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Guerilla Growing Teil 8
Ernten oder nicht ernten – wann ist es endlich soweit?
(Pub. September 2003)
Publiziert am: 02.09.03 - Medienformen: Medienform Text

hanfjournal september03 artikel Das Guerilla Growing-Team präsentiert: Katrin entdeckt die Welt des Growing -

Tja, eigentlich hatten wir gedacht, wir könnten heute schon ernten. Aber da die Lichtverhältnisse hier auf dem holländischen Balkon wohl nicht ganz mitspielen, sind unsere Pflanzen noch nicht so weit. Es gibt wohl nachts zuviel Störlicht durch Laternen oder Zimmerbeleuchtung, was die Blütenbildung hemmt. Wir wollen heute deshalb mal Bilanz ziehen, wie sich mein Lehrer und Grow-Profi Nils und ich – eine totale Anfängerin – geschlagen haben. Denn Fehler muss man dazu nutzen, um es das nächste Mal besser zu machen.

Wir haben vor ca. sechs Monaten mit dem Anbauen begonnen und sollten jetzt bereits bei der Ernte angekommen sein. Aber uns wurden zweimal die Pflanzen gestohlen und wir mussten am 20. Mai noch mal ganz von vorne beginnen und die Samen nochmals in die Erde drücken.
Leider können wir deshalb noch nicht mit der Ernte beginnen und müssen uns noch weiter gedulden. „Das ist zwar schade und nervig, aber noch kein Beinbruch. Da wir jetzt ja nur noch Topfpflanzen auf dem regengeschützten Balkon haben, sind wir nicht mehr so vom Wetter abhängig, und bei ganz schlechtem Licht kann ich die Pflanzen die letzten Wochen auch drinnen fertig blühen lassen.. Also keine Sorge!“ beruhigt mich Nils. Bei einer späteren Blüte muss man outdoor sehr auf die Schimmelgefahr achten, da es wieder häufiger regnet und auch kälter wird.

Wir machen nun eine kleine Bestandsaufnahme für euch: Die Pflanzen sind leider immer noch im Wachstum, es ist noch keine Blüte zu finden. Naja, ein paar kleine Ansätze blitzen schon heraus, aber sie scheinen sich bis jetzt noch nicht richtig zwischen Wuchs und Blüte entschieden zu haben. Von den 14 Pflanzen ist bis jetzt nur eine männliche dabeigewesen, also echt Schwein gehabt!
Unser schönstes Gewächs ist nun ca. 1,4/1,5 Meter hoch gewachsen (ohne Topf). Wie ihr auf Bild 1 seht, ist das Wunderwerk der Natur schön buschig geformt wie ein Christbaum. Eines wundert Nils aber: Obwohl Sensi Seeds die Guerillas Gusto als reine Indica bezeichnet, lässt die Blattform mit relativ dünnen, langen Blattfingern eher auf eine Sativa-lastige Kreuzung schließen. Und diese Blattform ist bei allen 14 Pflanzen aufgetreten. Wäre es nur bei einer aufgetreten, wäre dies ein Zeichen für eine schlechte Züchtung, die keine stabilen Samen mit gleichen Eigenschaften hervorbringt. Im Umkehrschluss heißt das natürlich auch, das es sich bei unseren Guerillas Gusto um eine gute Züchtung handelt, bloß nicht mit den erwarteten und für Indica typischen Blattformen. Lassen wir uns also vom weiteren Verlauf und vor allem hoffentlich irgendwann auch mal vom Ergebnis überraschen.

