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growing
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Das Guerilla Growing präsentiert: Katrin entdeckt die Welt des Growing - Teil 5
- Schädlinge und andere Hanfliebhaber
(pub. juni 2003)
Publiziert am: 02.06.03 - Medienformen: Medienform Text


Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Tja, und dieses Mal hat dieser weise Spruch uns getroffen. Denn uns wurden doch tatsächlich unsere Pflanzen von der Terrasse geklaut. Die Guerillas Gusto Pflanzen, die wir letzte Woche nach draußen gestellt hatten, um sie langsam an die freie Natur und die Sonne zu gewöhnen, wurden einfach entwendet.

Wir sind geschockt, wir können es nicht fassen. Wir stehen in tiefer Trauer um die schönen Hanfpflanzen von Nils. Und wir verdammen die Fieslinge, die uns unsere Pflanzen weggenommen haben, das ist kein korrektes Kifferverhalten! Doch wir müssen nicht ganz von Vorne anfangen, denn unsere Valley Queens von No Mercy standen zum Glück auf dem Balkon und sind uns deshalb erhalten geblieben. Zusätzlich setzen wir am 20.05 noch mal eine Packung Samen (diesmal waren 16 Stück drin, cool!) der Sorte Guerillas Gusto von Sensi Seeds in mit Sämlingserde gefüllten Töpfchen auf dem Balkon an. Die Eisheiligen sind vorbei, das Klima passt und bis zur Ernte werden die Babies hoffentlich auch noch groß genug werden. Naja, irgendwie hat es ja auch sein Gutes. Jetzt testen wir doch gleich mal, ob es möglich ist, vernünftige Erträge zu erzielen, wenn man nur die warme, sonnenreiche Zeit im Freien nutzt, und nicht wie wir anfänglich noch mit Kunstlicht „indoor“ den Frühling quasi verlängert und den Pflanzen schon den Start im März ermöglicht. Nils meint: „Das müsste reichen...“, aber gemacht hat er es selbst auch noch nicht!

In unserer Serie wird es natürlich auch weiter gehen. Und deshalb kommt nun wie versprochen ein kleiner Ratgeber gegen die Fressfeinde unserer Lieblinge.
Es gibt viele verschiedene Arten von Schädlingen, und wenn es erst mal passiert, dann ist es meist zu spät. Denkt deshalb daran: Prävention ist besser als die Viecher später bekämpfen zu müssen! Sprich: ihr müsst die Pflanze beim kleinsten Verdacht - besser schon vorher - vor Schädlingen wappnen.
Ein anderer wichtiger Punkt: der Einsatz von echtem Gift kostet mehr Zeit und Geld als die Instandhaltung eines natürlichen Gleichgewichts zwischen schädlichen Insekten und Raubinsekten. Es beeinträchtigt schließlich die Qualität und damit den Wert des Produkts. Außerdem kann die Verwendung von solchen Spritzmitteln auch dem Konsumenten schaden.
Deshalb solltet ihr einfach ein ökologisch vertretbares Hausmittel oder biologisches Pestizid verwenden. Das Hausmittel ist leicht und schnell herstellbar. Das Rezept dazu wurde euch ja schon in der letzten Ausgabe vorgestellt, auch zu finden auf unserer Homepage (www.hanfjournal.de). Die Pflanzen können entweder darin eingetaucht oder mit der Lösung besprüht werden. Ach ja, und denkt daran: die Pflanze nach dem Behandeln mit Spritzmittel immer nach einigen Tagen reinigen, die Ernte soll ja auch gut schmecken! Kommen wir aber jetzt zu den fiesen Hanffressern.

Die Spinnmilbe:
Die größte Bedrohung für drinnen angebauten Hanf ist die Spinnmilbe. Ist die Pflanze hiermit befallen, erscheinen an der Oberseite des Blattes kleine weiße Flecken. Die Mini-Spinnen selbst sitzen an der Unterseite des Blattes und fressen sich dort kugelrund, indem sie die Blätter Punkt für Punkt aussaugen. Mit dem bloßen Auge sind sie kaum zu erkennen. Bei hohen Temperaturen und niedriger Luftfeuchte (was man meist beim Indoor-Züchten hat) vermehren sie sich gewaltig schnell und können die gesamte Ernte schon in einem frühen Stadium vernichten.
Eine einzelne Spinnmilbe kann man mit der Hand wegnehmen ... wenn man sie entdeckt. Die Eier entwickeln sich jedoch erst nach 5 bis 10 Tagen. Deshalb solltet ihr alle 5 bis 10 Tage einige Male die Öko-Lösung sprühen. Ansonsten kann man auch Neem Öl (gibt es von vielen Herstellern in vielen Varianten) oder ein Mittel verwenden, das Pyrethrum enthält.
Rettung durch Verfolgung und Vertilgung bietet die Raubmilbe. Die Raubmilbe ist genauso groß wie die Spinnmilbe, nur meist rot. Wichtig beim Aussetzen von Raubmilben ist die Regulierung des Raumklimas! Raubmilben lieben es kühler, schattig und feucht, also genau das Gegenteil an Bedürfnissen wie die Spinnmilbe. Also Indoor heißt das: Lampe weiter weg hängen und Luftfeuchte hoch (auf ca. 60 – 70%)! Outdoor heißt das, bei sonnigen Tagen die Babies häufig besprühen, damit es den Raubmilben nicht zu trocken unter den Füßchen wird.

