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Das Guerilla Growing Team präsentiert: Katrin entdeckt die Welt des Growing
Ab nach Draußen!
(pub. mai 2003)
Publiziert am: 07.05.03 - Medienformen: Medienform Text

hanfjournal mai03 artikel Das Guerilla Growing-Team präsentiert Katrin entdeckt die Welt des Growing -

Unsere Pflänzchen, die uns im Herbst eine fette Ernte bringen sollen, wachsen und gedeihen in einem schönen Garten in Holland. Doch wenn mensch nicht so einen Garten hat und die Gesetzeslage die Bedürfnisse der Kiffer nicht zulässt, hat man keine andere Wahl als sich ein schönes Örtchen in der Natur zu suchen. „Doch bevor wir uns ein schönes Örtchen suchen, müssen wir noch einige Vorbereitungen treffen. Schließlich lauern in der freien Natur viele Gefahren wie Sturm, Trockenheit, fremde Beobachter, Polizei oder Hanffresser“, meint Nils. „Wir müssen sie davor so gut wie möglich schützen, deshalb jetzt gut aufpassen.“ Ihr habt ihn gehört, lasst uns los legen...

Der optimale Platz

Bevor mensch die Pflanzen Mitte/Ende Mai nach Draußen pflanzen kann, müssen sie sich erst einmal an die freie Natur gewöhnen. Deshalb sollten sie vorher regelmäßig auf dem Balkon oder der Terrasse gewesen sein. Besonders gut tun ihnen ein paar laue Nächte draußen (nur keinen Frost!). So werden sie robuster und haben beim Auspflanzen weniger Stress. Wenn die Pflanze eine Höhe von circa 30 bis 50 cm erreicht, wird es Zeit, sie ins Freie zu entlassen. Aber wohin genau? Es gibt folgende Kriterien für einen guten Standort:
Ihr müsst vorsichtig sein, dass keine Leute an diesen Ort gelangen können, er sollte versteckt gelegen sein. Achtet dabei auch darauf, dass ihr keine Trampelpfade hinterlasst. Viele Guerilla Grower pflanzen ihre Babys verteilt auf mehreren Plätzen aus, damit sie weniger auffallen.. Es soll aber auch schon manche verplante Kiffer gegeben haben, die dann nicht mehr alle Pflanzen fanden, tja das ist dann weniger produktiv für die Ernte. Der Boden selbst sollte kein Waldboden sein, denn dieser ist oft zu sauer. Gut geeignet sind Bodenflächen, wo viele Brennnesseln oder andere schnell wachsende Grünpflanzen sprießen. Der Platz sollte nicht zu wenige Sonnenstunden pro Tag haben. Zu viel Sonne ist fast nicht möglich, man muss bloß den Mehrbedarf der Babys an Wasser bedenken! „Das alles ist nicht ganz einfach, aber mit der Auswahl des Platzes geht man den entscheidenden Schritt beim Outdoor-Grow. Deshalb solltet ihr auch genau Bescheid wissen“, merkt Nils mit dem grünen Daumen an. OK, ihr habt ihn gehört. Was einen guten Grow-Boden ausmacht, findet ihr deshalb ausführlich auf unserer Homepage (Rubrik growing: Guerilla Farming Juli 2002). Werft mal einen Blick drauf!

