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Guerilla Growing 10 - Die Verarbeitung
(Pub. Dezember 2003)
Publiziert am: 02.12.03 - Medienformen: Medienform Text

hanfjournal 03dezember artikel Das Guerilla Growing-Team präsentiert: Guerilla Growing 10 – Die Verarbeitung

Nachdem Nils und ich die Ernte in der letzen Ausgabe gut hinter uns gebracht haben, ist es nun an der Zeit die Blüten und Erntereste, die inzwischen fertig sind, weiter zu verarbeiten oder zu lagern. Wie das genau funktioniert, wollte mir Nils zeigen, wenn auch die letzten Pflanzen geerntet und getrocknet sind. Und beim Betreten seiner Wohnung kann ich tatsächlich schon den wunderbaren Duft des Marihuanas erhaschen. Die Blüten sehen nun, nachdem sie getrocknet sind, echt viel kleiner aus als direkt bei der Ernte. Nils hatte also absolut Recht, als er damals meinte: „Das wird bald nur noch ein Sechstel davon sein . . .“
„Und was machen wir mit dem ganzen Blattwerk, das wir separat getrocknet haben?“ frage ich beim Anblick des großen Blätterhaufens. „Nun, da gibt es auch wieder verschiedene Möglichkeiten. Mit verschiedenen Methoden kann man entweder Marihuana, Haschisch oder Öl Herstellen. Dabei unterscheidet man in Pollinieren und Extrahieren.“ erklärte mir Nils vielsagend.
Bei der Pollinierung werden die Harzdrüsen mechanisch abgebrochen und vom Pflanzenmaterial getrennt. „Das geht zum Beispiel gut mit einem feinen Seidentuch, durch das die Drüsen hindurchfallen. Aber man kann auch einfach einige Blüten in einem statisch aufladbaren Behälter schütteln und den Harzstaub mit einem sauberen Finger herauskratzen“, erzählt mir Nils. Natürlich gibt es auch diverse Pollinier-Geräte für Groß und Klein im Growshop eures Vertrauens. Eine neue Methode ist es, die Drüsen in Eiswasser abzutrennen. Dabei wird die Pflanze im Gegensatz zu den anderen Methoden nicht mit der Zeit zerrieben, der Hasch bleibt also reiner. „Geht das auch mit den Blüten?“ frage ich Nils. „Selbstverständlich, aber die Methoden sind eher gedacht um dem schlecht rauchbaren Blattmaterial die Harze zu entziehen und ihm somit doch noch einen Rausch zu entlocken.“ Der so gewonnene Harzstaub wird - wenn überhaupt nötig - mit etwas Wasser oder Tee zwischen den Fingern gerollt und mit einer alten Buchpresse oder in der Schuhsohle gepresst. Nils verwendet zum Pressen noblerweise seinen Piecemaker, eine kleine, handliche Presse für den Homegrower. Sehr schick sieht sie aus und macht coole Hanftaler, wie wir sie aus der Schweiz kennen.
Bei der Extraktion macht man sich die Eigenschaft der Cannabinoide zunutze, in Fett (lipophil) und Alkohol löslich zu sein, aber nicht in Wasser (hydrophob). Nils holt eine Kuchendose hervor. „Vor zwei Wochen hab ich einen Teil des schon getrockneten Blattwerks zerkleinert und bei 50 Grad Celsius 20 Minutenin Butter köcheln lassen. Danach hab ich sie in den Kühlschrank gestellt und gestern diesen leckeren Apfelkuchen gebacken“, sagt Nils und reicht mir ein Stück. „Die Butter ist im Kühlschrank wochenlang haltbar“ fügt Nils grinsend hinzu.
Nils erwähnte auch noch, dass „statt Butter auch Alkohol als Träger für die Harze dienen kann.“ Hierzu müsste man in hochprozentigen Schnaps (min. 40 Prozent) das zerkleinerte Pflanzenmaterial für zwei Wochen eingelegt werden. Nach diesen zwei Wochen können dann die Pflanzenteile beispielsweise mit einem Kaffeefilter abfiltriert werden. Für die Hasch-Öl-Herstellung benötigt man fast reinen Trinkalkohol oder Isopropanol. Nach dem Abfiltern wird der Alkohol vollständig verdampft und es bleibt nur noch eine klebrige, zähe und rötlich-braune Masse übrig – das sind die Öle. Die Extraktion ist ebenfalls mit Flüssiggas möglich. „Aufgrund der hohen Explosionsgefahr ist hier aber höchste Vorsicht geboten!“ ermahnte mich Nils. Das Gas wird bei - 0,5 Grad Celsius flüssig und sollte laut Nils vorher in den Kühlschrank gelegt werden, damit die Flasche nicht unter so hohem Druck steht. Dann wird es durch das Material hindurch auf eine Unterlage gegossen. Am besten geeignet sind dafür die im Handel erhältliche Geräte, allein schon wegen der Feuergefahr. „Die Unterlage sollte möglichst eben und aus Glas sein, so kann man den klebrigen Honig gut mit einer Rasierklinge abkratzen.“ meinte Nils und erwähnte nochmals mit ernster Miene: „Du solltest niemals in geschlossenen Räumen mit Feuerzeuggas experimentieren.“ Wenn alle Pflanzenteile verarbeitet, getrocknet und eventuell zu Hasch gepresst wurden, wollte Nils den größten Teil für spätere Zeiten einlagern, „da es so länger seine Potenz behält“. Die wichtigsten Abbaufaktoren sind Sauerstoff, Licht und Wärme. Sie regen die Molekülbewegung an, sorgen somit dafür, dass sie schneller einen Reaktionspartner finden und abgebaut werden.
„Zuviel Feuchtigkeit stellt eine Gefahrenquelle für Schimmel dar“, warnt Nils. „Ein luft- und lichtdichten Behälter an einem kühlen und dunklen Ort ist ideal zur Aufbewahrung geeignet.“
Für die langfristige Lagerung gibt es laut Nils auch mehrere Möglichkeiten: Zum einen einfrieren, wobei auch der letzte Rest Feuchtigkeit aus dem Gras trocknen muss, da sich Wasser beim Gefrieren ausdehnt und die Zellwände sprengt. „Auch im Kühlschrank lässt es sich gut lagern. Oder durch eine Vakuum- bzw. Stickstoffversiegelung zum Beispiel in Einmachgläsern. Dafür gibt es sogar spezielle Geräte im Handel. Einmachgläser eignen sich auch sehr gut, wenn jemand nicht vakuumversiegeln kann.
Ganz Vorsichtige können ihre Ernte auch im Garten unter einem umgedrehten Plastikbehälter eingraben, damit sie bei Hausdurchsuchungen nicht gefunden wird. Aber die Schimmelgefahr ist bei sowas extrem groß, da die Erde ja von sich aus immer feucht ist. Doch darüber brauchen wir uns hier ja keine Gedanken machen, grinst Nils und zieht an seinem Joint.

Leider ist dies alles, was wir hier beschrieben haben, in Deutschland immer noch illegal. Nils durfte dies alles legal machen, wir nicht. Ist es nicht zum Heulen?






Euer Guerilla Growing Team
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