Weiße Fliege:
Wenn sie die Blätter befallen, entstehen weiße Pünktchen, die Photosynthese wird gestört und das Wachstum stagniert. Die Fliegen sind 1 bis 2 mm groß und sitzen am liebsten unter dem Blatt. Schüttelst du die Pflanze, fliegen die Fliegen weg.
Auch da muss man alle 5 bis 10 Tage die Pflanze mit dem Hausmittel besprühen, dann bekommt man die weiße Fliege schnell wieder in den Griff. Auch hier wirkt Neem Öl Wunder!
Als natürlichen Fressfeind kannst du auch die Hilfe der Schlupfwespe in Anspruch nehmen.

Läuse:
Läuse, so groß wie ein Stecknagelkopf, saugen auch aus den Blättern das Leben der Pflanze. Sie hinterlassen einen klebrigen schimmernden Staub auf den Blättern.
Dann sollte man die Blätter zunächst abwischen, da erwischt man schon den Großteil der Läuse. Zwei bis drei Mal in Abständen von 5 bis 10 Tage sollte man wieder mit dem Öko-Hausmittel/Neem Öl spritzen. Gallenmücken und Marienkäfer sind deren natürliche Feinde. Wenn ihr indoor unter Kunstlicht growt, lieben das die Marienkäfer besonders.

Trauermücken:
Die 5 mm kleinen schwarzen Fliegen, die ihre Eier in die Blumenerde legen, schaden der Pflanze nicht. Es sind ihre Larven, die im Boden an den Haarwurzeln fressen und der Pflanze so die Nahrungsaufnahme erschweren.
Die Mücken sind nicht schwierig zu bekämpfen, jedes Mittel wirkt, wenn man regelmäßig weiter spritzt, bis man alle ausgeschlüpften Larven erwischt hat. Man kann als natürliche Gegenspieler auch Nematoden (Fadenwürmer) in die Erde aussetzen, das wirkt garantiert.

Schimmel:
Mehltau und der anverwandte Schimmel gedeihen vor allem in feuchter Umgebung ohne Wind. Bei einer Indoor Zucht sollte die erste Reaktion des Züchters darin bestehen, die Luftfeuchtigkeit mit Hilfe eines Abluft-Ventilators zu senken und gleichzeitig für eine ständige Luftbewegung im Growraum zu sorgen (z.B. durch einen Schwenk-Ventilator). Man sollte dann die befallenen Teile der Pflanze entfernen bzw. wenn die Pflanze wirklich sehr stark befallen ist, ganz weg stellen, die Gefahr der weiteren Ausbreitung des Schimmels ist sonst zu hoch! Mineral Magic von General Hydroponics und Schachtelhalm-Extrakt wirken leicht fungizid und können somit zur Eindämmung verwendet werden.

So, das war ein kleiner, sehr unvollständiger Einblick in die Welt der Hanf-Predatoren. Lasst uns noch mal zusammenfassen: Am Wichtigsten sind vorbeugende Maßnahmen (Nils hat von Anfang an präventiv Neem-Öl gesprüht!) sowie die frühzeitige Entdeckung der Plage. Das geht nur, wenn man sich regelmäßig (alle paar Tage) die Zeit nimmt, sich jede Pflanze und jedes Blatt genau anzuschauen und jeder Anomalie auf den Grund zu gehen. Zur Prophylaxe sowie zu jedem einzelnen Schädling gibt es noch zig weitere Tipps, Theorien und Bekämpfungsmethoden. Angefangen von der Zucht nach dem Mond, über biologisch-dynamische Ansichten des Zusammenhangs zwischen Kunstdüngergaben und Schädlingsbefall bis hin zu Begleitpflanzen, die bestimmte Schädlinge fernhalten können sollen.
Ich hoffe wir konnten euch wenigstens in eurer Angst gegen Hanffresser etwas beruhigen und im besten Falle braucht ihr unsere Tipps nicht! Und wenn doch, dann durchhalten, kämpfen und eure Babies ja nicht aufgeben! Direkte Fragen zu dem Thema oder Bilder von unbekannten Schädlingen könnt ihr auch bei uns im Growing Forum los werden! Dort wird euch bestimmt schnell geholfen.


Euer Guerilla Growing Team
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