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growing
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Das Guerilla Growing präsentiert: Katrin entdeckt die Welt des Growing!
Die Aussaat
(pub. maerz 03)
Publiziert am: 06.03.03 - Medienformen: Medienform Text


Zum zweiten Mal berichte ich aus dem schönen Holland, wo ich mit dem Profigrower Nils das erste Mal mein Glück mit dem Growen versuche. Ihr dürft uns dabei begleiten und von uns lernen, na ja sagen wie lieber von Nils. Nachdem wir in der letzten Ausgabe die Grundlagen geklärt haben, kann es heute mit dem Säen weiter gehen.
Doch davor fasse ich noch mal kurz zusammen: Wir kennen nun die Haupthanfsorten Indica, Sativa und Ruderalis, auch grundlegende Unterschiede des Indoor- und Outdooranbaus haben wir geklärt. Wir haben uns für die Variante „draußen“ entschieden und in Nils Garten einen optimalen Platz gefunden. Auch die Samenwahl ist gefallen: Guerilla`s Gusto und Durban sollen uns im Herbst eine gute Ernte bescheren. Guerillas Gusto von Sensi Seeds wird euch im Sortenportrait noch mal näher vorgestellt. Aber nun geht`s weiter...

Die Samenwahl – Growerqual?

Heute gibt es über hundert Unternehmen, die mit Samen handeln. Diese sogenannten Samenbanken unterliegen keinerlei festen Regeln oder Standards. Ist ja klar. Schließlich befinden sich diese Unternehmen in einer Grauzone, sie sind in den meisten Ländern halb- bzw. ganz illegal. In Deutschland zum Beispiel sind Samenbanken völlig verboten, genauso wie der Besitz und der Anbau von Cannabis. So verhindern die meisten PolitikerInnen es, dass ein Grower unter Verbraucherschutz steht, super ne?! So sind die Risiken hoch, genauso wie die Preise. Es gibt sehr viele Samenanbieter im Internet, die sich zwar Samenbanken nennen, aber größtenteils nur Wiederverkäufer sind. Sie präsentieren auf ihren Seiten oder in ihren Katalogen nicht immer das, was sie letztendlich versenden. Immer häufiger müssen Samengroßhändler feststellen, dass Firmen angeblich ihre Produkte vertreiben, obwohl sie sie nie in Großmengen an jene vertrieben haben. Es liegt klar auf der Hand: es braucht eine Kontrollinstanz, die die schwarzen Schafe aus der Branche treibt. Solange die Politik aber die gesamte Samenindustrie zerstören will, wird es das nicht geben. Umso mehr sind die Händler in der Verantwortung, die Konsumenten vor den Betrügern zu schützen!
Man darf übrigens Züchter und Händler nicht verwechseln. Es gibt nur ca. 30 wirkliche Zuchtbetriebe. Sie kreieren und verkaufen neue Sorten an die Händler.
Also, seid auf der Hut und achtet auf eine seriöse Samenbank! Auf unserer Homepage gibt es dazu auch Tipps von anderen Growern.

Nun kann das Sähen aber beginnen. „Nicht so schnell“, meint da Nils zu mir. „Wir brauchen noch ein paar Hilfsmittel!“. Stimmt, was fehlt uns denn noch alles?

Die Guten ins Töpfchen

Um Samen aufzuziehen, braucht man was? Ja klar, ein geeignetes Gefäß dafür: „Dort müssen die Samen keimen und gut wachsen können. Und wieder gibt es da verschiedene Möglichkeiten“, erklärt mir Nils. Am praktischsten sind natürlich Gefäße, in denen Stecklinge Wurzeln schlagen können und anschließend vollständig mit diesem Topf in den endgültigen Topf bzw. Boden gesetzt werden können.
Hierfür sind geeignet:
Plastiktöpfchen:
Kleine Plastikbecher oder Töpfe reichen meist vollkommen aus. Sie sollten jedoch ein Mindestvolumen von 0,2 l haben. Das bringt den Vorteil nicht so schnell umtopfen zu müssen. Nils erklärt mir, dass dabei Löcher im Boden wichtig sind, damit das Wasser immer abfließen kann.
Torftöpfchen:
Diese speziellen Gefäße sind aus gepresstem Torfmull, durch den die Wurzeln der Sämlinge wachsen können. Die Torftöpfchen kann man beim Umtopfen einfach mit eingraben, was den Babies den Umpflanzschock erspart. Bevor nun wirklich gesät werden kann, werden die Töpfchen mit Stecklings-Anzuchterde, eine leicht gedüngte Blumenerde, gefüllt. Nils meint noch belehrend zu mir, „Spar niemals an der Erde. Ist ja schließlich die Grundbedingung für eine glückliche Pflanze.“ Also sollte sich ein Grower gleich die passende Erde im Growshop besorgen. No Mercy, eine holländische Samenbank, ist zum Beispiel letztes Jahr extra zum Himalaya gereist, um die dortige Erde untersuchen zu lassen, und hat mit den Erkenntnissen eine extra Anzuchterde entwickelt. Verrückte Welt, was?
Es gibt noch hydroponische Anzuchtmedien: das sind Wasser- und Nährstoffspeicher, die keine Erde benötigen. „Das ist aber nichts für heute! Ich erklär es später mal, ok?“, so wich Nils meinen ständigen Fragen aus.

