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growing
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Interview Guerilla Growing:
(pub. Juni 2003)
Publiziert am: 02.06.03 - Medienformen: Medienform Text


Seit einiger Zeit lernt nun Katrin schon die Welt des Growing kennen. Jeden Monat erfahrt ihr die neusten Tipps und Tricks, die Katrin bei einem Profi-Grower so lernt. Doch da alleine Entdecken auch keinen Spaß macht, wollte Katrin nun mal wissen, was so die Grower-Welt da draußen macht. Deshalb schickten wir sie in die Prärie um sich mit zwei Growern aus der Kleinstadt zu unterhalten. Die Interviewten haben erst vor kurzem begonnen, Cannabis anzubauen und wollen – aus verständlichen Gründen – anonym bleiben.


Katrin: „Warum habt ihr mit dem Growen angefangen? Wie seid ihr auf die Idee gekommen?“

Grower: „Sicherlich hat jeder Cannabiskonsument schon mal darüber nachgedacht, wie Hasch und Gras entstehen und dass man das selbst vielleicht kostengünstiger herstellen kann. So auch wir. Der eigentliche Anstoß jedoch, endlich konkret zu werden, ergab sich für uns aufgrund mangelnder Kontakte zu kommoden Quellen, als auch durch den Wunsch, sich nicht mehr an diese „Quellen“ – bei uns hier meist sehr junge, samydeluxetextende gangster – wenden zu müssen und die davon ausgehenden Unannehmlichkeiten, sowie Gefahren, zu vermeiden. Ein weiterer Grund, der für das Growen spricht, ist auf jeden Fall die Reinheit und Qualität des selbst angebauten Grases. Man weiß doch nie genau mit was das Haschisch (oder auch Gras), das man irgendwo kauft, gestreckt ist. Von einem Bekannten, der selbst Outdoorpflanzen zieht, erhielten wir die Internetadresse eines Samenversandes, wo wir eine Bestellliste anforderten.“

„Ist euch die Repressionsgefahr nicht zu gross, v.a. in einer Kleinstadt?“

„Gerade aufgrund der starken Repression und der tiefen Schwärze unserer bayerischen Kleinstadt ist das Risiko unserer Einschätzung nach nicht wesentlich grösser als beim Umgang mit Cannabis generell. Zur Verdeutlichung: Bei uns werden durch Polizisten bei Jugendlichen schon mal Mengen von 0,3 g „sichergestellt“; die Beamten sind sich für nichts zu schade. Natürlich muss man trotzdem ganz schön aufpassen und unbedingt vermeiden, in Bezug auf Licht oder bei der Auspflanzung bzw. Ernte von Outdoorpflanzen von Nachbarn oder irgendwelchen anderen Leuten beobachtet zu werden.“

„Wo und wie habt ihr euch erst mal informiert?“

„Bevor wir die Samen bekamen, haben wir uns aus der Stadtbibliothek und aus dem Internet haufenweise Informationen besorgt.“

„Fühlt ihr euch durch diverse Bücher, Homepages usw. gut beraten?“

„Weil bei wild gesammelten Informationen natürlich viele Aussagen und Tipps differieren und sich oft widersprechen, fährt man wohl am besten, wenn man versucht, die Gemeinsamkeiten herauszufiltern. Nervig ist allerdings an den unzähligen Homepages, dass sie meist nicht direkt das Growen durch Tipps unterstützen, sondern den Absatz von Zubehör, welches größtenteils zum Anbau nicht zwingend ist. Man muss sich halt ewig durchkämpfen, auch wenn man ziemlich bald nichts Neues mehr findet, wie zum Beispiel Informationen zu den Besonderheiten der einzelnen Sorten. Wir halten daher Bücher, in denen man beispielsweise auch mal ein Foto oder eine Abbildung zum Thema Beschneidung sieht, für effektiver. Am besten ist natürlich, Skuffy bringt netterweise ausgewählte Literatur mit.“

„Klappt alles bisher? Welche Probleme hattet ihr?“

„Bisher sind wir sehr zufrieden, Growen ist einfacher, als man denkt. Probleme hatten wir allerdings mit der Beleuchtung, da wir die ersten zwei Wochen irrtümlich mit Glühlampen für Pflanzen gearbeitet haben, die natürlich viel zu wenig Licht abgeben, was Spargeln verursachte (zu langer, dünner Wuchs aus Wunsch nach mehr Licht). Seit sie durch Leuchtstoffröhren (Rot- und Blaubereich) ersetzt sind, ist das Problem behoben. Wir denken, dass uns des weiteren outdoor Probleme durch Schädlinge bevorstehen. Besonders gegen Schnecken sollte man unbedingt Vorkehrungen treffen! Das wissen wir spätestens, seit unserer grössten Outdoorpflanze einige Blätter abgefressen wurden.“

