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growing
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Das Guerilla Growing Team präsentiert:
Katrin entdeckt die Welt des Growing
(erschienen feb 2003)
Publiziert am: 28.01.03 - Medienformen: Medienform Text


Habt ihr vielleicht eine Ahnung, was für Hauptsorten es bei Hanf so gibt? Oder wie sie sich unterscheiden? Wie funktioniert so ein Anbau, was muss ich dabei alles beachten? Ich habe davon jedenfalls keine Ahnung. Aber gerade wenn man kifft oder wie ich viel darüber schreibt, sollte man doch ein bisschen bescheid wissen, übrigens auch wenn man nicht selbst anbaut, oder?
Jedenfalls folgt nun mein Versuch, das Sortenchaos ein bisschen zu entwurschteln. Dafür habe ich mit einigen Experten geredet, habe Bücher gewälzt und mich durch die Wirren des Internets gekämpft...und die Ergebnisse waren nicht immer befriedigend. Lest einfach selbst:

Die Schwestern Indica, Sativa und Ruderalis

Hanf gehört zur Pflanzenfamilie der Cannabaeceae. Sein ursprüngliches Verbreitungsgebiet war ausschließlich Zentral- und Vorderasien. So stand es jedenfalls sinngemäß auf einer Homepage. Außerdem habe ich mir sagen lassen, dass es drei verschiedene Grundsorten von Hanf gibt. Das sind Sativa, Indica und Ruderalis. Natürlich kann man nicht davon ausgehen, dass es ursprünglich nur diese drei reinen Ursorten gab, erzählt mir da ein Buch. Als Kultur- und Nutzpflanze ist Cannabis uralt und hatte damals schnell die Welt erobert. Durch Schmuggel und die heimliche Einfuhr von Hanf vom ursprünglichen Verbreitungsgebiet in die unterschiedlichsten Länder, kamen früh Kreuzungen, aber auch Selektionen der Sorten (Anpassung an die dortigen Umstände und klimatischen Bedingungen) zustande.
Indica stammt aus Indien – wie der Name schon vermuten lässt – und Zentralasien (Kasachstan und so). Sativa hingegen war ursprünglich vor allem in Südamerika und Jamaika verbreitet. Das Herkunftsgebiet der dritten Hauptsorte - mit dem komischen Namen - Ruderalis ist die ehemalige Sowjetunion (v.a. in Sibirien). Da dort der Sommer sehr kurz und der Winter sehr lange und hart ist, beschränkt sich die Blütezeit der Ruderalis auf circa 7 -8 Wochen. Sie eignet sich ausschließlich zum Outdoor-Growen und ist kaum verbreitet.
Ich habe für euch eine Tabelle angelegt, damit ihr die Infos noch ein bisschen kompakter verpackt bekommt. Es gibt verschiedene Merkmale, durch die sich Indica und Sativa auszeichnen. Manche sind nicht so super konkret, ging aber leider nicht besser. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie viele Widersprüche all diese Bücher und Homepages über dieses Thema enthalten. Lauter verschiedene Infos, von denen man nicht genau weiß, welche nun stimmen.


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Sorte: Sativas

Herkunftsland: Thailand ,Südamerika, Jamaika

Blütedauer bei ca. 12 Stunden Licht/ Tag: Mindestens 70 Tage

Ertrag pro Pflanze: Niedrig

Wuchsform der Stengel: Lange Internodien,

Natürliche Höhe: bis zu 7m!, aber das nicht bei uns...

Ansprüche/Empfindlichkeit: eher empfindlich, anspruchsvoller, gerade Indoor

Beschaffenheit der Blüte: luftige Buds, filigrane Blütenstände

Wirkungsweise/ Turn: High, psychodelisch, anregend
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Sorte: Indicas

Herkunftsland: Indien, Zentralasien

Blütedauer bei ca. 12 Stunden Licht/ Tag: Ca. 45 – 60 Tage

Ertrag pro Pflanze: Hoch

Wuchsform der Stengel: Kurze Internodien

Natürliche Höhe: Gedrungenerer Wuchs, max. wohl eher bei 3 m.

