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Unter der Lupe - Dinge im Test
Mondia whitei
Publiziert am: 05.12.04 - Medienformen: Medienform Text


Eines einsamen Tages geschah es, dass Konrad vom „Elixier“ bei uns im Hanf Journal auftauchte und mir freudestrahlend sein neues Aroma-Extrakt „Mondia whitei“ überreichte. „Freunde von mir meinten, dass sie danach erst mal ins Schlafzimmer zum Poppen gehen mussten.“ sprach er und machte so dieses Geschenk noch spannender für mich.

Und so kam es auch sehr schnell, dass ich dieses edle Getränk zusammen mit meinem Freund in kuscheliger Runde ausprobierte. Der Geschmack ist gelinde gesagt bitter und man schmeckt die Verwandtschaft dieser aromatischen Wurzel aus Zentralafrika mit dem heimischen Waldmeister deutlich heraus. Nur dass „Mondia whitei“ nochmal ein paar Geschmacksnerven mehr erreicht.


Die Wirkung wird landläufig als euphorisierend, aphrodisierend und deutlich wahrnehmungsverändernd beschrieben. Auch von ekstatischen Tänzen, innigen Vereinigungen mit anderen Menschen- und Pflanzenwesen, dem Gefühl des All-Eins-Seins und dem Verstehen des Laufes und Ausdrucks der Natur wird bei dieser Wurzel gesprochen. In Westafrika gehört „Mondia whitei“ auch zum festen Bestandteil eines ekstatischen Hochzeitsrituals.


Die von mir benützten 0,03 Liter-Fläschchen, von denen ich zwei konsumiert habe, haben jedoch nur erste Ansätze eines „Mondia whitei“-Rausches hervorgerufen. Ich hatte ein leicht verstärktes Verlangen nach Sex und auch meine philosophischen Erkenntnisse steigerten sich geringfügig. Für einen wirklichen Rausch hätte ich wohl noch mehr konsumieren müssen. Wer diesen in seiner Reinform einmal erleben will, ist wohl besser beraten, sich die Wurzeln direkt zu bestellen und sich den Trank in größeren Mengen selbst zu mixen. Wie dies geht, erklärte einst Konrad vom „Elixier“ im Hanf Journal so: „Zur Herstellung eines Mondia-Elixiers werden etwa 100 g der Wurzel mit 0,35 Litern Alkohol, 30 bis 40 Prozent vol. übergossen. Die Extraktion kann bis zu sieben Mal mit denselben Pflanzenteilen durchgeführt werden, wobei die Extraktionszeit mit jedem Aufguss verlängert wird. Der erste Ansatz wird nur einige Stunden stehengelassen, der letzte kann mehrere Tage ziehen. So erhält man aus 100 g Wurzel bis zu 2,5 Liter „Bitters“-Ansatz. Zur Verfeinerung können der Mondia-Wurzel noch Gewürze wie Ingwer, Tigernuss oder Kardamom zugesetzt werden.“

Werner Graf
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