Hanf Journal Kiffer Portal - Das Cannabis Magazin das abhängig macht - ganz legal
Hanf Journal Logo Teil 1
Hanf Journal Logo Teil 2
*

  SITEMAP
 
  * Rubriken
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

*
 
*
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-

*
 
*
-
-
-

growing
Druckversion
Indoor Growing #6
Was lange währt, wird endlich gut – Die Ernte
(Pub. Juni 2004)
Publiziert am: 09.06.04 - Medienformen: Medienform Text


Hallo liebe Growing-Freunde!


Dieses Mal hat mir der Besuch bei unserer Freundin Julia in Holland besonders viel Spaß gemacht. Nachdem ihr in der vorherigen Ausgabe erfahren habt, wie man die Kleinen richtig versorgt, durfte ich bei meinem dritten Besuch bereits über die Ernte berichten:


„Hallo Paul!“, werde ich an der Tür in gewohnt freundlicher Weise empfangen. Julia ist guter Dinge. „Denn heute wird geerntet!“, freut sie sich. Deswegen rauchen wir auch erst einmal eine Ernte-Tüte, die sie extra für mich vorbereitet hat. Nebenbei berichtet sie über die Fortschritte ihrer Zucht:

„Nachdem die Mädels in den letzten drei Wochen wie gewohnt noch einmal kräftig zugelegt haben, ist das Wachstum jetzt zum Erliegen gekommen.“ „Und woran erkennst du das?“, frage ich sie. „Die Pflanzen geben uns bestimmte Signale, wenn sie erntereif sind: Wenn zwei Drittel bis drei Viertel der weißen Fäden in den Blütenkelchen rötlich-braun gefärbt sind, ist das Maximum der Blüten- und THC-Produktion, welches erst in den letzten Wochen der Blüte erreicht wird, so weit überschritten, dass sie kaum noch weiterwachsen. Die Experten suchen mit einer Lupe nach gestielten Kopfdrüsen (Trichome) auf den Blüten. Diese werden zum Ende hin vermehrt gebildet und ihre rötlich-braune Färbung sollte deutlich zu sehen sein“, erläutert Julia, während sie den Joint ansteckt.





 
hanfjournal juni04 artikel Das Guerilla Growing-Team präsentiert: Indoor Growing #6 Was lange währt, wird endlich gut Die Ernte
Die reifen Buds in ihrer vollen Pracht


„Hast du auch einen Tipp für Anfänger, den richtigen Zeitpunkt zu erwischen?“ „Klar. Der häufigste Fehler ist, sich von den reifenden Buds verlocken zu lassen und zu früh zu ernten. Dabei wird oft einiges an Erntemasse und Wirkstoffgehalt verschenkt. Ab dem Tag, wo ihr meint ernten zu können, wartet ihr einfach noch eine Woche und erntet dann. Da kann man nichts falsch machen.“, rät Julia.

Wenn der ersehnte Tag dann gekommen ist, wartet erst mal wieder Arbeit auf Julia: Die Pflanzen schneidet sie unten so ab, dass alle brauchbaren Triebe noch dran hängen. Den Rest lässt sie stehen um ihn zum erneuten Austreiben anzuregen. Dann hängt sie die Pflanzenteile kopfüber auf und entferne die großen Blätter. Während sie sich so abmüht, reicht sie mir den Dübel, damit ich noch breiter staunen kann.

Zum Trocknen eignet sich laut Julia ein lichtgeschützter Raum mit konstanter Luftfeuchte und geringer Belüftung. Julia benützt einen Kleiderschrank, der mehrmals täglich gelüftet wird. „Wichtig dabei ist, nicht zu schnell zu trocknen, damit sich das typisch würzige Aroma der Buds richtig entwickeln kann.“, weiß Julia. Denn nach der Ernte sind die Blüten keinesfalls tot, sondern es finden wie in einem Apfel verschiedene Stoffwechselprozesse statt. Der wichtigste ist die Fermentation. Ein Vorgang, bei dem Mikroorganismen das Chlorophyll zersetzen, welches später beim Rauchen nur kratzt und ungesund ist. Die Farbe des Grases ändert sich dabei von grün in gelblich-braun. Auch wird bereits ein Teil der noch inaktiven Cannabinoid-Säuren in ihre wirksame Endform decarboxyliert. Deswegen hat frisch geerntetes Gras praktisch keine psychoaktiven Wirkungen. „Die Freude über das erste, eigene Gras mag zwar groß sein, aber schnelles Trocknen verdirbt den Geschmack“, warnt Julia.

 
hanfjournal juni04 artikel Das Guerilla Growing-Team präsentiert: Indoor Growing #6 Was lange währt, wird endlich gut Die Ernte
Der Unterschied zwischen Indica- (hinten) und Sativa-Genetik (vorne) ist bei diesen Buds deutlich zu erkennen


Sobald die äußeren Blüten knusprig trocken sind, die Stängel beim Biegen aber noch nicht brechen, trennt Julia sie von den Stängeln und Blättern. Die Blätter werden aber nicht weggeschmissen, sondern später weiterverarbeitet. Dann packt unsere Grow-Expertin die Blätter in atmungsaktive Behälter, wie Briefumschläge oder Pappkartons, wo sie noch langsamer weiter trocknen, bis die Stängel beim Biegen knacken. „Wer seine Ernte etwas verschönern will, kann noch die Blattspitzen entfernen – das nennt man Maniküre.“, erklärt mir Julia altklug.