Eine Frage des Geschlechts

Bevor es für die Kleinen nun endlich nach draußen geht, müssen wir erst herausfinden, welche Pflanzen weiblich und somit entscheidend für den Rauschgenuss sind. Dafür hat man auch wieder verschiedene Möglichkeiten, die mehr oder weniger effektiv sind. Nils stellt sie euch schnell vor:
Zum einen kann man alle Pflanzen nach draußen setzen und einfach abwarten, welches Geschlecht die Pflanzen beim Blühen annehmen. Dazu muss man sie aber ganz genau beobachten und sobald die Geschlechter zu erkennen sind, muss man die Männchen entfernen. Die weit schnellere Methode ist diese: Man schneidet die Pflanze nachdem sie die 7. Nodie erreicht hat, kurz nach der 4. Nodie mit einem feinen Messer vorsichtig ab – Die Nodie ist der Knotenpunkt am Stamm/Ast, wo die Blätter raus kommen. Wie man einen Steckling richtig macht, könnt ihr auch online auf unserer Homepage nachlesen (Rubrik growing, Artikel August 2002). Die kleinen abgeschnittenen Stecklinge gebt ihr in einen kleinen Topf mit Stecklingserde oder in ein Wasserglas und versorgt sie wie herkömmliche Stecklinge auch. Sie brauchen täglich 12 Stunden Dunkelheit, damit sie nach circa 10 bis 14 Tagen die Blütephase erreichen. Der Clou dabei ist: Wenn der Steckling männlich ist, dann ist es seine Mutterpflanze auch. Und die kann man dann getrost alle in die „Tonne schmeißen“. Ganz wichtig bei dieser Methode ist: Die „Mütter“ und ihre Babies sind zu kennzeichnen bzw. zu nummerieren, damit man sie auch richtig zuordnen kann. „Diese Methode geht schnell und erspart euch viel Arbeit, weil man die Pflanzen vor dem Raussetzen trennen kann , also vor allem bei echtem Guerilla Growing absolut empfehlenswert, da man sonst oft viele Samen erntet! Und dann ist es rum mit Sinsemilla (= spanisch für „ohne Samen“)“, grinst der Grow-Profi.
Und wie erkenne ich ein Männchen und ein Weibchen?
Die ersten Blüten (m und w) entstehen an der Nodie, im oberen Winkel zwischen Stamm und Blattansatz. Ihr merkt sicher schon, die Nodie ist ein wichtiger Teil der Pflanze! Die männlichen Blüten sind kleine, längliche, grüne Kugeln (1-5mm groß), die an dünnen Stielen hängen. Wie kleine Laternen. Sie platzen nach einigen Tagen auf wie ein Regenschirm und der gelbe Pollen fällt heraus. Die einzelne weibliche Blüte (3-10mm groß) sieht eher aus wie ein grüner Tropfen, kelchförmig mit dickem Bauch im unteren Drittel. Die Blüte verjüngt nach oben hin. An der Spitze kommen ein oder mehrere weiße Härchen heraus, die „Stempel“. Die Blüten wachsen in dichten Trauben zu den uns allen bekannten „Kolben“ heran.

Ab ins Freie

Gut, nun setzen wir die weiblichen Hanfpflanzen endlich unter freien Himmel. Sie werden es nicht einfach haben, es lauern viele Gefahren. Ihr solltet darauf achten, die Pflanzen kurz vor ihrer Ruhephase hinauszusetzen, das vermindert den Schock. Wir graben im Garten des sympathischen Holländers in der frühen Abendsonne 10 mindestens 30 cm tiefe Löcher, ganz schön anstrengend. Dann setzen wir die Kleinen rein und füllen die Löcher mit ca. 40 Liter guter Erde auf. Verwendet keine Anzuchterde, besser geeignet ist Erde mit vielen biologischen Düngerstoffen wie Wurm-, Vogel-, Fledermaus- oder Pinguinkot. Ja, ihr habt richtig gelesen, Pinguinkot, die Grow-Welt ist doch ganz schön verrückt. Nils verwendet den All-Mix von BioBizz, „einem der führenden holländischen biologischen Erd- und Düngerproduzenten. Welche Marke man kauft ist egal, aber kauft bitte keinen Billigscheiß!“, predigt Nils zum wasweissichwievielten Mal. Und es gibt es da viele gute Zusatzstoffe, mit denen man seine Kleinen verwöhnen kann.


