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Guerilla Growing: "Hanfbelichtung" Teil 2
Letzten Monat haben wir uns schon einmal mit Licht beschäftigt. Die Frage nach dem Lichtstrom und der Lichtausbeute standen dabei im Vordergrund. Allen aufmerksamen Lesern ist dabei sicher nicht entgangen, dass für eine möglichst hohe Ausbeute beim Indoor-Anbau eine Hochdruck-Entladungslampen nötig ist. Wer den ersten Teil noch nicht gelesen hat, kann dies hier auf www.hanfjournal.de nachholen. (erschienen Dez 2002)
Publiziert am: 19.12.02 - Medienformen: Medienform Text


Dieses mal wollen wir euch genau erklären, was eigentlich Hochdruck-Entladungslampen sind. Wie sind diese überhaupt aufgebaut, wie werden sie betrieben und was habt ihr zu beachten, damit eure Pflanzen weiter gedeihen.

Corvin Mußdorf, ein Experte auf diesem Gebiet und Mitglied im Guerilla Growing Team, bringt für euch Licht ins Dunkel, damit auch die letzten Wissenslücke gefüllt werden.

Um einen groben Überblick zu bekommen, haben wir euch in der ersten Abbildung den genauen Aufbau einer Entladungslampe (Birne) dargestellt. In der Regel werden in der Grow-Praxis solche Lampen verwendet. Sie können sowohl in der Wachstums- als auch in der Blütenphase gleichermaßen benutzt werden. Diese tollen Birnen bestehen aus einem Außenkolben und einem inneren Kolben, dem so genannten Entladungsgefäß. Darin bruzelt das Gasgemisch und gibt dem Gerät seinen Sinn. An diesem sind zwei Elektroden angeschlossen, die über ein Vorschaltgerät (= die VorSchaltArmatur, auch VSA genannt) mit Netzspannung – also Strom - versorgt werden. Die Zuführung zur oberen Elektrode ist der lange, „klappernde“ Draht.

Damit das Entladungsgefäß (siehe Abbildung 1) möglichst lichtdurchlässig bleibt, besteht die Außenwand der Birne aus synthetischem Aluminiumoxid. Quarz (aus dem normalerweise Glas hergestellt wird) würde durch das heiße Natrium, welches das eigentliche Licht erzeugt, schnell undurchsichtig werden. Aluminiumoxid hingegen hält eine Belastung bis zu 1600 °C im Inneren des Entladungsgefäßes aus. Dabei lässt die Umhüllung sogar noch 90 Prozent des Lichtes nach außen durch.

Es gibt 2 Typen von Hochdruck-Entladungslampen:
Reine Hochdruck-Quecksilberdampf-Entladungslampen bestehen aus einer Mischung aus Quecksilber und Argon als Zündgas. Ihr blaues Licht ist vor allem für die Wuchsphase notwendig. Die Hochdruck-Natriumdampf-Lampen besteht aus Natrium und Xenon. Das gelb-rötliche Licht, dass dabei ausströmt, ist vor allem für die Blütephase geeignet.

Die Growlampe, also die Hochdruck-Natriumdampf-Lampe, ist eine Kombination aus beiden Typen: das Zündgas besteht also aus einer Mischung von Quecksilber, Xenon, Natrium und Metallhalogeniden.
Diese Lampe sollte in der Wachstumsphase unserer Pflanzen jeweils 18 Stunden an und 6 Stunden aus sein. In der Blütephase sollte sie jeweils 12 Stunden an- und ausgeschaltet sein. Mit ihr werden die Pflanzen in der Wuchs- und Blütephase ausreichend mit dem richtigen Lichtspektren versorgt.

Wenn ihr nun denkt, dass eine Entladungslampe bis zum Ende der ca. 6000 Betriebstunden die volle Lichtmenge leisten kann, dann liegt ihr daneben. Das abgebildete Diagramm (Abbildung 2) zeigt, dass die Lichtleistung beinahe linear abnimmt.
Das heißt für euch, dass ihr in der Regel nach einem Jahr (ca. vier Erntevorgänge) die Lampe vergessen könnt. Also die Lampe immer regelmäßig wechseln, damit eure Lieblinge das Licht bekommen, dass sie verdient haben.

