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growing
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Growing Special
Entscheidung Indoor / Outdoor
Publiziert am: 13.04.04 - Medienformen: Medienform Text

 


Vor jedem Grow stellt sich für den Züchter eine Frage: „Soll ich lieber drinnen oder draußen anbauen?“ Beide Varianten haben ihre Vor- und Nachteile. Wer absolut keine Möglichkeit sieht in seiner Wohnung oder seinem Haus anzubauen, ist wohl zum Outdoor Growing gezwungen.


Anbau in der freien Natur (Outdoor)


Der Anbau in der freien Natur bietet den Vorteil, das relativ wenig Pflege- und Materialaufwand entstehen, weil die Natur Beleuchtung, Klima sowie Wasser- und Nährstoffversorgung von selbst regelt. Vor allem wird kein Strom benötigt. Jeder angehende Gärtner muss nur noch einen geeigneten Standort für seine kleinen Babies auswählen, welcher fruchtbaren Boden und viel Sonnenbestrahlung bieten sollte. Wer an einem Südhang wohnt, hat da einen großen Vorteil. Alle Grower achten dabei auch darauf, dass der Standort nicht zu leicht entdeckt werden kann. Einige asoziale Leute haben es sich nämlich zum Hobby gemacht Plantagen zu suchen und leer zu klauen. Auch die Polizei hält nach möglichen Plantagen Ausschau und selbst an abgelegenen Stellen schaut mal ein Förster vorbei. Zumindest kann die Pflanzung nicht zugeordnet werden, aber clevere Ordnungshüter legen sich unter Umständen wochenlang auf die Lauer und schauen wer vorbeikommt. Wurde ein geeigneter Standort gefunden – Nils aus Holland gab uns mal folgenden Tipp: „Am besten mehrere kleine Plantagen anlegen, dann kommen bestimmt welche durch!“ – muss eventuell der Boden noch vorbereitet werden.

Der Vorteil, die natürlichen Klima- und Wetterbedingungen nutzen zu können, hat gleichzeitig auch den Nachteil von ihnen abhängig zu sein, da sie nicht beeinflusst werden können. Somit ist lediglich eine Saison pro Jahr möglich und in schlechten Sommern fallen die Erträge eher mager aus, zumal die Schimmelgefahr wegen der höheren Luftfeuchte steigt. Dafür sind in guten Sommern Spitzenerträge möglich, die beim Anbau im Haus wohl unerreichbar bleiben. Schließlich gibt es keine Einschränkungen in der Größe. Daher von Anfang an weiträumig planen.

Neben menschlichen „Schädlingen“ gibt es auch viele Tiere, die sich von unseren Mädels angezogen fühlen. Insekten können vor allem im Wachstum und den ersten Wochen der Blüte gefährlich werden. Die Blüten werden von ihnen in Ruhe gelassen. Da sich in der Natur aber auch viele natürliche Gegenspieler der Insekten befinden, wird ein Befall nur selten schädlich Ausmaße annehmen. Wildfraß ist für die meisten Grower das größere Problem, da auch ein Nagetier erstaunlich viel vertilgen kann. Durch Großwild könnten die Pflanzen beim Vorbeilaufen abgeknickt oder niedergetrampelt werden, obwohl ich nicht glaube, dass sie sich so einen Leckerbissen entgehen lassen würden. Dafür braucht man sich keine Gedanken um Unkraut machen, denn die Pflanzen beschatten den Boden schon nach kurzer Zeit so sehr, dass Unkraut erst gar keine Chance hat. Auch Wetterschäden durch Hagel, Sturm, Blitzschlag oder Frost sind möglich.

Falls starke Mangelerscheinungen auftreten, muss mit Flüssigdünger nachgedüngt werden und an besonders heißen Sommertagen muss vielleicht gegossen werden um die Pflanzen vor dem Austrocknen zu bewahren.

Damit sie nicht schon als Sämlinge den Gefahren der rauen Natur ausgesetzt sind, sollten die Pflanzen im Haus vorgezogen werden. Um sie für das intensive Sonnenlicht abzuhärten, werden sie vor dem Aussetzen langsam daran gewöhnt, indem sie jeden Tag etwas länger nach draußen gestellt werden. „Aber unbedingt mit schattigen Plätzen beginnen!“ erklärte mir einst unser Lieblings-Grower Nils.


Anbau im Haus (Indoor)


Jeder der Indoor-Pflanzen aufzieht, hat dafür einen separater Raum eingerichtet. Dabei handelt es sich in den meisten Fällen um Keller, Besenkammer, Zimmer, Schrank oder abgeteilte Räume. Hauptsache ist, den Raum licht- und geruchsdicht zu bekommen. Manche Grower tarnen diesen Raum auch oder ordnen in zumindest so an, dass beim Öffnen der Türen niemand das Licht sehen kann. Eine genügende Frischluftzufuhr ist genauso unerlässlich für eine erfolgreiche Zucht.

