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growing
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Indoor Growing #1
Publiziert am: 08.01.04 - Medienformen: Medienform Text


Der Herbst ist vorbei und die kalte Jahreszeit beginnt. Die Ernte der letzten Outdoor-Saison ist längst eingebracht, verarbeitet und verstaut. „Schade, dass wir jetzt wieder bis zum Frühjahr warten müssen, bevor wir wieder aussäen können“, seufze ich. Nils zündet sich seinen frisch gerollten Joint an und antwortet wissend: „Komm, wir besuchen meine Freundin Julia, dann wirst du sehen, wie man das ganze Jahr über anbauen kann“. In Julias Wohnung, die wunderbar nach Marihuana duftet, schauen mich fünf fette Big Buds aus einem Schrank im hinteren Teil der Wohnung an. „Ich muss jetzt leider weiter“, sagt Nils und gibt Julia den Joint, „aber vielleicht kannst du ja erklären, wie das funktioniert, damit sie es auch unseren Cannabis-Freunden in Deutschland berichten kann.“ Dazu erklärt sie sich gerne bereit.
Zunächst einmal sollte man genau überlegen, ob man zu Hause anbauen will. Das bedeutet nicht nur viel Arbeit, sondern auch ein gewisses Risiko. „Hier in Holland ist das nicht so schlimm“, erklärt Julia, „aber in Deutschland ist zum Beispiel der Anbau von Hanf ohne Genehmigung illegal und daher sollte es wenn’s geht niemand merken.“ Vor allem Nachbarn stellen eine große Gefahrenquelle dar. Auch ist es nicht leicht Licht und Geruch so einer Anlage zu verstecken. Sogar der hohe Stromverbrauch kann ein Grund für eine Hausdurchsuchung sein. Und der Abfall sollte auch unauffällig entsorgt werden.
Der Arbeitsaufwand – ungefähr eine Stunde pro Tag – für so eine Anlage sollte nicht unterschätzt werden, schließlich sind Pflanzen Lebewesen und du willst Mutter Natur für sie spielen. Am ehesten kann man einen Indoor-Grow wohl mit einem Haustier vergleichen. Dies bedeutet hohe Verantwortung, denn im Indoor-Bereich müssen sämtliche Umweltfaktoren selbst geregelt werden. Auch die Kosten können enorm sein. Zum einen für die Anlage selbst und zum anderen um sie später mit Strom, Wasser und frischem Substrat zu versorgen.
Hat man sich einmal für den Anbau entschieden, steht man schnell vor der Frage: „Was muss ich denn jetzt genau machen?“ Eine wichtige Grundlage für erfolgreiches Anbauen ist, sich möglichst viele Informationen darüber zu besorgen. So werden von Anfang an wichtige Dinge beachtet und Fehler vermieden. Verkäufer in Head- oder Growshops können dich da oft sehr gut beraten. Noch besser wäre es mit anderen, erfahrenen Growern zu sprechen. Nebenbei sollte man das ein oder andere Buch zum Thema lesen bzw. mal in den Anbau-Teil der verschiedenen Hanf-Magazine schauen. Auch im Internet gibt es Hilfe: Neben zahlreichen Internetseiten stehen auch Chats und Foren zur interaktiven Kommunikation bereit.
„Nun geht es darum einen passenden Standort für den Zuchtbereich auszuwählen“, weiß Julia. Gut geeignet wäre ein separater Raum wie Keller oder Abstellkammern. Auch ein Grow-Schrank kann gebaut werden. Dieser benötigt relativ viel Platz und sollte auch nicht von jedem sofort gesehen werden. Das ganze Zubehör will ebenfalls untergebracht werden. Eine Stromversorgung sollte vorhanden sein sowie eine gute Belüftungsmöglichkeit.
Ist ein geeigneter Raum gefunden, muss sich der Hobbygärtner noch für ein Anbausystem entscheiden. Die einfachere und für Anfänger geeignetste Methode ist immer wieder, neue Samen keimen zu lassen und die Pflanzen abzuernten. Julia raucht einen Kopf mit schön klebrigem Nepalesen und während sie noch den Qualm auspustet, erklärt sie: „Profis richten sich einen separaten Mutterpflanzenraum ein und schneiden dann immer wieder bei Bedarf ein paar Stecklinge bzw. ernten im Blühraum ein paar Pflanzen.“
Nun wird der Raum eingerichtet. Dabei musst du dir vor Augen halten, dass du alle Umweltfaktoren selbst regelst. Das sind Boden, Luft, Licht, Wasser, Nährstoffe und Klima. Zunächst einmal brauchst du Pflanzbehälter. Das können Blumentöpfe, aber auch andere Gefäße sein. Hauptsache, sie haben genügend Ablauflöcher, denn Staunässe kann für die Pflanzen tödlich sein. Es könne auch mehrere Pflanzen in einen großen Topf oder einfach nur ein „Beet“ angelegt werden. Für ausreichend Beleuchtung sorgt eine Natrium-Dampf-Lampe (NDL) mit mindestens 400 W, je nach Größe der Anlage. Auch wenn für die ersten Wochen einfache Leuchtstoffröhren verwendet werden können um Strom zu sparen, sind sie für das weitere Wachstum und die Blüte eher ungeeignet. Befestigt wird die Lampe mit Ketten, so kann sie jeden Tag ein Stückchen höher gehängt werden um den Abstand zu den Pflanzen einzuhalten. Mit einer Zeitschaltuhr wird die Beleuchtungszeit exakt festlegen. Frische Luft bringt ein starker Lüfter mit angeschlossenem Aktivkohlefilter, der den Geruch auffängt. Er sollte die gesamt Luft im Schrank innerhalb von zwei Minuten austauschen können. Rückstauklappen lassen frische Luft hinein, nicht aber ungefiltert wieder herausströmen. Ein Umluftventilator sorgt für dauerhafte Luftbewegung im Schrank. So werden Wärme und Frischluft gut verteilt und die kleinen Pflanzen gestärkt. Das Wasser sollte beim Anbau auf Erde einen pH-Wert zwischen 6,2 und 6,8 besitzen, so können die Nährstoffe von den Wurzeln leichter aufgenommen werden. Nährstoffe können als Langzeitdünger mit der Erde, oder als Flüssigdünger mit dem Gießwasser zugeführt werden. Durch die Lampe kann es mit der Zeit sehr warm werden. Ein Thermostat vor das Abluftventil geklemmt, sorgt für konstante Temperaturen und regelmäßige Frischluftzufuhr. Dies ist das minimale Equipment zum Anbauen und kostet zwischen 500 und 750 Euro. Leider ist es kaum möglich billiger auszukommen, weil diese Dinge unumgänglich sind.
Dazu kommen noch Werkzeuge und im Betrieb Verschleißmaterial wie Substrate, Dünger und Wasser. „Das sollte man auch nicht unterschätzen“, gibt Julia zu bedenken.
Jetzt fehlt eigentlich nur noch das Wichtigste: die Samen. Hier ist es wichtig sich für eine klein und kompakt wachsende Sorte, also mit hauptsächlich Indica-Genetik zu entscheiden. Für den Anfang ist eine leicht zu pflegende Sorte mittlerer Potenz wie z. B. Skunk #1 geeignet. Leider sind Handel und Weitergabe von Samen, die zum Anbau bestimmt sind, in Deutschland illegal. „Aber wenn man sich im Internet umschaut, dann wird man schon leicht fündig“, grinst Julia.
Jetzt haben wir alles Wichtige beisammen. Wie es los geht, erfahrt ihr das nächste Mal.
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