Hanf Journal Kiffer Portal - Das Cannabis Magazin das abhängig macht - ganz legal
Hanf Journal Logo Teil 1
Hanf Journal Logo Teil 2
*

  SITEMAP
 
  * Rubriken
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

*
 
*
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-

*
 
*
-
-
-

growing
Druckversion
Growing Special Indoor: Entscheidung Erde/Hydro
Geschmackssache
Publiziert am: 13.04.04 - Medienformen: Medienform Text


Es gibt zwei grundsätzliche Methoden des Indoor-Growings: die Kultur in Erde und die Hydro-Kultur. Das Substrat muss dabei den Bedürfnissen der Pflanze nach Halt, Bodenklima, Wasser-, Sauerstoff- und Nährstoffversorgung, dem richtigen pH- und EC-Wert gerecht werden. Wenn ein Grower sich erstmals für einen indoor grow entschieden hat, steht also schon die zweite Entscheidung an: Mit oder ohne Erde, ist nun die Frage!


Viele sagen, das Gras aus Hydro-Kulturen-Anbau würde „chemischer“ schmecken. Das ist möglich, wenn überschüssige Düngesalze nicht vollständig ausgespült wurden. Es wird aber trotz aller Sorgfalt nie ein so charakteristisches Aroma wie beim organischen Anbau erreichen. Organisch bedeutet Anbau auf lebenden Medien, in denen die komplexen organischen Stoffe durch Mikroorganismen zersetzt und so in eine für die Pflanze aufnehmbare Form umgewandelt werden. Erde enthält zudem zahlreiche Mikronährstoffe und Spurenelemente, die bei der Ausbildung von Geschmack und Geruch eine Rolle spielen.

Von den meisten wird Erde oft mit „Dreck“ verwechselt und im Alltag eher gemieden. Dabei enthält sie viele interessante und nützliche Komponente. Sie ist ein Gemisch aus Sand, abgestorbenen Pflanzenteilen, zahlreichen Kleinlebewesen und Mikroorganismen sowie sonstigen anorganischen und organischen Stoffen.

Da Nährstoffe in Erdmischungen nur langsam freigesetzt werden, besitzen organische Medien eine gewisse Pufferfunktion gegenüber Versorgungsfehlern, wie zu viel oder zu wenig Wasser oder einen falschen pH- oder EC-Wert. Somit sind sie für den Anfänger eher geeignet als hydrologische Medien wie Hydroton, Perlit, Vermiculit, Kokos, Oasis oder Steinwolle. Sie enthalten nur wenige bis gar keine Nährstoffe und Spurenelemente. Genauso wenig sind dort Mikroorganismen zu finden, die organische Stoffe umwandeln könnten. Deswegen müssen sämtliche Nährstoffe und Spurenelemente direkt in Salzform zugeführt werden! Und so gibt es gerade für den Hydrobereich spezielle Hydrodünger, die von allen Hydrogrowern benutzt werden.


Effektiver aber aufwendiger



Es handelt sich bei den Hydromedien um tote Speichermedien mit unterschiedlich hoher Wasserhaltekraft und gleichzeitig guter Durchlüftung. Ihre luftige Struktur fördert eine schnelle Drainage, wodurch sie sich gut spülen lassen und eine einfache Durchwurzelung erleichtert. Aufgrund der kontinuierlichen Versorgung mit frischem Wasser ist eine optimale Nährstoffversorgung zu jedem Zeitpunkt möglich. Einige Hydro-Medien sind ökologisch nicht ganz unbedenklich, wie die Steinwolle, die nicht nur energieintensiv in der Herstellung ist, sondern auch noch als Restmüll entsorgt werden muss. Andere Medien sind zwar auch energieintensiv in der Herstellung, aber lange nicht so bedenklich beim Entsorgen, wie Hydrokugeln, Seramis, Perlite und Vermiculite. Wieder andere hingegen sind natürlichen Ursprungs, wie die Kokosfaser, oder lassen sich problemlos kompostieren, wie Oasis.

Weiterentwickelte Hydro-Systeme verzichten fast vollständig auf Substrat. Es werden lediglich kleine Substrat-Würfel oder Körbe mit Hydro-Ton zur Halterung der Pflanzen benötigt. Bei einigen hängen die Wurzeln sogar direkt im Wasser. Oft liegen sie auf einer leicht schräg gelagerten Platte und die Nährlösung läuft an ihnen herunter. Noch weiter geht die Aeroponik, wo die Wurzeln in abgedichteten Behältern, meist großen Röhren, hängen und kontinuierlich mit Nährlösung besprüht werden. Diese Verfahren ermöglichen eine schnellere Aufzucht mit höheren Erträgen. Weil der Arbeits- und Kontrollaufwand sehr hoch ist und etwas Fachwissen benötigt wird, sind sie für Anfänger jedoch nicht geeignet. Auch kann ein Versagen der Pumpe innerhalb eines Tages verheerende Folgen haben, da die Wurzeln schnell austrocknen können.

Die Pflanzen reagieren in hydrophonischen Medien sofort auf Schwankungen oder Fehler in der Wasser- und Sauerstoffversorgung bzw. beim pH- und EC-Wert. Gravierende Abweichungen können innerhalb kurzer Zeit die Arbeit vieler Wochen zunichte machen. Daher bringen Anlagen dieser Art einen hohen Arbeits- und Kontrollaufwand mit sich. In den Händen eines fähigen Growers können sie aber gerade bei großen Anlagen viel Arbeit ersparen und den Ertrag maximieren.

Ein weitere Schwäche der Hydromedien ist, dass teilweise umweltschädliche Bestandteile wie Steinwolle zum Einsatz kommen. Doch inzwischen gibt es auch dafür umweltverträglichen Ersatz aus Pflanzenfasern oder anderen abbaubaren Medien.

Während Hydromedien grundsätzlich steril sein sollten, birgt Erde das Risiko einer Verseuchung mit Keimen oder Insektenlarven. Hier sollte nicht am falschen Ende gespart werden, denn spezielle Erd-Mixe aus dem Grow-Shop und Qualitätserde sind normalerweise keimfrei.

Beide Methoden verursachen ungefähr dieselben Kosten. Beim organischen Anbau ist das Substrat etwas teurer, beim hydrologischen sind es Anlage, Geräte und deren Wartung.

Wegen ihrer vielseitigen Pufferfunktion ist Erde also eher für den Anfänger geeignet und Hydromedien wegen ihrer Effizienz, aber auch Anfälligkeit für professionellen Anbau in großen Anlagen.



Zusammenfassung


pro Erde

 Erde besitzt eine gewisse Pufferfunktion gegenüber Versorgungsfehlern, weil Nährstoffe nur langsam freigesetzt werden.

 Enthält zahlreiche organische Bestandteile und damit wichtige Mikronährstoffe.


pro Hydro

 Bringt höhere Erträge in kürzerer Zeit als auf Erde.

 Ermöglicht eine effektivere Nährstoffversorgung.

 Besitzt eine hohe Wasserhaltekraft, gute Durchlüftung und rasche Drainage, wodurch ein optimales Wurzelklima geschaffen wird.











Druckversion

 
*
 Aktuelles HanfJournal
-