In so einem Raum kann unabhängig von der Umwelt das ganze Jahr über angebaut werden. Es sind bis zu sechs Ernten pro Jahr möglich. Diesen Vorteil muss man sich aber aufwendig erarbeiten, indem man sämtliche Umweltfaktoren selbst reguliert. Dazu gehören: Boden, Licht, Luft, Klima, Wasser- und Nährstoffversorgung. Um sie alle zu steuern wird eine spezielle Anlage mit Lampe, Lüfter, Rückstauklappen und vieles mehr benötigt. Neben dem Arbeitsaufwand verursacht so eine Anlage erhebliche Kosten. Besonders der hohe Stromverbrauch schlägt zu Buche.

Unter Einsatz moderner Anbau-Technik ist es auch für Unerfahrene möglich eine nahezu perfekte Wachstumsumgebung für die Pflanzen zu schaffen und somit stets hohe Erträge einzufahren. Durch die Kontrolle der Photo-Periode ist es möglich, die Pflanzen beliebig in der Wachstumsphase zu halten oder zum Blühen zu bringen. Somit kann eine Pflanze, die sich dauerhaft in der Wachstumsphase befindet, als Stecklingslieferant eingesetzt werden. Es wird allerdings ein separater Raum für sie benötigt.

Da sich die Anlage meist im eigenen Haus befindet, stellt es im Gegensatz zu Outdoor für die meisten Grower kein Problem dar den Raum so zu tarnen, dass er nicht gleich auf den ersten Blick erkannt wird. Durch die Nähe zu den Pflanzen sind sie einfach zu kontrollieren und im Problemfall kann schnell reagiert werden. Eine ungewollte Bestäubung lässt sich auch am ehesten im Haus verhindern, schließlich wollen wir später „Sinsemilla“-Gras (sinsemilla = spanisch „ohne Samen“) ernten.

Weil eingedrungene Schädlinge keine natürlichen Gegenspieler in der Anlage haben und sich noch dazu oft in einer optimalen Umwelt befinden, vermehren sie sich meist schneller als in der freien Natur. Zur Prävention können Pflanzenbrühen zur Stärkung der Abwehrkräfte der Pflanzen oder Neem-Öl eingesetzt werden, dass sie dadurch für Insekten unappetitlich werden. Sind die erst einmal da, sollte auf milde, biologische Pflanzenschutzmittel oder Nützlinge zurückgegriffen werden.



Wer ein Gewächshaus besitzt ist klar im Vorteil, denn es ist die ideale Kombination aus beiden Anbaumethoden. Licht und Wärme werden von der Sonne bezogen, wodurch die Stromkosten wegfallen. Die Natur kümmert sich um das Klima und stellt hilfreiche Nutzinsekten bereit. Gleichzeitig ist man vor ungünstigen Wettereinflüssen geschützt. Nur bei extremer Hitze oder Frost muss die Pflanzen öfters gegossen bzw. das Gewächshaus beheizt werden. An bewölkten Tagen kannst du auch eine Natrium-Dampf-Lampe einsetzen.


Tabelle:




Outdoor

Indoor

Vorteile

  • Einfacher zu realisieren, da billiger, und weniger aufwendig.

  • Bis zur Ernte sehr diskret, weil nicht direkt in der Wohnung.

  • Ist ökologisch sinnvoller.

  • Biologischer Anbau im eigentlichen Sinne ist wohl nur Outdoor möglich, da der Gebrauch von Pflanzenleuchtmitteln sicher nicht dem Bio-Gedanken entspricht.

  • Keine Größenbeschränkung.

  • In guten Sommern sind Spitzenerträge möglich.

  • Für jeden Schädling sind natürliche Gegenspieler vorhanden.


  • Man hat die totale Kontrolle über seine Babies, ihre Entwicklung, Vermehrung und Umweltbedingungen.

  • Mehrere Ernten im Jahr möglich (bis zu sechs oder kontinuierliches Ernten).

  • Pflanzen sind in direkter Nähe.

  • Wetterunabhängig.

  • Leichter zu tarnen.

  • Effektiver, da immer die optimalen Wachstumsbedingungen hergestellt werden können (= schneller + höhere Erträge).

Nachteile

  • Abhängig von den Launen der Natur.

  • Nur eine Ernte pro Jahr.

  • Im Herbst hat man viel Gras rumliegen – kann ungünstig sein.

  • In Deutschland nur mit einigen früh blühenden Sorten möglich (siehe hier).

  • Hohes Risiko entdeckt (Polizei, Förster, Diebe) zu werden.

  • Junge Pflanzen werden gerne von Wild- oder Nagetieren gefressen.

  • Hohe Gefahr einer ungewollten Bestäubung.

  • Von angrenzenden Feldern können Pestizide oder Insektizide zu den Pflanzen gelangen und sich in ihnen anlagern.

  • Man muss die Umweltbedingungen alle selbst auf ein Optimum regeln.

  • Höherer Arbeits- und Kontrollaufwand.

  • Hohes Risiko entdeckt (Geruch, Licht, ungebetener Besuch) zu werden

  • Wenn du entdeckt wirst, kann dir dein Vermieter fristlos die Wohnung kündigen.

  • Hohe Wärmeabgabe der Lampe ist im Sommer nachteilig.

  • Schädlinge können sich schnell vermehren, da keine natürlichen Gegenspieler vorhanden sind.













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