am: 07.04.04 - Medienformen: Medienform Text


 

Und wieder mal ist es Zeit unsere Freundin Julia in den Niederlanden zu besuchen, um von ihr etwas über den Anbau von Cannabis zu erfahren und von ihrer aktuellen Zucht zu berichten. In der vorherigen Ausgabe haben wir gelernt, ein angenehmes Klima für ihre Kleinen zu schaffen. Heute schauen wir uns an, wie sie für frische Luft im Grow-Room sorgt und dabei verhindert, dass der intensive Geruch blühender Marijuana-Pflanzen durchs ganze Haus strömt und Julia dadurch entdeckt wird. Außerdem erfahren wir, wie sie Pflanzen klein und buschig hält, damit sie richtig viele Buds bekommen. Wie ihr ja schon seit längerem wisst ist Katrin nicht mehr in unserer Redaktion tätig und hat nun auch ihre Hollandreisen aufgegeben. Deshalb habe ich, Paul, das übernommen und hoffe, das ihr meine Berichte genauso interessant und spannend findet.

Vor drei Wochen wurden die Mädels in die Blüte geschickt. 

 

Nach der langen Autofahrt, die mir schon endlos schien, werde ich mit einer freundlichen Begrüßung und dem Blick auf die Pflanzen belohnt, welche sich jetzt mitten in der Blüte befinden. Wir setzen uns und während Julia von den letzten Wochen berichtet, dreht sie erst mal eine fette Tüte Jamaican. „Nachdem die beschnittenen Pflanzen zwei weitere Wochen unter der blauen Natrium-Dampf-Lampe zu einem halben Dschungel herangewachsen waren, entschied ich mich sie nun endgültig unter der roten Natrium-Dampf-Lampe in die Blüte zu schicken, wo sie seit ungefähr drei Wochen heranreifen.“

Julia rollt den Joint und leckt das Paper an, bevor sie weiterspricht: „Ich hab die ganz großen Seitentriebe dann beschnitten und die anderen abgeknickt oder heruntergebunden. Dafür hab ich ein grobes Gitter aus Biegedraht gespannt. An diesem Gitter werden die Triebe einfach angebunden oder darunter waagerecht entlanggeführt.“

Das Drahtgitter zur Erziehung der Pflanzen.

 

Weil sie ein paar Trauermücken (kleine Schwarze Fliegen) im Schrank hatte, hat Julia Gelbtafeln aufgehängt. Die Trauermücken werden davon angezogen und bleiben daran kleben. Die Mücken sind zwar nicht schädlich - zumindest solange es nicht sehr viele sind - aber können trotzdem ganz schön lästig sein. „Aber morgen kommen ja endlich die von mir bestellten Nützlinge und kümmern sich darum“, freut sich Julia.

Weil beim Anbau im Haus der Platz oft sehr knapp ist, achtet Julia darauf, dass die Pflanzen möglichst kompakt wachsen: Also mit kurzen Internodien (Sprossabschnitten) und vielen Verzweigungen.

Wie uns Julia bereits schon im zweiten Teil erklärte, spielt das Licht eine sehr wichtige Rolle. Wenn die Pflanzen nicht ausreichend Licht bekommen, strecken sie sich danach. Julia geht in die Küche, die eigentlich nur durch einen kleinen Tresen vom Wohnzimmer getrennt ist. Während sie den Tee aufsetzt, erzählt sie weiter. „Es gibt auch verschiedene Erziehungsmethoden. Man kann lange Seitentriebe herunterbinden oder so wie ich an einem Gitter entlang führen. Wenn das nicht möglich ist, kann man sie auch umknicken (nicht durchbrechen), sodass sie sich ungefähr waagerecht halten. Die radikalste Methode ist die Beschneidung: Dickere Triebe werden mit einem scharfen, sauberen Messer abgeschnitten, oder die Triebspitzen mit den Fingernägeln einfach abgeknipst. Das kannst du auch mit jungen Pflanzen machen, um die Verzweigung anzuregen. Die Wachstumsenergie verteilt sich dann auf die Seitentriebe.“

Julia hatten von den ersten Tagen an einen Schwenkventilator auf die Pflanzen gerichtet. Die ständige Luftbewegung simulierte den Wind, wodurch winzige Verletzungen der Fasern entstanden, die wie bei einem Knochenbruch, stabiler als vorher, wieder zusammenwachsen. In der Natur können kleine und buschige Pflanzen dem Wind auch besser standhalten als lange und dürre. Gleichzeitig sorgt der Ventilator für die Umluftzirkulation.

