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Wahlbetrug und Drogendeals

Nicht nur in den USA wird beschissen, was das Zeug hält
Publiziert am: 08.11.04 - Medienformen: Medienform Text

Autor: Martin Schwarzbeck
Afghanistan hat vor Kurzem seine erste freie Wahl hinter sich gebracht. Juhu! Ein demokratisches Land mehr auf diesem Planeten. Doch wie so mancher Beobachter der letzten US-Wahlen bestätigen wird, bedeutet „Wahl“ nicht immer gleich „Demokratie“. Denn es gibt so einige Tricks und Kniffe, mit denen die Mächtigen es erreichen, dass zum Beispiel nur die richtigen Leute zur Wahl gehen, oder wie im Fall Afghanistan sogar mehrmals wählen dürfen. Aufgrund so einiger Unstimmigkeiten zweifeln alle Kandidaten außer dem Sieger Hamid Karsai nun den Ausgang der Abstimmung in Afghanistan an und fordern eine unabhängige Untersuchung. Auch zahlreiche Wahlbeobachter haben Zweifel an der Rechtmäßigkeit des Siegers vorgebracht.

Nur eine Partei zweifelt nicht und hält an ihrem Kandidaten fest: Die USA. Kein Wunder. Denn immerhin waren sie es, die Karsai nach der Unterwerfung Afghanistans auf seinen Posten setzten. Nur ganz nebenbei: Grund dafür war vermutlich nicht seine Liebe zur Demokratie, sondern hauptsächlich die guten Beziehungen zur Familie Bush und sein Beraterposten bei der US-Firma Unocal, die der US-Administration gerne eine riesige Pipeline quer durch Afghanistan bauen will.

Was diesen Mann vermutlich auch zu einem wichtigen Part der US-Kontrolle in Afghanistan macht, ist seine extreme Zurückhaltung in der Bekämpfung des Opium-Anbaus. Dieser elementare Teil der Schwarzgeldfinanzierung der CIA wurde nach der rigorosen Bekämpfung durch die Taliban mühsam wieder aufgebaut. Seit die USA im Land sind, blüht der Opium-Anbau. Und nicht nur die Warlords verdienen gut daran.

Um diese Einnahmen zu sichern, bekamen nicht nur die amerikanischen Truppen Order, diesen Teil der afghanischen Wirtschaft in Ruhe zu lassen. Auch die anderen Länder, die mitmischen, wurden überzeugt. Das gerade verlängerte Mandat der Bundeswehr in Afghanistan beinhaltet beispielsweise ausdrücklich nicht die Bekämpfung des Opium-Anbaus. Und das, obwohl dieser doch die finanzielle Basis der angeblich zu bekämpfenden Terroristen ist.

Wir wussten doch schon immer: Der Krieg gegen den Terror ist ein Instrument zur Wahrung der Interessen der USA. In Afghanistan geht es dabei besonders um Öl, Gas, eine strategische Position (in der Nähe des Iran) und Drogengelder. Was weniger interessiert, sind anscheinend Demokratie, Terroristen und die afghanische Bevölkerung.

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