„Macht das Growing Spaß?“

„Und wie!“

„Oder geht es nur ums Dope?“

„Mit der Zeit wandelt sich das Verhältnis zu Hanfpflanzen. Während es am Anfang eher aus Vorfreude auf das eigene Gras Spass macht, anzubauen, entwickelt sich über Wochen eine mitwachsende Zuneigung zu dem entstehenden, natürlichen Wunder.“

„Was gefällt euch am besten am Growing? Was nervt?“

„Es macht Freude, sich über das genaue Beobachten der Entwicklung in die Pflanzen hineinzufühlen und somit die Bedingungen immer weiter verbessern zu können. Es ist kaum vorstellbar, dass diese im Kuvert angekommenen, winzigen, harten, toten Bobberler durch Pflege heute blühende Lebewesen sind und morgen erweiternde Geschenke bringen. Auch darüber Buch zu führen macht Spass, ist aber nicht notwendig.
Nervend ist höchstens, dass man anfänglich die Pflanzen nicht über längere Zeit alleine lassen kann, z. B. in den Urlaub fahren, Freunde in Berlin besuchen, etc. Dafür gibt es aber auch Lösungen (Eingeweihte, die gießen, Urlaubsbewässerungsvorrichtungen). Am aller nervendsten ist mit zunehmender Zeit des Growens nur die Erkenntnis, dass ein so natürliches, umweltfreundliches Hobby gesetzlich zu unterbinden versucht wird.“

„Kann es sich jeder leisten, zu Growen?“

„Growen ist für jeden erschwinglich! Durch die Angebote der Headshops, die zwar optimal aber auch teuer sind, sollte sich niemand abschrecken lassen. Wer ein paar Stunden Zeit hat, kann vieles selbst herstellen. Unsere Anschaffungskosten belaufen sich für 30 Pflanzen, von denen wir die Hälfte weibliche vermuten und für alles drum und dran auf 300 ,- Euro. Aber auch eine teurere Ausstattung macht sich schon bei der Ernte weniger Pflanzen bezahlt. Outdoor anzupflanzen kann alternativ zum Vorziehen drinnen auch von vornherein draußen stattfinden, was Geschmackssache, auf jeden Fall aber am preisgünstigsten ist.“

„Würdet ihr sagen, Growen ist eine Kultur?“

„Kultur bezeichnet ja den Anbau von Pflanzen allgemein, also auch Hanf. Für uns ist Hanfanbau insbesondere ein natürliches, entspannendes Hobby, eher eine Art Kult, der täglich ausgeübt werden kann. Die Ausbreitung der entspannenden Philosophie, im häuslichen, familiären Bereich über eine schlechte Drogenpolitik hinweg sich selbst und andere mit duftenden Blüten zu beglücken, würden wir uns wünschen und können wir uns auch vorstellen. Wenn jeder Kiffer ein paar Pflanzen in seiner Stadt aussetzt, ist die Legalisierung nicht mehr aufzuhalten.“

„Was würdet ihr euch wünschen, wenn ihr euch in einem Growshop etwas aussuchen dürftet?“

„Die beste Vorraussetzung für eine effektive Blüte wäre natürlich eine Natriumhochdrucklampe, welche bestimmt zehn Leuchtstoffröhren ersetzen könnte, aber auch teurer ist.“

„Habt ihr noch einen besonderen Tipp für alle Neueinsteiger?“

„Man könnte natürlich alle einzelnen Punkte – Licht, Boden, Klima, Belüftung, Bewässerung usw. – aufzählen, aber, da für die Pflanzen ALLE Bedingungen zumindest erträglich erfüllt sein müssen, können wir nicht sagen, was insbesondere wichtig wäre, und wir daher Growern ans Herz legen wollen (ganz abgesehen davon, dass wir auch noch nicht so viel Erfahrung haben). Neueinsteigern, oder solchen, die es werden wollen, können wir nur den Tipp geben: Fangt noch heute an!! Growen lohnt sich in jedem Fall, auch wenn die erste Ernte etwas dürftig ausfällt.“
Das Interview führte Katrin
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