Pleiten, Pech und Pannen

Da ja noch nie ein Grow-Meister oder gleich Gras vom Himmel gefallen ist, müssen wir immer wieder an unseren Fehlern arbeiten, damit es unseren Kleinen immer besser geht. Es kann jede Menge schief gehen. Wir beschreiben euch einige Gefahren und Fallen. Nils hat dafür extra einige der Babies schlecht behandelt, was ihm scheinbar wirklich schwer gefallen ist: „Hoffentlich bringt es den vielen Anfängern was, dann hat sich das Opfer wenigstens gelohnt . . .“, sagt er und streicht liebevoll über die Blätter der vertrockneten Pflanze.
Dass eine Pflanze vertrocknet ist erkennt man, wenn sich Topf und Erde voneinander lösen (Bild 2). Nils hat das mal fotografiert, meinte aber, eigentlich sollte man es nie so weit kommen lassen, das schadet den Wurzeln ganz schön. Ein weiteres Anzeichen sind natürlich vertrocknete Blätter. Bei der Mangelbehebung müsst ihr aber darauf achten, nicht zuviel zu gießen, sonst ertrinken sie. Vor allem wenn sie schon sehr trocken sind, denn dann sind die Wurzeln noch empfindlicher! Trockenen Pflanzen auch nie direkt düngen, immer zuerst mit Wasser die Erde wieder feucht machen und beim zweiten Gießen erst wieder düngen.
Das offensichtlichste Anzeichen für Unterdüngung sind gelbe und braune (Haupt-)Blätter, die am unteren Teil der Pflanze entstehen, da die Pflanze dann – um weiterwachsen zu können – ihre Nährstoffe von unten nach oben verlagert (Bild 3). Auch hier den Dünger vorsichtig dosieren, zuviel ist nämlich schlimmer als zu wenig!
Wenn ihr der Pflanze zu wenig Raum zum Wurzeln gelassen habt, kann sich die Pflanze nicht richtig entfalten und wächst nicht in die Breite, sondern nur in die Höhe (Bild 4). Genau das Gleiche passiert auch, wenn die Pflanzen zu dicht nebeneinander stehen. Meist wächst dann auch nur ein Haupttrieb und kaum bzw. gar keine Seitentriebe. Die Größe der Wurzeln und der Platz, der ihnen gegeben wird, sind entscheidend für die oberirdische Entwicklung der Pflanze. Also denkt dran, immer rechtzeitig umtopfen (dann, wenn die Pflanze den Topf durchwurzelt hat und an den Seiten sowie unten viele Wurzeln erscheinen) und nicht an der Topfgröße sparen!!
Ein weiteres Übel sind oft Haustiere, die eure Pflänzlein auch gerne vernaschen. Oft haben sie es zwar nicht auf einen Rausch abgesehen, sondern eher auf die leckeren Blätter und Stängel, trotzdem kann es eure Ernte arg verkleinern! Bei Nils haben die kleinen süßen Meersäue übrigens ein paar Tage nach meinem Besuch eine der Pflanzen komplett gefällt – da waren es nur noch zwölf.


Und was machen wir jetzt? Gibt es noch irgendwelche Tricks und Tipps für unsere Pflanzen? Nils und ich versorgen sie noch mit etwas Wuchsdünger aus dem Grow-Shop. Den bekommen sie natürlich regelmäßig, seit sie die ersten Unterdüngungszeichen zeigten.. Wenn die Kleinen die Blütephase erreicht haben, werden wir ihnen nur noch Blütedünger verabreichen. Und das war’s dann, oder was? „Jetzt können wir nicht mehr sehr viel tun. Klar kann man immer mit vielen Mittelchen nachhelfen, aber das ist eigentlich ein anderes Kapitel für sich. An sich heißt es jetzt abwarten und Tee trinken.“, antwortet der Holländer gelassen, „Das Einzige, was du noch tun kannst, ist die Kleinen jeden Tag genau zu untersuchen, damit jetzt nichts mehr schief geht. Ganz wichtig, immer auf die Blattform, -farbe und -struktur achten. Die geben euch schnell Aufschluss über Schädlinge oder Nährstoffprobleme. Genauso wie auf die Entwicklung der Blüten, das sollte ja spätestens jetzt bei allen Outdoor-Growern entschieden sein. Ein Männchen oder auch nur ein Zwitter kann euch ruck-zuck die ganze Ernte versamen. Ansonsten müssen wir Mutter Natur einfach machen lassen!“ Und wenn ihr noch Fragen oder Anregungen habt, dann nichts wie rein in unser Online-Forum auf www.hanfjournal.de...


Dann bis zum nächsten Mal. Passt auf euch auf und bleibt grün!



Euer Guerilla Growing-Team
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