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Hydroponik oder Erde
Eine Frage, die den Grow bewegt!
(Pub. Dezember 2003)
Publiziert am: 02.12.03 - Medienformen: Medienform Text

hanfjournal 03dezember artikel Hydroponik oder Erde Eine Frage, die den Grow bewegt!

Vielen erscheint „Hydroponik“ als „Hightech“ und kompliziertes Konzept. Doch diese Kulturmethode existiert seit ewigen Zeiten. Zuerst hat man sie in den hängenden Gärten von Babylon und bei den Ägyptern auf dem Nil gesehen. Auch die Azteken im 15ten oder Wissenschaftler im17ten Jahrhundert bedienten sich der Hydroponik. Im 20ten Jahrhundert ist die Technologie in kommerzielle Zuchtbetriebe eingezogen.

Mitte der 70er-Jahre kreierte General Hydroponics die erste Hydroponik-Einheit für Hobbygärtner, die AquaFarm. Diese effiziente Einheit macht den Benutzer von der Außenwelt unabhängig. Die Grundidee war es, die Ernten vor zahlreichen Feinden wie Jahreszeit, schlechter Boden oder auch griesgrämige Nachbarn zu schützen.

Was ist Hydroponik?
In Hydroponik leben die Pflanzen auf dem Wasser und ihre Wurzeln hängen im dynamischen Strom einer Nährlösung.
Der Unterschied zwischen Hydroponik und dem Anbau in Erde liegt im Wurzelbereich. Das Ziel liegt in der Optimierung des Pflanzenwachstums durch eine genaue Kontrolle von Wasser, Mineralstoffen und gelöstem Sauerstoff. Die Sauerstoffversorgung im Wurzelbereich ist die Grundlage für eine optimale Pflanzenentwicklung. Sauerstoffmangel stört die Entwicklung von Wurzeln. Außerdem ist Sauerstoff notwendig, um Nährstoffe in Molekülform zu transportieren (siehe Wirkungen von gelöstem Sauerstoff – www.eurohydro.com – Faq’s und Artikel).

Alle Kulturmethoden von Ebbe/Flut bis zu Aerohydroponik funktionieren nach dem selben Prinzip: Die Pflanzen wachsen in einem, mit neutralem Medium (Blähton, Kokosnussfasern, Steinwolle . . .) gefüllten Container. Darunter befindet sich eine Nährstofflösung. Eine Pumpe befördert die Nährlösung über eine Verteilerleitung zur Pflanze und entlang der Wurzeln wieder zurück zum Reservoir. Dieser Kreislauf bewirkt eine Anreicherung der Nährlösung mit Sauerstoff.

Die Vorteile gegenüber Erde:
1.Es kann überall angebaut werden. In der Groß- oder auch Kleinstadt, bei schlechtem und bei gutem Boden.

2.Keine Krankheiten, deren Keime in der Erde vorhanden waren. Dementsprechend keine Herbizide und viel weniger Pestizide. Im Allgemeinen wendet der Hydroponikgärtner Integrierten Pflanzenschutz (Bekämpfung der Schädlinge durch ihre natürlichen Feinde), zur Vermeidung gefährlicher Chemikalien, an.

3.Enorme Wasser- und Düngemittel-Einsparung. Kein Eindringen in das Grundwasser und keine Verdunstung.

4.Ionen sind bereits verfügbar und so muss die Pflanze keine mehr produzieren.

5.Die Wurzeln baden in einer adaptierten, sauerstoffgefüllten Nährstofflösung. So kann sich die Pflanze auf die Entwicklung von Blättern, Blüten und Früchten konzentrieren.

6.Es ist leichter einen optimalen Gasaustausch im Wurzelbereich zu erzielen, was zu einer Verlangsamung des Pflanzenwachstums führt.

7.Eine genau Kontrolle der Pflanzenbedürfnisse wird möglich. Dadurch wird es möglich, das optimale Umfeld zu erreichen.

8.Steigerung der Widerstandskraft und Vitalität der Pflanzen, die später in Erde umgepflanzt werden.

9.Einmal installiert, kann ein hydroponisches System ohne zusätzliche Investitionen fast unendlich arbeiten.

