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growing
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Die Geschichte des "Indoor growing"
Publiziert am: 13.04.04 - Medienformen: Medienform Text

 


Das Prinzip, Hanf in geschlossenen Räumen unter Kunstlicht anzupflanzen, hat seine Wurzeln in den frühen 70ern. Es begann in Seattle, der Gegend von Washington und British Columbia (Kanada). Die sonnenhungrigen „Seatteliten“ und Kanadier benutzten zuerst Neonröhren. In den späten Siebzigern begannen sie Quecksilber-Dampf-Lampen (HQI) und Natrium-Dampf-Lampen (NDL) zu nutzen. Die Marijuana-Sorten, die damals entwickelt wurden, „Northern Lights“, „Big Bud“ und verschiedene Sorten Skunk, alles Indica-/Sativa-Kreuzungen, gediehen sehr gut unter Kunstlicht. Das Kunstlicht hatte anfangs einen sehr schlechten Ruf, da Outdoor-Grower behaupteten, die Indoor-Blüten würden nicht high machen. Später hieß es nur noch, sie würden nicht ganz so high machen. Heutzutage fordern Gras-Kenner spezielle Indoor-Sorten.


Die frühe Technologie


Den Growern aus Seattle ging bald ein Licht auf. Die 40 Watt-Neonröhren wichen den 1.000 Watt HQIs und NDLs. Quecksilber-Dampf-, und Natrium-Dampf-Lampen, die in den frühen Siebzigern entwickelt wurden, begründeten einen neuen Boom in der Indoor-Marihuana-Zucht. Frühe Züchter haben einfach eine HQI aufgehängt, etwas Dreck in Töpfe geschmissen und Samen gepflanzt. Einige der Indoor-Pioniere erhielten auf diese Weise erstaunliche Ernten. Einer, den ich damals interviewt habe, erntete regelmäßig 1,25 Kilo Blüten unter einer einzigen 1.000 Watt-HQI, die einen Garten beschien, der aus 19 Liter-Töpfen voller Pflanzen auf Pilz-Kompost bestand. Er begann mit dem Klonen/Stecklinge schneiden, der größten Innovation seit der Natrium-Dampf-Lampe, ließ die Klone einen Monat lang wachsen, versetzte sie in größere Töpfe und schickte sie in die Blüte. Ein ineffizienter China-Hut-Reflektorbedeckte die vertikal hängende HQI und sein einziges Messinstrument war ein Thermometer!



Holland - Amsterdam


Die Holländer begannen in den späten Sechzigern Hasch in Coffee Shops zu verkaufen. Mellow Yellow, Happy Family, Russland und der Bull Dog waren unter den Ersten. Mitte der Siebziger war eine komplette Industrie am Rauchen. Im Laufe der Achtziger hatten ganze Legionen von Growern und Züchtern aus Amerika und Australien Stress mit dem Gesetz. Diese „Pot-Pioniere“ versammelten sich in den Niederlanden, viele leben immer noch in oder in der Nähe von Amsterdam. Diese gerissenen Experten brachten ihren gesamten Samenbestand mit nach Amsterdam. Die Synergien, die diese Handvoll Züchter, unterstützt von der liberalen holländischen Cannabis-Gesetzgebung, entwickelten, machte Amsterdam zur Cannabis-Hauptstadt der Welt. Plötzlich waren alle notwendigen Variablen in einem Platz vereint: Das Verlangen, das Wissen, das Klima, gute Gesetze und letztendlich: gute Samen!


Die besten Züchter der Welt und der Niederlande brachten viele Qualitäts-Hybrid-Samen heraus. Die Seed Bank, Lowland Seeds, and SSSC Seed Club waren mit die ersten holländischen Firmen, die weltweit bekannt wurden. Ab dann mussten die holländischen Samenfirmen ihre Samen aufgrund einer Gesetzesänderung illegal produzieren. Sie dürfen die Samen zwar immer noch verkaufen, müssen sie aber, wenn es nach dem Gesetz geht, außerhalb der Niederlande herstellen.