Gefährliche Hanfliebhaber

Unsere geliebten Hanfpflänzchen haben ganz bestimmte Fans, die ihnen aber gefährlich werden: Spinnmilben, Blattläuse und andere kleine Tierchen fressen sich gerne daran satt und wollen uns die Ernte vermiesen. Gesunde Pflanzen wachsen und blühen ausgezeichnet und haben eine tiefgrüne glänzende Farbe. Es fällt darum schnell auf, wenn eine Pflanze das weniger gut tut. Zeichen von Krankheit und Befall sind: Die Blätter sind ungewöhnlich groß, unförmig oder verfärben sich. Auf Flecken oder Tierchen auf und vor allem an der UNTERSEITE der Blätter sollten alle Grower jeden Tag achten!
Wenn ihr feststellt, euren Pflanzen geht es nicht gut, müsst ihr schnell richtig handeln, um ihnen helfen zu können. Die richtige Diagnose ist unentbehrlich, deshalb sollten sich Anfänger im Zweifelsfall an vertrauenswürdige Profis wenden, um Enttäuschungen zu vermeiden. Abhängig davon, wie die Krankheit sich ausbreitet, sollte man die Pflanze isolieren oder alle Pflanzen behandeln.
Man sollte es zuerst mit einem natürlichen Insektizid versuchen. Dieses lässt sich ganz einfach herstellen: Ein Esslöffel Schmierseife wird mit 100 Milliliter Spiritus in einem Liter Wasser aufgelöst. Dazu gibt man nun ein paar Zigaretten, eine geschnittene Zwiebel, Knoblauchsaft und ein paar Löffel Buttermilch. Nachdem die Mischung geschüttelt ist, wird sie noch kurz aufgekocht und gekühlt auf die Pflanzen verteilt. Es gibt auch biologische Spritz- sowie vorbeugend wirkende Mittel zu kaufen, wie z.B. Neem-Öl, die gegen Schimmel und/oder gefräßige Insekten einsetzbar sind. Ihr findet sie im Fachhandel um die Ecke oder noch besser im Growshop eures Vertrauens. Nils benutzt das Neem-Öl vorbeugend von Anfang an immer wieder mal: „Aktion ist besser als Reaktion“, ist Nils` Bauernweisheit des Tages.
Hilft das Alles nicht, können natürliche Fressfeinde eingesetzt werden. Diese verschwinden nach verrichteter Arbeit wieder von selbst. Man muss aber auf die jeweiligen klimatischen Rahmenbedingungen achten, damit es den Helfern auch gut geht und sie sich vermehren! Die Raubmilbe hilft gegen Spinnmilben, die Schlupfwespe ist gegen Weiße Fliegen einsetzbar, Nematoden machen Trauermückenlarven den Garaus und die Gallmücke sowie der Marienkäfer vernaschen gerne Blattläuse..
Der letzte Weg, nervende Insekten oder Krankheiten wieder loszuwerden, ist der Griff zu chemischen Spritzmitteln. Im Gartencenter gibt es die – je nach Krankheit – passenden Mittel, die auch im Gemüsegarten eingesetzt werden dürfen.
So ein Spritzmittel sollte man aber nur im Notfall benutzen und auf gar keinen Fall kurz vor der Erntezeit verwenden! Nach einigen Tagen muss man unbedingt alle Pflanzen mit Wasser säubern, denn sonst könnten Spritzmittelreste die Poren der Pflanze verstopfen. Nils benutzt „solches Zeugs nie, da würde ich lieber auf die Ernte verzichten, aber ich hatte auch noch nie 100% Ausfall durch Schädlinge! Vorbeugen ist eben besser als Nachbeugen!“ ist seine zweite Bauernweisheit des Tages.

Die fiesesten Insekten und Feinde unserer Pflänzchen, aber auch deren Bekämpfung werden wir euch in der nächsten Ausgabe vorstellen. Außerdem werden wir ein paar Growern bei ihren ersten Zuchtversuchen über die Schulter schauen und prüfen, ob sie in den vergangenen Ausgaben aufgepasst haben.

Wir wünschen euch einen grünen Daumen!
eurer gurillia growing team
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