Ansprüche/Empfindlichkeit: robust, anspruchslos, gerade Indoor durch geringeres Höhenwachstum viele Vorteile

Beschaffenheit der Blüte: styroporartige Buds, harte, kompakte, fette Blütenstände

Wirkungsweise/ Turn: Stoned, körperlich, schwer, breit machend

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Wie gesagt, aus diesen drei Sorten kann man unendlich viele verschiedene Sorten kreuzen. Da mischt man 40% Sativa aus Jamaika mit 60% Indica aus Kasachstan usw., wie ein Farbmalkasten eben.
Ich weiß kompliziert, aber ohne diese Checker gäbe es nun mal dieses Grünzeug nicht mehr. Und als Special wird euch ab der nächsten Ausgabe eine Sorte vorgestellt, sogar zum Ausschneiden!

Was hat es mit diesem Indoor und Outdoor auf sich?

Allgemein können eigentlich alle Cannabissorten (mehr oder weniger effektiv) unter Kunstlicht gezüchtet werden. Ob sich eine Sorte für Outdoor eignet, hängt von den klimatischen Bedingungen ab. Wie ihr seht, ist Sativa eine eher empfindliche Pflanze und zusätzlich hat sie eine lange Blütezeit. Für den Outdoorgrower gibt es daraus nur eine Konsequenz! Zum Outdoor growen in unseren Breiten sind Sativas nicht optimal geeignet, Indicas dagegen schon. Das Fazit ist also: das Anbauland und der genaue Anbauort entscheiden, welche Sorten ein Grower für seine Outdoor-Zucht auswählt. In Holland ist; ähnlich wie in Deutschland; der Sommer relativ kurz und der Herbst schon recht kalt und feucht. Deshalb vermeidet jeder Grower kurzblühende und schimmelresistente Sorten. Also eine, die mehr Indica Anteile enthält (= Mostly Indica) oder auch eine sehr gut domestizierte (an unser Klima angepasste) Mostly-Sativa.
Bei meiner Recherche habe ich auch entdeckt, dass die meisten Samenbanken spezielle Outdoorsorten anbieten!

Guerilla Growing – aber wo?

Tausend Wege führen nach Rom. Mindestens genauso viele führen zur Outdoor-Ernte. Nur komplizierter. Und damit ihr euch ungefähr vorstellen könnt wie ein Outdoor-Grow abläuft, haben wir für euch einen Holländer begleitet, der diesen Sommer Pflanzen züchten will. In Deutschland ist das immer noch illegal. Unser Holländer hingegen darf dies ungestraft mit 5 Pflanzen im Garten (Indoor mit Lampe ist verboten) tun und daher hat er auch weiterhin keine Probleme, sich als Versuchskaninchen zur Verfügung zu stellen. Ihr werdet Nils (23 Jahre) im Laufe des Jahres noch besser kennen lernen. Doch gerade steht er noch vor einem anderen Problem, er hat die Qual der Wahl:
Entweder er säht direkt in der Pampa aus oder zieht die Samen auf einer hellen, sonnigen Fensterbank – wo sie vor Feinden jeglicher Art geschützt sind – zu Sämlingen heran und setzt sie dann als junge, robuste Pflanze aus. Falls das Licht dort nicht ausreicht, könnte er sie mit weiterem Licht von speziellen Neonröhren puschen, um sie dann ebenfalls als Sämling ins Freie zu pflanzen. Stecklinge werden von einer Mutterpflanze abgeschnitten und wurzeln dann in der Erde oder anderen Anzuchtmedien an. Grundlegend kann man – so Nils - also Samen, Sämlinge/ junge Pflanzen oder auch schon fertige Stecklinge verwenden. Bei jedem dieser Wege gibt es Vor- und Nachteile. Früher konnte Nils die Samen nur direkt aussetzen, da seine Mutter sie nicht im Haus haben wollte. Draußen „wild“ wachsend sind sie ihr nie wirklich aufgefallen, sie fand sie sogar richtig schön...Jetzt ist Sie aufgeklärt und hat nichts mehr gegen seine paar „Babies“. Sie findet es drollig, wie sehr er sich um sie kümmert, von Anfang bis Ende, und das mit einer Freude und Ausdauer, die jeden Profigärtner in den Schatten stellt. “Welch Wunder, denk ich mir - ob er das mit Tomaten wohl auch machen würde?“
Wir wägen also ab:
Nils meint, normalerweise nimmt er Stecklinge, das ist einfacher, weil er dann schon eine schöne Mutterpflanze hat, weiß das die Pflanzen alle weiblich sind und er sich ja sowieso auskennt und alles nötige Equipment hat. Aber für den Anfänger ist aus Samen ziehen einfacher.
Außerdem, wer einem Profi-Growern einmal über die Schulter kuckt, kann feststellen, dass eine aus dem Samen gezogene Pflanze mehr Ertrag einbringt, vor allem beim Outdoor-Growen. Nils wird in seinem Zimmergewächshaus (klein, aus Plastik für die Fensterbank) Samen vorkeimen lassen. Er muss mindestens doppelt so viele Samen ansetzen wie er am Ende Pflanzen ernten will. Denn ein paar machen immer schlapp, und grob die Hälfte wird sich beim Einsetzen der Blüte als männlich outen. Eine seiner diesjährigen Favoriten ist Guerilla`s Gusto von Sensi Seeds, er schwärmt fast ein halbe Stunde davon, aber es ist durchaus auszuhalten. Nach ca. 4 – 8 Wochen will er sie als junge Pflanze aussetzen. Denn dann sind die Pflanzen schon stabiler, was es den Fressfeinden schwerer macht. Außerdem besteht so für Nils die Möglichkeit, dass die Pflanzen vielleicht ein bisschen früher blühen. Da er drinnen früher anfängt, kann er somit bereits die Frühlingssonne nutzen.
Damit sie auch wirklich genug Licht bekommen, lässt Nils die kleinen Pflanzen an sonnenarmen Tagen zusätzlich mit speziellen Neonröhren beleuchten.
Nach diesen Hindernissen steht noch ein weiteres bevor: der Anbauort wird gesucht.