 
Foto: Jorge Cervantes


BC, Kanada Marc Emery


Marc Emery kam aus dem Westen von London in Ontario, Canada, um 1994 zum „Prince of Pot“ gekrönt zu werden. Er wurde zum Chefanwalt des Marijuana in Vancouver, BC. Emery realisierte, dass die liberalen Gesetze und toleranten Einstellungen in Vancouver und dem umgebenden „Lower Mainland“ den „Toleranztests“ ewig widerstehen würden. Vancouver, BC, wurde schnell Heimat zahlreicher Samenbanken. Marc Emery „Seeds Direct“ verkauft ein breites Spektrum von Marijuana-Samen über das Cannabis Culture-Magazin.


Zahlreiche Grower zogen nach Kanada um der drakonischen Marijuana-Gesetzgebung in den USA zu entfliehen. Kanadische Grower sind supersmart, sehr fortschrittlich und gut ausgerüstet. Viele von ihnen ernten bei einer 1000 Watt-HQI-Lampe ungefähr ein halbes Gramm monatlich pro Watt . Das bedeutet, dass ungefähr 0,5 Kilogramm pro 1.000 Watt Licht pro Monat geerntet werden können. British Columbia teilt mit dem Nordwesten der USA auch die sehr geringen Kosten für Elektrizität. Hier zahlt man weniger als 0,05 Euro pro Kilowattstunde, das ist die Hälfte bis ein Drittel der Kosten in Kalifornien. Grower in BC investieren circa 20 Dollar in Elektrizität, um ein Pfund manikürter Buds zu erhalten.


Europäische Einflüsse – Schweiz/Spanien/Großbritannien


In den späten 90ern, noch vor der Gesetzesattacke 2002 bis 2003, kultivierten Schweizer Grower ganz legal große Mengen Marijuana. In der Schweiz gab es schon immer Grower, aber sie verhielten sich immer ruhig. Sie läuteten eine neue Zeit ein, als sie begannen, große Felder voll Gras öffentlich anzubauen. Sie züchten indoor, outdoor und in Gewächshäusern. Die Schweizer dürfen sich glücklich schätzen, denn sie können Samen und Stecklinge im ganz normalen Gartenfachgeschäften kaufen. Die geschäftigen Schweizer sind unglaubliche Grower! Sie tun alles um ihre Indoor- und Outdoor-Marijuana-Produktion zu maximieren. Einige große Hanf-Höfe bauen ganz legal hektarweise erstklassige Buds an. Dieses hochwertige Gras wird in „Duftsäckchen“ oder „Kopfschmerzkissen“ verpackt und als Gesundheitsstütze verkauft. Die Schweizer hielten ihren ersten Cannabis-Cup auf der CannaTrade im Jahr 1999 ab.


Die Schweizer decken ganze Grasfelder mit schwarzen Plastikplanen ab um zwölf Stunden Nacht zu simulieren. Jeden Tag zieht eine Crew große Planen über die Gewächse um das Gras zum Blühen zu bringen. Das herbe Inland und das Gebirgsklima machen es sogar zu einem Muss, die Pflanzen durch Abdecken zur Blüte zu bringen.


Spanien hat eine der am schnellsten wachsenden Grower-Bewegungen in Europa. Spanische Pflanzen aalen sich öffentlich im Sonnenschein der Iberischen Halbinsel. In vielen Gegenden wachsen die Pflanzen das ganze Jahr lang. Der Genpool entwickelte sich anders als in Holland, denn er enthält viele südamerikanische und afrikanische Sorten. Die Indoor-Kultur in Spanien entwickelt sich erst, verspricht aber in den nächsten Jahren stärker zu werden.