Alles klar? Also Birne in die Fassung und los geht’s! Oder? Nein, leider immer noch nicht.
Entladungslampen, also unsere speziellen Birnen, haben ein viel größeres Gewinde als die bekannten Birnen im Haushalt.
Aber nicht verzagen, spezielle Lampensysteme mit geeigneten Fassungen sind in jedem Growshop erhältlich. Außerdem ist es noch wichtig eine Armatur für die Lampen zu verwenden. Diese Armaturen bestehen aus einem Phasenverschiebungs-Kompensations-Kondensator (K.K.), einer Drosselspule und einem Starter (Igniton). In der Praxis werden Lampen/Armaturen-Kombinationen von 250 W, 400 W oder 600 W verwendet (Armatur z.B. von Vossloh&Schwabe).
Die Zeichnung (Abbildung 3) stellt den Aufbau einer Armatur dar. Die Drosselspule ist eine Art Vorwiderstand für die Lampe, indem sie ein Magnetfeld aufbaut. Geräte, die solche oder ähnliche Spulen enthalten, nennt man induktive Verbraucher! Der Starter liefert den notwendigen Hochspannungsimpuls. Der K.K. macht die dabei auftretende Phasenverschiebung rückgängig, damit der Stromverbrauch nicht ansteigt.

Allgemein gilt es bei der Hanfbelichtung noch zu beachten:

Der Kondensator liegt am Netz und kann auch nach dem Ausbau unter Netzspannung stehen!
Der Starter erzeugt einen Hochspannungsimpuls von ca. 3000 V!
Die Drosselspule erzeugt „tierisch“ viel Wärme. Nicht anfassen, abdecken oder mit Wasser in Berührung bringen!
Die Lampen sind im Betrieb so heiß wie eine Kochplatte. Also immer erst abkühlen lassen!
Der volle Lichtstrom wird erst nach einigen Minuten erreicht. Ihr kennt dies sicher schon von der Straßenlatene. In den ersten 10 Minuten wird das Licht stärker und heller und ändert die Farbe von weiß/blau nach gelb-orange. Also, nicht wundern!
Lampen können im heißen Zustand nicht gleich wieder starten, weil die jetzt benötigte Zündspannung (30.000 Volt) von dem Starter nicht erbracht werden kann. Ihr könnt das an den Lichtblitzen erkennen, die durch die Lichtröhre zucken. Die Lampen können dabei beschädigt werden bzw. zu früh altern. Deshalb sind Geräte mit einer eingebauten Verzögerung (z.B. Schaltgeräte von Growtronic) zu empfehlen.
Die Armaturen sind induktive Verbraucher mit hohen Einschaltströmen und möglichen Abrissfunken. Banal heißt das, dass ihr beim ziehen des Stecker, obwohl dieser draußen ist, einen Schlag bekommen könnt. Es staut sich also ein Überschuss in dem Kabel an, der erst im nachhinein entladen wird. Dies sind hohe Anforderungen an eine Zeitschaltuhr, mit denen diese Armaturen betrieben werden müssen, um auf die erwähnten Licht- und Dunkelphasen zu kommen. Normale Zeitschaltuhren wären dabei vollkommen ungeeignet! Für ein bis zwei 600 W-Armaturen mit wenigen Stromausfällen ist die Zeitschaltuhr Omnirex zu empfehlen. Schaltgeräte von Growtronic sind für ein bis vier 600 W-Armaturen inklusive 15 Minuten Einschaltverzögerung geeignet.

Jetzt kann beim Hanflicht nichts mehr schief gehen!

Wir wünschen euch allen jederzeit eine gute Ernte.
Euer Guerilla Growing Team
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