Folgende Kriterien sind für die meisten Guerilla Grower ausschlaggebend:

der Platz darf nicht von außen/ Fremden einsehbar sein
alle Arbeiten sollte man spät abends oder nachts machen
man sollte den Weg zu seinem Platz öfter ändern um keine Trampelpfade zu hinterlassen
genug Sonne und guter Boden: ist schwer zu definieren; Plätze, wo viele Brennnesseln – sogenannte Zeigerpflanzen – oder andere schnell wachsende, einjährige Grünpflanzen leben. Denn diese haben einen hohen Nahrungs- und Wasserverbrauch.
Kein Waldboden! Dieser ist meist zu sauer. Die meisten Grower haben diesen Fehler schon begangen und alle haben es bitterlich bereut.


Auch Nils hat für sein Vorhaben eine traumhafte Location gefunden. Die Bedingungen fürs Outdoor-Growing sind dort fast ideal: lockerer Boden, trotzdem sehr nährstoffreich (üppiger Pflanzenwuchs!). Außerdem ist die Erde leicht lehmig, sogar ein bisschen torfig, nicht nur sandig. Na ja, typisch holländisch eben. Ein weiterer Vorteil: der Ort liegt schön blickgeschützt in der letzten Ecke des Gartens.
Der einzige wirkliche Nachteil ist nur, dass die Pflanzen ab dem Nachmittag durch davor stehende Bäume nicht mehr viel Sonne abbekommen werden, vor allem im Spätsommer. Aber darüber machen wir uns jetzt noch keinen Kopf. Vielleicht ist es ja auch ein Vorteil und sie fangen früher an zu blühen, weil sie kürzere Lichtphasen haben. So genau kann man wohl Vor- und Nachteil nicht auseinander halten.
Dass der Platz in einer leichten Senke liegt, könnte die Schimmelbildung begünstigen Denn dort kann sich extrem viel Nässe auf den Pflanzen bilden, vor allem durch den Tau am Morgen.
„Als Guerilla Grower muss man eben Abstriche machen können“, meint der nette Holländer grinsend. Ob alles klappen wird? Wir werden sehen.
So, nachdem sich Nils für seine Samen und einen Anbauort entschieden hat, kann er mit der Aussaht anfangen. Was er dazu alles benötigt und wie er es macht erfahrt ihr in der März Ausgabe des Hanf Journals.

Übrigens, eins wurde mir während der Recherchen für diesen Artikel klar: Um ein Grower zu sein, reicht es nicht!, sich schlau zu machen und viel Geld zu investieren. Aberals erfolgreicher -Grower muss man die Leidenschaft für Botanik, Geographie und Biologie entwickeln
Wir werden sehen, ob mich in den nächsten Monaten diese Leidenschaft packen wird, ich jedenfalls weiß es selbst noch nicht. Und ob ich dann doch noch für immer in Holland bleibe?

Katrin Schmidberger
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