Österreicher, Deutsche und Schweizer werden von mehr als 200 Läden mit Indoor-Growing-Zubehör beliefert. Die Deutschen haben das Recht Samen zu verkaufen im Februar 1998 verloren. In Großbritannien sind Samen hingegen legal und das Indoor-Growing startete vor ungefähr fünf Jahren. Die Briten sind erstklassige Gärtner. “Weed World“ und „Redeye Express“ sind zwei Marijuana-Magazine von den Britischen Inseln. Die dortige Grow-Szene hört nicht auf rapide zu expandieren. In Frankreich ist Marijuana immer noch sehr illegal, obwohl hin und wieder Vorstöße gewagt werden.


Australien – Neu Seeland


Es gibt mehr als 100 Läden für Hydroponik-Indoor-Zubehör in Australien. Insgesamt ist das fast das Dreifache der Zahl an Läden, die Amerika und Kanada gemeinsam haben. Und nun vergleich mal die Einwohnerzahlen: weniger als 20 Millionen bevölkern Australien und mehr als 300 Millionen bevölkern Kanada und die USA. Die Australier produzieren ebenfalls sehr gutes Gras. Sie haben alle Genetik, die auch in Holland und Kanada erhältlich ist. Jahrelang haben sie mit das beste Weed der Welt gezüchtet. Mehrere Regionen rühmen sich eines perfekten Outdoor-Zucht-Klimas, aber es wird von der zu 85 Prozent städtischen Bevölkerung nur wenig Outdoor angebaut. Und mindestens ein Coffee Shop verkauft in Sydney Gras öffentlich über den Tresen.

 
Foto: Jorge Cervantes


Technologische Errungenschaften


Erfinderische Grower sind seit den frühen Indoor-Tagen einen weiten Weg gegangen. Smarte Grower benutzen die 600 Watt NDL, da sie Watt für Watt sieben Prozent heller scheint als die 1000 Watt-Birne. Die neuesten Leuchtmittel werden in PAR-Watt gemessen. Das PAR-System misst nur das Licht, das die Pflanze wirklich benutzt. Inzwischen ist eine komplett neue Familie von PAR-Lampen am Start.


Neue Reflektoren versprechen den Growern 40 Prozent mehr Licht. Der „Grow-Wing“, der PL Octagonal „M“ und Ablights „Adjust’a’Wing” toppen die Liste als die effizientesten für die meisten Grow-Räume.


Ozon-Generatoren sind des Growers Sicherheitsnetz. Hanfiger Geruch zieht nämlich Polizei und Diebe an. Ozon-Generatoren machen Schluss mit sämtlichen Gerüchen, wenn sie korrekt eingesetzt werden. Dazu muss die aus dem Grow-Raum abgesaugte Luft bis zu einer Minute in einer Behandlungskammer verweilen.


Computerunterstützte Grow-Hilfen erhöhen die Gewinne um circa 10 Prozent. Green Air’s Grow-Raum-kontrollierender Computer (GHC-3) wurde für kleine Gewächshäuser gemacht. Dies ist eine der ersten computerkontrollierten Einheiten, die mit Microsoft Windows läuft.


Ein spezielles Gel für Klone klebt an dem beschnittenen Stängel und macht es möglich zu fast 100 Prozent wurzelnde Klone zu erhalten.


Europäer sehen den Krieg gegen die Drogen oft als einen Krieg gegen die amerikanische Bevölkerung. Viele vergleichen ihn mit den internen Kriegen der Bevölkerung der Dritten Welt. Sie sehen wenig Unterschiede. Bürger gehen für persönliche und politische Freiheiten in den Knast und eine faschistische Regierung bleibt an der Macht.


Vor dreißig Jahren, als der Krieg gegen die Drogen begann, ernteten die Grower ein bis fünf Pfund Outdoor-Pflanzen und verkauften das Pfund manikürter Blüten für 1.000 Dollar. Heute ernten sie zehn bis 40 Pflanzen pro Lampe, 50 bis 300 Gramm pro Pflanzen, fünfmal pro Jahr und verkaufen sie für 5.000 Dollar das Pfund. Wer also gewinnt den Krieg gegen die Drogen?







Jorge Cervantes


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