„Das ist wichtig, denn die Pflanzen brauchen ständig frische Luft. Falls der Raum kein Fenster oder keine Belüftung besitzt, kann sie mit Luftschläuchen zugeführt werden. In einem Schrank können auch Rückstauklappen eingesetzt werden, damit kein Geruch nach draußen gelangt, wenn der Ablüfter nicht läuft.“ Damit die Luft gleichmäßig verteilt wird, installierte Julia einen Ventilator.

 

Die kleinen befinden sich mitten in der Blüte . . .

 

„Der Tee ist fertig“, sagt Julia und gießt ihn in zwei schöne, handgefertigte Tassen aus Nepal. „In meiner Studienzeit habe ich vier Monate dort gelebt.“ Während der Tee abkühlt, erklärt sie weiter: „Für den Luftaustausch sorgt ein leistungsstarker Rohrlüfter. Dabei gilt als Faustregel, dass er die Luft im Raum innerhalb von zwei Minuten austauschen sollte.“

„Was ist denn das?“ frage ich, als ich im Schrank eine große, weiße Rolle entdecke. „Das ist mein Aktivkohlefilter, der den Geruch aus der Abluft filtert. Das muss ja hier nicht im ganzen Haus danach riechen. Ich denke mal bei euch in Deutschland würde ein argwöhnischer Nachbar sofort die Polizei rufen.“ So ein Lüfter beseitigt zwar den Geruch, kann aber sehr laut werden. Auch wenn es die Nachbarn nicht bemerken, kann das in der einigen Wohnung ganz schön nervig werden. Es gibt deshalb spezielle Schalldämpfungen zu kaufen. Viele senken auch die Leistung mit einem Dimmer und lassen ihn dafür öfters laufen. Gesteuert werden solche Lüfter über ein Thermostat oder Thermo-/Hygrostat. So verhindert Julia gleichzeitig, das es im Raum zu warm oder während der Blüte zu feucht wird. Die Natrium-Dampf-Lampen geben meist soviel Wärme ab, dass der Lüfter oft genug läuft um frische Luft anzusaugen.

Während ich austrinke, fügt Julia noch hinzu: „Mit der Kontrolle über die Ab- und Zuluft kann man auch den O2/CO2-Spiegel beeinflussen. Schon eine geringe Steigerung des Kohlenstoffdioxyd- (CO2-)Gehaltes der Luft hat deutlich positive Effekte auf die Entwicklung der Pflanzen, aber zuviel ist auch für sie schädlich. Die Experten benutzen spezielle CO2-Begasungsanlagen.“ Weil CO2 sehr giftig ist, „sollten Anfänger sich damit begnügen ein paar Kerzen, brandsicher, im Grow-Room aufzustellen“, warnt Julia.

 

 

 . . . wie man an dieser Outdoor-Kreuzung deutlich sehen kann.

 

Falls ihr Fragen an uns habt, könnt ihr uns auch gerne schreiben. Briefe gehen an das Hanf Journal,Lettestr.3 in 10437 Berlin – Stichwort: „Guerilla Growing“, E-Mails an guerillagrowing@hanfjorunal.de. Oder ihr meldet euch im Forum auf unserer Internetseite: http://www.hanfjournal.de. Dort könnt ihr auch eigene Berichte, Buchrezensionen und andere Texte schreiben, von denen die besten im Hanf Journal veröffentlicht werden!

 
das Guerilla Growing Team


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