Die getrockneten, harzigen Blätter können, genauso wie die Blüten, zu Haschisch oder Öl weiterverarbeitet werden. Wenn es nur wenige sind, kann man einfach einen Tee oder Kuchen daraus machen. Den Harzstaub erhält man durch Sieben des getrockneten Materials in speziellen Apparaten, so genannte Pollinatoren. Kleine Mengen kann man auch in statisch aufladbaren Behältern, wie Plastik- oder Metalldosen, schütteln und den Staub mit den Fingern einsammeln. „Das kann man mit in einen Joint rollen oder zur Mischung hinzugeben.“

„Und größere Mengen?“, frage ich interessiert. „Weil der Staub schnell an Wirkstoff verliert, wird er mit etwas Wasser oder Tee nach und nach zu einer Kugel gerollt. Dabei erhält man klebrig-schwarzes Hasch mit ausgeprägtem Törn. Größere Mengen kann man in eine Plastik-Tüte wickeln und in die Schuhe unter die Sohlen legen und ein paar Stunden umherlaufen, oder in Hand- bzw. Buchpressen verarbeiten. Besonders gut eignen sich beheizbare Pressen“, fügt sie hinzu.


 
hanfjournal juni04 artikel Das Guerilla Growing-Team präsentiert: Indoor Growing #6 Was lange währt, wird endlich gut Die Ernte
Hm . . . schön harzig



„Ich hab’ da was von Eiswasser gehört . . .“, schaue ich sie fragend an. „Ja, die neue Methode, bei der das Blatt- und Blütenmaterial (kein Hasch) zwischen Eiswürfeln zerrieben und dann durch spezielle Siebe das Harz aufgefangen wird.“ Der Trick dabei ist, dass die Harzdrüsen gefrieren, durch die Reibung abbrechen und in den Sieben hängen bleiben. Weil die Pflanzenfasern nass sind, werden sie nicht zerrieben und können das Produkt nicht verunreinigen.

Neben der mechanischen Trennung der Harze, durch Pollinieren, kann man die Cannabinoide auch direkt auf chemischem Wege extrahieren. Dazu benötigt man ein Lösungsmittel, wie Alkohol, Fett oder Flüssiggas. Die Methode, bei der Flüssiggas durch einen Behälter mit Gras und einem Sieb am Ende geleitet wird und unter zurückbleiben des Öls verdampft, geht zwar am schnellsten, ist aber wegen der Explosionsgefahr auch am gefährlichsten. Wesentlich einfacher und sicherer ist es, das Gras drei bis vier Wochen in mindestens 40-prozentigem Alkohol einzulegen und dann die Pflanzenreste mit einem Teebeutel abzufiltern. Das geht auch mit Hasch, wobei das Gebräu immer eine rötlich-braune Färbung annimmt – das sind dann die reifen Harze und Öle. Wenn man über 95-prozentigen Alkohol (Trinkspiritus aus der Apotheke – kein Billig-Spiritus!) verwendet, kann man ihn hinterher verdampfen lassen und erhält so ebenfalls Öl.

 
hanfjournal juni04 artikel Das Guerilla Growing-Team präsentiert: Indoor Growing #6 Was lange währt, wird endlich gut Die Ernte
Und noch eine Augenweide



„Wer keinen Alkohol mag, kann das fein gehäckseltes Material einigen Minuten lang bei 50 bis 60 Grad Celsius in Butter auflösen und nach Belieben abfiltrieren.“ Die Butter wird in eine Form gegossen, wo sie abkühlt und wieder fest wird. So kann Julia sie einige Wochen lang im Kühlschrank aufbewahren und bei Bedarf zu Gebäck verarbeiten.


Wie ihr eure Ernte langfristig am besten lagern könnt, ohne dass sie an Wirkstoffen verliert und was Julia mit den stehengebliebenen Trieben vorhat, erfahrt ihr das nächste Mal.


 
hanfjournal juni04 artikel Das Guerilla Growing-Team präsentiert: Indoor Growing #6 Was lange währt, wird endlich gut Die Ernte
Der Rest der Pflanze wird zum erneuten Austreiben angeregt


Indoor Growing #6 Tipps


1. Die Pflanze ist erntereif, wenn zwei Drittel bis drei Viertel der weißen Fäden in den Blütenkelchen braun geworden sind.

2. In den letzen Wochen legen die Pflanzen noch einmal kräftig zu, bevor das Blütenwachstum zum Erliegen kommt, deswegen lieber etwas später ernten als zu früh.

3. Zum Trocknen eignet sich ein lichtgeschützter Raum mit konstanter Luftfeuchte und geringer Belüftung – denkt dran, auch dabei „stinkt“ es gewaltig.

4. Es ist wichtig langsam zu trocknen, damit sich das angenehme, typisch würzige, Aroma entwickeln kann.

5. Nach der Ernte finden in den Blüten verschiedene Stoffwechselprozesse statt, z. B. die Fermentation, bei der das Chlorophyll durch Mikroorganismen abgebaut wird.

6. Sobald die äußeren Blüten knusprig trocken sind, die Stängel beim Biegen aber noch nicht brechen, werden sie von den Stängeln und Blättern getrennt und in atmungsaktiven Behältern, wie Briefumschlägen oder Pappkartons, noch langsamer weiter getrocknet.

7. Die getrockneten, harzigen Blätter können, genauso wie die Blüten, zu Haschisch, Butter oder Öl weiterverarbeitet werden

8. Die mechanische Trennung der Harzdrüsen (Pollinieren) erfolgt in statisch aufladbaren Behältern, mit Eiswasser oder im so genannten Pollinator. Der Harzstaub wird durch Pressen zu Haschisch verarbeitet.

9. Für die chemische Extraktion der Cannabinoide wird ein Lösungsmittel wie Alkohol, Fett oder Flüssiggas benötigt. Dabei erhält man Hasch-Öl, Gras-Likör oder THC-Butter.


Das Guerilla-Growing-Team


Druckversion

 
*
 Aktuelles HanfJournal
-