Hanf Journal Logo Teil 1
Hanf Journal Logo Teil 2
*
  SITEMAP
 
  * Rubriken
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

*
 
*
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-

*
 
*
-
-
-

growing
Druckversion
Guerilla Growing Teil 7 – Katrin entdeckt die Welt des Growing
Erde gut – Alles gut?!
(Pub. August 2003)
Publiziert am: 03.08.03 - Medienformen: Medienform Text

hanfjournal 03august artikel Das Guerilla Growing-TeamKatrin entdeckt die Welt des Growing -

Das gibt es doch nicht, das darf doch nicht wahr sein! Unsere Valley Queens (zehn wundervolle Pflanzen), die wir letztes Mal in einem wunderschönen Garten – im heiligen Growland Holland gelegen – gepflanzt haben, wurden nun nach den Guerillas Gusto auch entwendet. Die haben doch noch gar nicht geblüht! Aber sie haben sie mitsamt den Wurzeln mitgenommen. Das ist auch nur hier bei dem lockeren Sandboden möglich, so ein Mist! Jetzt haben wir anstelle der prächtigen Büsche nur noch zehn Löcher im Boden, und die Büsche werden wohl woanders weiterleben müssen. Anscheinend sorgt Nils für großes Aufsehen in seiner Stadt durch seine Beiträge im „Hanf Journal“. Und einige dreiste Menschen sind scheinbar immer noch zu faul zum selbst vorzuziehen. Dafür gedeihen unsere kleinen Guerillas Gusto hervorragend auf dem Balkon, wo sie auch bleiben werden. Sie sind jetzt schon fast alle das letzte Mal umgetopft worden, und stehen nun in durchschnittlich Fünf-Liter-Töpfen.

Doch nun wollen wir uns unserem heutigen Hauptthema, dem Boden, zuwenden: Nach der Sonneneinstrahlung ist die Beschaffenheit der Erde das zweitwichtigste Element für den Hanfanbau. Erde ist ein lebendiges Medium, ihre Inhaltsstoffe können sich also stetig ändern. Der optimale Boden für die Hanfzucht hat die gleichen Beschaffungen wie ein Boden für den Gemüseanbau. Hanf ist eine nährstoffhungrige, kalkliebende und tiefgründig wurzelnde Pflanze. Der Pflanzboden sollte daher humusreich, locker und ausreichend feucht sein. Die Erde soll einen guten Wasserhaushalt haben, darf aber nicht klatschnass sein – Staunässe ist tödlich für den Hanf! Zur Probe könnt ihr einen Erdklumpen mit der Faust zusammenballen: Fällt er gleich auseinander, enthält die Erde zuviel Sand und ist ungeeignet. Klumpt er richtig fest zusammen und bleibt auch nach dem Öffnen der Hand so, ist der Boden zu lehmhaltig für unsere Pflanzen. Die ideale Erde lässt sich zwar durch Druck formen, zerbröselt aber danach auch wieder leicht. Moorböden enthalten zuwenig Nährstoffe und sind zu sauer, also auf keinen Fall auf solchen Böden züchten.

Wer ganz sicher gehen will, dass der ausgewählte Standort gut für seine Pflanzen ist, kann Bodenproben davon untersuchen (lassen). Hierzu gräbt man an verschiedenen Stellen mit einer kleinen Schaufel etwas Erde heraus. In einem Eimer mischen und entweder selber testen (Tests sind im Gartenfachhandel erhältlich) oder ein halbes Kilo davon an eine landwirtschaftliche Prüfanstalt schicken. „Durch Bodenhilfsstoffe wie Kompost- oder Lauberde, Urgesteinsmehl, Humus und gezielte Gaben von Kalk oder Torf lassen sich Bodenmängel beheben. Steht aufgrund der Bodenanalyse fest, wie die Erde beschaffen ist, kann sie gezielt auf Hanf-Bedürfnisse eingestellt werden“, belehrt mich Nils.
Sandboden hat meist nur geringe organische Anteile, ist nährstoffarm und speichert kaum Wasser. Dafür besitzt Sandboden eine gute Wasserführung und ist gut durchlüftet. Für den Hanfanbau ist er jedoch ungeeignet. Allerdings kann Sand als Zuschlag bei schweren Erden (Lehm, Ton) verwendet werden, da er diese auflockert und pflanzenverträglicher macht. Nachteil des Sandes gegenüber anderen Bodenzuschlagsstoffen wie Perlite: Er ist schwer und speichert nur wenig Wasser. Wer das Gefühl hat, dass sein Boden zu sandig ist, kann Kompost und Humus einarbeiten, um die Pflanzen ausreichend mit Nährstoffen zu versorgen.
Kalkboden ist normalerweise sehr trocken, da Wasser wie durch ein Sieb hindurchläuft. In verschiedenen Gegenden Deutschlands trifft man diese Böden an. Ohne Hilfsstoffe, die Wasser speichern können, ist Kalkboden für Hanf nicht gut. Wenn der Test ergibt, dass die Erde alkalisch (also zu kalkhaltig) ist, reichert man sie mit Torf an, bis der ph-Wert stimmt.
Tonboden ist meist nährstoffreich, aber nass und schwer. Er klebt an den Stiefeln und die Wurzeln bekommen keine Luft. Die Nährstoffaufnahme für Pflanzen ist stark eingeschränkt. Tonerde ist bedingt für eine Pflanzung geeignet, allerdings erst nach Zuschlag lockernder Stoffe wie Humus, Kompost, Perlite, Vermiculite, Sand oder Tongranulat. Lehmboden kann wie Tonboden verbessert werden. Er ist gut für Hanf, wenn lockernde Hilfsstoffe (siehe oben) verwendet werden.

