Hanf Journal Logo Teil 1
Hanf Journal Logo Teil 2
*
  SITEMAP
 
  * Rubriken
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

*
 
*
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-

*
 
*
-
-
-

- news
*
Versenden: Artikel drucken Bild Druckversion

Tödliche Prohibition

Die gefährlichste Nebenwirkung bleibt das Verbot
Publiziert am: 04.12.04 - Medienformen: Medienform Text

Autor: Werner Graf
hanfjournal 04dez artikel TŲdliche Prohibition Die gefšhrlichste Nebenwirkung bleibt das Verbot
Immer h√§ufiger melden sich derzeit Stimmen zu Wort, die vor allen die negativen Auswirkungen des Drogenverbots betonen. Auf der Fachtagung "Drogenprohibition: unwirksam, teuer und sch√§dlich?" von verschiedenen Veranstaltern nahmen renommierte Wissenschaftler, √Ąrzte, Rechtsanw√§lte und Lobbyisten dazu Stellung und skizzierten ein schockierendes Bild.

Die von den Organisationen akzept e.V., Republikanische Anw√§ltinnen und Anw√§lte e.V. (RAV), den Akzeptierenden Eltern und der Deutschen Gesellschaft f√ľr Suchtmedizin (DGS) durchgef√ľhrte Veranstaltung machte eines deutlich: Wenn es um Drogen geht, wird meist die schlimmste Nebenwirkung vergessen. Oder vielleicht m√ľsste auch "verschwiegen" gesagt werden, denn nicht nur, dass keine Bef√ľrworter eines Drogenverbotes gewonnen werden konnten, nein, auch das Willy-Brandt-Haus stellte zwei Stunden nach einer einladenden Presseerkl√§rung von akzept fest, dass der Raum aus technischen Gr√ľnden leider nicht benutzt werden k√∂nne. Zwar betonte ein Sprecher der SPD-Parteizentrale, dass es keinen Zusammenhang zwischen der Ausladung und der Presseerkl√§rung gegeben h√§tte, jedoch konnte dies nur bedingt √ľberzeugen. Viele Teilnehmer waren und sind nach wie vor der Ansicht, dass die SPD ganz bewusst eine solche Diskussion nicht wollte und deshalb technische Gr√ľnde vorgeschoben hat.

Die Sch√§den √ľberwiegen
Bei der Diskussion selbst waren sich alle Experten einig, dass das Verbot mehr schadet als nutzt. Prof. Quensel f√ľhrte in seinem Vortrag aus, dass alleine wegen Cannabis √ľber 150.000 Personen angezeigt wurden. 150.000 Personen, die wegen dem Besitz geringer Mengen vielleicht ihren Arbeitsplatz oder den F√ľhrerschein verloren haben. In vergleichenden Studien zwischen den St√§dten Amsterdam, Los Angeles und Bremen konnte er herausfinden, dass die Verfolgung und der Repressionsdruck keinen Einfluss auf die Konsumgewohnheiten der Bev√∂lkerung hatten. Vielmehr h√§ngt der Konsum von Drogen von allgemeinen gesellschaftlichen Faktoren ab, die sich nicht durch das Gesetz beeinflussen lassen.
Georg Wurth, der Vertreter des Deutschen Hanf Verbandes (DHV) machte in seinem Vortrag erneut auf die hohen √∂konomischen Verluste durch das Drogenverbot aufmerksam. (Hanf Journal berichtete) Zwar sind diese, wie Prof. Scheerer zu bedenken gab, kein Grund f√ľr eine Legalisierung, da sie, wenn die Prohibition funktionieren w√ľrde vielleicht gerechtfertigt w√§ren. Wenn man jedoch erkennt, wie sinnlos und sch√§dlich das Drogenverbot wirklich ist, stellt man sich schon die Frage, ob man daf√ľr wirklich Milliarden von Euros ausgeben will.

Schiefer Turm von Pisa
Prof. Scheerer verglich das Verbot von Drogen mit dem Schiefen Turm von Pisa. W√ľrde dieser Turm wieder gerade stehen, w√ľrden keine Touristen mehr kommen, w√ľrde er komplett umfallen, auch. Beim Drogenverbot ist es dasselbe, w√ľrde es funktionieren (also den Konsum verhindern) w√ľrden Tausende von Forschern, Polizisten und Lobbyisten ihren Job verlieren, w√ľrde es wegfallen (also w√ľrde es eine Legalisierung geben), auch. In seinem Vortrag verglich er Drogenkonsum mit Extremsportarten, die meist gef√§hrlicher, jedoch nicht verboten sind. Alle drei Referenten wiesen in ihrem Vortrag auf weitere "Kollateralsch√§den", wie das fehlende DrugChecking, die gesteigerte Hepatitis C-Infektion bei Drogen-Usern, die soziale Ausgrenzung von Konsumenten oder den fatalen Glauben an den fr√ľhen Tod durch Drogen, hin.

Der Berliner Rechtsanwalt Hannes Honecker brachte die Drogenlogik vieler Menschen auf den Punkt: "Drogen sind verboten, weil sie gefährlich sind. Drogen sind gefährlich, weil sie verboten sind." Ein Teufelskreislauf, da die meisten diese Logik als gottgegeben ansehen und nicht weiter nachfragen.

DopePolution
Neben den √∂konomischen Verlusten konnte Georg Wurth auch von den √∂kologischen Sch√§den durch die Drogenprohibition berichten. So fallen beispielsweise "bei der Produktion von einen Kilo  Ecstasy mehrere Liter L√∂sungsmittel, mehrere Liter stark √§tzende S√§uren und Laugen und einige Gramm Quecksilberchlorid an". Diese Stoffe sind zum Teil stark giftig, brennbar, √§tzend, wassergef√§hrdend, krebserregend und mutagen ÔÄ≠ und gelangen meistens in die Umwelt, also Atmosph√§re, Kanalisation oder Boden, da sie nicht √∂ffentlich entsorgt werden k√∂nnen, da die Produktion und damit auch die Entsorgung des M√ľlls geheim verlaufen muss.

Die Veranstaltung war ein gro√üer Erfolg und machte eines deutlich: Es gibt keine Rechtfertigung mehr f√ľr die derzeitige Drogenpolitik. Sie setzt alle Konsumenten einem hohen Risiko aus, ohne auch nur eine Person damit zu sch√ľtzen.
Versenden: Artikel drucken Druckversion Versenden: Artikel bookmarken bei einem ServiceBookmark it!

Mehr zum Thema:

- Diskutiere das Thema im Hanf Journal Forum

 
*
 Aktuelles HanfJournal
-