Kurz gesagt, Hydroponik bietet 30 Prozent mehr: 30 Prozent mehr Pflanzen, 30 Prozent mehr Wachstum, 30 Prozent mehr Ernten und 30 Prozent mehr Wirkstoffe in den Pflanzen.

Wie wir alle wissen, enthält der Erdboden circa 100 verschiedene Elemente, die für die Pflanzen und für unsere Gesundheit nützlich sind. Nicht alle sind in einem Hydroponikdünger enthalten.
Hydroponik versucht die Pflanzenernährung weitgehendst zu perfektionieren und kommt jeden Tag den Bodeneigenschaften etwas näher. Zusätze und Aktivatoren vervollständigen diese Ernährung.
Auch die Wahl des richtigen Düngers ist entscheidend. Hydroponik-Dünger werden aus gereinigten Mineralsalzen hergestellt: Manche Firmen bieten Grunddünger an, die lediglich die Hauptsalze enthalten während andere reichhaltige und komplexe Formulierungen anbieten, um den verschiedenen Wasserqualitäten gerecht zu werden. Die Informationen auf den Etiketten sind nicht immer aussagekräftig, da die Gesetzgebung nur ein Minimum an Informationen seitens der Hersteller vorschreibt. Besser ist es, sich direkt bei den Herstellern zu erkundigen, die verfügen meistens über Zusammensetzungstabellen, die genügend Informationen geben, um eine Wahl zu treffen.

Bei einer korrekten Formulierung sind Hydroponikdünger vollständig wasserlöslich und für die Pflanze sofort verfügbar. Sie werden im Allgemeinen als einteilige, zweiteilige oder dreiteilige, manchmal auch vierteilige Dünger angeboten.

Das Konzept eines dreiteiligen Düngers wurde zu Beginn 80er-Jahre von Dr. Cal Herrmann für General Hydroponics erfunden. Die Grundidee bestand darin, für jeden Entwicklungszyklus der Pflanze eine passende Ernährung zu schaffen. Als Grundregel gilt, dass eine Pflanze während der Entwicklungs- oder Vegetationsphase mehr Stickstoff verbraucht, aber mehr Phosphor, Kalium und Magnesium während der Blüte. Während ihrer ganzen Entwicklung benötigt die Pflanze Kalzium, Schwefel und Mikronährstoffe wie Eisen, Mangan, Molybdän, Bor und Kupfer.

In der Erde zersetzen mehrere Millionen Mikroorganismen pro Gramm Erde organisches Material und verwandeln die Moleküle in Ionen, die von der Pflanze aufgenommen werden können. Also gibt es im Grunde keinen Unterschied zwischen einem Ion biologischen oder mineralischen Ursprungs.

Doch da es sich bei biologischen Düngern um eine „natürliche“ Umwandlung handelt, bedeutet dies eine gewisse Unsicherheit im Umwandlungsprozess. Manchmal findet man toxische Substanzen im Kompost. Außerdem fehlen den meisten organischen Düngern wichtige Spurenelemente, die in kleinsten Mengen wachstumsfördernd sind und als Katalysatoren bei der Stickstoffaufnahme, der Enzymherstellung und beim Ionentransport wirken.

In Hydroponik sind es entweder natürliche oder künstliche Derivate, die meist gereinigt und veredelt worden sind. Da die chemische Zusammensetzung genau bekannt ist, kann man verschiedene Mineralsalze kombinieren, um einen ausgeglichenen Hydroponikdünger zusammenzustellen. Wird dieser im richtigen Mischverhältnis im Wasser aufgelöst, erhält man eine hydroponische Nährlösung, die alle für gesunde und saubere Pflanzen benötigten Mineralien enthält.

Ich danke Cal Hermann, Lawrence Brooke and Wiliam Texier (Partner der GHE) für ihren Beitrag zu diesem Bericht.
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Noucetta Kehdi ist Mitgeschäftsführerin von General Hydroponics Europe und führte quasi im Jahre 1995 Hydroponik in Europa ein. Als sie das erste Mal die AquaFarm oder den 3-Komponenten-Dünger Flora-Series vorstellte, erntete sie noch verdutzte Gesichter. Doch nach vielen Artikeln und Beiträgen scheint unser Kontinent einiges gelernt zu haben.
Noucetta Kehdi
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