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growing
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Wenn das die Nachbarn wüssten!
Zwei Guerilla Grower berichten von ihren ersten Erfahrungen
(Pub. September 2003)
Publiziert am: 02.09.03 - Medienformen: Medienform Text

hanfjournal september03 artikel Wenn das die Nachbarn wüssten!

Zwei Grower aus einer süddeutschen Kleinstadt - wir berichteten bereits im Juni über sie - schildern euch hier ihre Erfahrungen als Grower, die sich zum ersten Mal ins kalte Nass des Hanfanbaus gewagt haben.

„Anbauen lohnt sich!“ stellen zwei bekiffte Pseudowissenschaftler der Botanik
fest.

Wie viele andere sicherlich auch hat es uns ziemlich genervt für total überzogene Preise Marihuana von minderer Qualität oder mit sämtlichem Gift wie Schuhcreme oder Teer gestrecktes Haschisch zu kaufen; noch dazu von meist viel zu breiten, viel zu jungen Dealern, die immer auf sich warten lassen und sowieso nur auf schnelles Geld aus sind um ihre eigene Abhängigkeit von härteren Drogen zu finanzieren. Die Idee anzubauen kam uns zwar schon früher, aber erst im April dieses Jahres fingen wir damit an. Natürlich war uns dabei nicht nur das „Endprodukt Gras“ wichtig; vielmehr ging es uns beim Growen um die Erfahrung einmal den Prozess des langsamen Heranwachsens sowohl der ganzen Pflanze als auch speziell der weiblichen Blüten beobachten und mitverfolgen zu können. Allerdings ist einem das Risiko erwischt zu werden durchaus weitgehend bewusst, besonders jetzt, da die Outdoor-Pflanzen (Sorte: für indoor Masterkush und für draußen Early Girl) eine Höhe von mindestens 1,80 Meter erreicht haben und die Polizei in letzter Zeit wieder einige Grower hochgenommen hat. Aber mit der Angst werden wir wohl leben müssen, jedenfalls so lange bis die Regierung mal was tut!
Da wir ja „Anfänger“ sind, haben wir uns auch schon darauf eingestellt, ständig irgendwelche Probleme beim Anbau zu haben. Mussten wir doch ständig von unseren Freunden solche motivierenden Aussagen wie „Beim ersten Mal schafft man das bis zur Ernte sowieso nicht!“ dankend zur Kenntnis nehmen. Umso mehr freut es uns heute, diesen Leute unsere erste Ernte unter die Nase zu halten! Aber zurück zu den Problemen, kleine bis größere gab es ja immer wieder mal: anfangs spargelten die Kleinen etwas, was wir jedoch mit einer verbesserten Beleuchtungsanlage in den Griff bekamen; ein anderes Mal fielen Schnecken über unsere damals gerade ausgesetzten Pflänzchen her, was wir mit etwas Schneckenkorn leicht verhindern konnten; auch von Läusen blieben sie leider nicht verschont, die wir jedoch nach und nach mit einem aus Chrysanthemen gewonnenen Pestizid wieder loswurden.
Als das größte Problem stellte sich die UV-Strahlungsempfindlichkeit auf unsere Pflanzen heraus. Denn da wir unseren Growroom aus Sicherheitsgründen räumen mussten, blieb uns nichts anderes übrig, als die Indoor-Pflanzen ins Freie zu setzen. Doch wohin nur? Aufs freie Feld? In den Wald? Rettung brachten unsere Eltern: denn stellt euch vor, sie ließen uns wirklich in ihrem Garten weiter machen, obwohl sie nicht gerade zu den Eltern zählen, die auch gerne mal ne Tüte rauchen. Nachdem das Problem gelöst war, standen wir schon vor dem nächsten: Als die Pflanzen nach erstem längeren Kontakt mit Sonnenlicht (kürzere Ausflüge auf den Balkon hatte es schon gegeben!) mit starkem „Sonnenbrand“ reagierten, mussten wir unsere Pflanzen deshalb anfänglich mit einem großen Regenschirm vor zu starker Sonneneinstrahlung schützen und sie langsam Schritt für Schritt an das natürliche Licht gewöhnen, was zwar zeitaufwendig war, uns erfreulicherweise aber sogar gelang.
Kopfschmerzen bereitete uns auch die Frage der richtigen Düngung; zeitweise vergilbten immer wieder Blätter der Pflanze und starben ab, wobei wir uns meist nicht sicher waren, ob es sich dabei um einen Nährstoffüberschuss oder einen -mangel handelte. Doch egal welche
Schwierigkeiten sich uns auch stellten: im Notfall gab es im Forum der „Hanf Journal“-Website immer ein offenes Ohr und gute Ratschläge für uns. Dafür noch einmal Danke!!!
Über das Geschlechterverhältnis unserer beiden „Outdoor“-Sorten lässt sich bis zum jetzigen Zeitpunkt leider noch nichts sagen, da die Blüte noch auf sich warten lässt. Zwar hatten wir schon Mitte Juni mit Hilfe eines Blühtests (Stecklinge 12 Stunden dunkel/12 Stunden beleuchtet!) versucht, die Geschlechter unserer Pflänzchen zu bestimmen, doch die dazu benötigten Stecklinge gingen uns trotz Wurzellösung innerhalb weniger Tage ein, weshalb wir uns bei der Geschlechtsbestimmung bis zu Blüte gedulden mussten (bei manchen Pflanzen ja immer noch gedulden müssen!). Tja, manchmal ist weniger doch mehr, und den Fehler Stecklinge zu düngen machen wir nicht noch einmal. Wir werden es beim nächsten Mal bestimmt schaffen! Bei unserer Indoor-Sorte Masterkush entpuppte sich nur eine der fünf Pflanzen als weiblich; ausgerechnet die „Gebrechlichste“, die aber heute in voller Blüte und somit kurz vor der Ernte steht.
Zugegeben, wir konnten dem Geruch nicht mehr widerstehen und haben unser selbstgezogenes Gras schon einmal getestet, was uns letztendlich definitiv vom Anbauen überzeugt hat! Das Qualitätsurteil eines Freundes (acht Stunden nach der „Grasprobe“) lautete: „Könnt’s echt stolz drauf sein; is erste Sahne, find ich!“ Was will man mehr?


Zwei glückliche Grower
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