Moorboden ist für Hanf zu sauer und zudem extrem frostgefährdet. Er enthält kaum Nährwert, der pH-Wert liegt bei 5 und darunter. Die Pflanzen würden in einem solchen Boden glatt verhungern. Auch Torfsubstrate müssen erst aufgekalkt und auf pH-Werte um 6,8 eingestellt werden, bevor man sie für Hanf verwenden kann.
Humus bietet beste Voraussetzungen fürs gute Pflanzenwachstum. Humus ist ein natürlicher, organischer Boden und enthält nützliche Helfer wie Regenwürmer und Mikroorganismen. Locker und feucht, mit einer guten Durchlüftung und Wasserführung, sorgt er für ein ausgeglichenes Bodenklima, in dem die Pflanzen richtig gedeihen.

Der pH-Wert
Der pH-Wert ist entscheidend für den erfolgreichen Anbau von Hanf. Das gilt nicht nur für Hydrokulturen, sondern auch für Erde. Der pH-Wert ist ein Index für die Säurekonzentration in einer Lösung. Dieser reicht von 1 bis 14, wobei 1 super-sauer und 14 super-basisch ist. Der Wert 7 bedeutet, dass die gemessene Lösung neutral ist. Die verschiedenen Nährstoffe werden bei unterschiedlichem pH-Wert unterschiedlich aufgenommen. Hanfpflanzen wachsen bei einem pH-Wert zwischen 6 und 8 mäßig, ein pH-Wert zwischen 6,2 und 7 ist gut. Der ideale pH-Wert liegt zwischen 6,5 und 6,8. Der pH-Wert kann in der zweiten Hälfte der Blüte auch etwas gesenkt werden, auf ca. 6,2 bis 6,4. Dann nimmt die Pflanze Phosphor besser auf, der für die Blütenproduktion gebraucht wird. „Die billigste und durchaus ausreichende Methode, um den pH-Wert zu erfahren, sind Tropf-Tester, wie die von General Hydroponics!“, rät Nils, der schon wieder seine zweite Tüte des Tages raucht, „Ist der pH-Wert zu niedrig, kannst du das ausgleichen, indem du Natrium-Biocarbonat beifügst, das ist vor allem in Drogerien oder im Gartenmarkt erhältlich. Kalk oder Holzasche hilft bei zu saurer Erde: Mische dann drei Tassen Kalk oder sechs Tassen Holzasche unter 25 Liter Erde. Dadurch kann man den pH-Wert um etwa einen Punkt erhöhen. Ansonsten gibt es bei General Hydroponics noch richtig gute pH-Regulatoren (pH DOWN und pH UP)!

In der nächsten Ausgabe werden wir uns wieder verstärkt unseren lieben Pflanzen auf dem Balkon zuwenden. Seid gespannt und bis dahin einen guten grünen Daumen!



Euer Guerilla Growing-Team
Versenden: Artikel drucken Druckversion Versenden: Artikel bookmarken bei einem ServiceBookmark it!

Mehr zum Thema:

- Diskutiere das Thema im Hanf Journal Forum

 
*
 Aktuelles HanfJournal
-