Es geht los!
Jedes Töpfchen – nicht das Loch im Boden vergessen - wird mit Erde aufgefüllt und anschließend mit lauwarmen Wasser gut befeuchtet. Aber Vorsicht, keine Staunässe erzeugen! Mit dem Finger bohrt Nils eine ca. einen halben Zentimeter tiefe Kuhle. Der Sämling wird dort hineingelegt und mit Erde locker bedeckt. Die Temperatur des Gefäßes sollte bei durchschnittlich 21 Grad Celsius liegen, ideal um den Nährstoffwechsel in Gang zu bringen (hat man doch auch schon in Bio gelernt, oder?). Mindestens 10 und nicht über 30 Grad Celsius sind die Randwerte. „Sorge dafür, dass der Topf gut feucht bleibt. Am besten man besprüht die Erde jeden Tag mit einer Sprühflasche. Die Gefahr, dass der Sämling austrocknet ist in diesem Stadium am größten“, fügt Nils grinsend hinzu. Das Grinsen kann man wohl eher auf seine dritte Tüte des Tages als auf meine Fragen beziehen. Ach ja, Licht spielt in diesem Stadium, bis der Keimling draußen ist, übrigens keine Rolle für die Kleinen. Aber ein bisschen Frischluft ab und zu wird ihnen gut tun.

Vorkeimen – was für Special Grower
Einige Special Grower bevorzugen es, den Samen vorkeimen zu lassen, bevor sie ihn in den Topf setzen. Sie legen die Samen dann zwischen zwei zusammengeklappte Teller mit nasser Watte oder Papiertüchern und lassen sie bei einer Temperatur von durchschnittlich 21 Grad Celsius vorkeimen. Durch die Feuchtigkeit bricht der Samen schon nach einem bis zwei Tagen auf (auch hier Tücher immer feucht halten!) und die erste Wurzel drückt sich heraus. Der Samen ist zum Leben erweckt worden. Anschließend kann man sie in einen Topf pflanzen. Das geht etwas schneller und man kann sofort erkennen, welche Samen es bringen und welche nicht. Der Haken an der Sache: Die Gefahr ist groß, denn die Pflänzchen bzw. die feinen Wurzeln könnten leicht verunreinigt oder beschädigt werden. „Grower können es manchmal auch übertreiben!“, murmelt unser Holländer.

Der Samen keimt
Hat der Samen erst mal gekeimt und ist das Pflänzchen aus der Erde gewachsen, kommen schnell die ersten zarten Keimblätter zum Vorschein. Unter dem Einfluss von Licht kommt die Photosynthese in Gang und die Pflanze bekommt Hunger. In Töpfen mit Stecklingserde ist erst mal genug Nahrung vorhanden. Meist muss man erst nach dem ersten Umtopfen anfangen zu düngen. Anders ist das bei hydroponischen Anlagen: diese Pflanzenmedien sind alle inert, d.h. sie enthalten keine Nährstoffe, man muss schon nach 3 Tagen flüssigen Dünger hinzufügen. Jetzt kommen die Pflänzchen in eine neue Phase, wo man wirklich auf sie aufpassen muss. Aber dazu das nächste Mal mehr!

Eine Frage des Geschlechts
„Viele Deutsche denken immer, die in Holland produzierten Samen wären alle weiblich. Das ist ein Irrtum“, meint Nils. „Dazu müsste auf der Verpackung so`n Hinweis wie “100% weibliche Samen“ stehen,“ stellt er grinsend fest. Und auch bei denen gibt es viele Unterschiede und Ungewissheiten über die wirkliche Qualität und das Preis- Leistungsverhältnis. Die meisten Samen aus dem Versandhandel sind gemischt.
Erst wenn eine Pflanze blüht, lässt sich mit Sicherheit feststellen, ob eine Pflanze weiblich oder männlich ist.. Nur weibliche Pflanzen erzeugen den gewünschten Effekt beim Räuchern und Konsumieren. „Nur Geduld, das werden wir euch in den nächsten Ausgaben noch ausführlich erklären“, fällt mir Nils ins Wort. Ist ja schon gut...




Katrin Schmidberger
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