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Hanfberatung im Hanf Journal
Erste Hilfe für Kiffer
Publiziert am: 11.01.05 - Medienformen: Medienform Text

hanfjournal 05januar artikel Die Hanfberatung im Hanf Journal

Auch im neuen Jahr bekommt ihr Hilfe von Kascha R.. Diesen Monat mal ganz speziell zum Führerschein, aber egal was euch im Bezug auf Hanf am Herzen liegt, Kascha wird es wissen. Fragt einfach bei hanfberatung@hanfjournal.de nach.

 

 

Kathi (17) aus Berlin macht sich Sorgen:

 

„Hallo Kascha,

wenn alles klappt, mache ich im Februar meine Führerscheinprüfung. Da haben wir ja auch den ganzen Kram mit Drogen im Straßenverkehr gelernt, aber keiner konnte mir sagen, wie das mit Cannabis jetzt genau aussieht? Ich weiß nur, dass man das noch monatelang im Blut nachweisen kann und jetzt habe ich Angst, dass ich, wenn ich völlig nüchtern einen Unfall baue, trotzdem für bekifft gehalten werde. Vor allem habe ich Angst, dass meine Eltern dann denken, dass ich bekifft gefahren bin.“

 

Kascha antwortet:

„Liebe Kathi,

in der Tat ist das alles eine sehr verwirrende Situation. So genanntes „aktives THC“ kann etwa zwölf bis 24 Stunden nach Konsum im Blut nachgewiesen werden (in der Rechtssprechung nennt man das auch „THC-Plasmakonzentration“). Ein Abbauprodukt, das „THC-COOH“ ist dagegen noch wochenlang nachweisbar, bei sehr starkem Konsum auch Monate.

Ein Urteil des OVG Berlin (Oberverwaltungsgericht) scheint jetzt in die komplizierte Situation der Einschätzung, ob man bekifft gefahren ist und ob man regelmäßig konsumiert, ein wenig zu klären. Regelmäßiger Konsum bedeutet nach Anlage 4 FEV (Fahrerlaubnisverordnung), dass man zum Führen von Kraftfahrzeugen ungeeignet ist.

Okay, genug Theorie, jetzt zu deiner Frage:

Offenbar scheinen sich die Gerichte erst ab einer THC-Plasmakonzentration von 1,0 ng/ml von einer „Wirkung im Sinne des Gesetzes“ zu sprechen, Restkonzentrationen von einem Joint vom Vortag werden also als nicht mehr wirksam anerkannt (wenn sie diese 1,0 ng/ml nicht übersteigen). Und regelmäßiger Konsum wird über die THC-COOH-Konzentration eingeschätzt: Wenn vor Ort Blut abgenommen wurde müssen 150 ng/ml überschritten werden, bei einer Verwaltungsbehördlich angeordneten (also späteren) Blutentnahme reichen 75 ng/ml. Alles was darunter liegt, ist für eine Einschätzung der Fahreignung (also der generellen Eignung, Kraftfahrzeuge zu führen, z. B. weil man nur selten Drogen konsumiert und daher Konsum und Autofahren trennen kann) nicht relevant, da kann einem (in der Regel) nicht viel passieren.

Leider basieren alle diese Zahlen nur auf Gerichtsurteilen und es gibt keine Garantie, dass man nicht an einen üblen Richter kommt. Wünschenswert wäre es, eine verbindliche gesetzliche Regelung zu finden, um sowohl den Konsumenten als auch den Richtern und Anwälten ein wenig Rechtssicherheit zu gewährleisten.“

 

Andy (17) aus Hamm fragt:

„High Kascha,

zum Geburtstag habe ich von meiner Freundin drei Gramm Schwarzen Afghanen geschenkt bekommen. Ich rauche sonst nur Gras und kenne mich daher mit Haschisch nicht so gut aus, finde den Afghanen aber sehr lecker und würde ihn daher gerne im Joint gedreht rauchen, kriege das mit dem Bröseln aber nicht hin. Erklär mir doch mal bitte wie man das am besten macht.“

 

Kascha erklärt:

„Hey Andy,

Schwarzer Afghane ist wie auch viele indische und nepalesische Sorten eher weich und ölig. Daher brennt es sofort, wenn man ein Feuerzeug in die Nähe hält und lässt sich, weil zu weich, schlecht bröseln. Dafür kann man es aber kneten und genau das ist der Trick. Optimalerweise rollt man aus einem Stückchen Afghanen einfach eine längliche Wurst, die man unter Zuhilfenahme der natürlichen Körperwärme an der Hand zu einem ganz langen, sehr dünnen Stäbchen formt. Wenn man eine gehaltvollere Tüte möchte, ist es sinnvoller, mehrere dünne Stäbchen in den Joint einzulegen als eine dicke Wurst, die dann nur schlecht abbrennt. Außerdem sollte man darauf achten, ein möglichst dünnes „Slow Burning“ Paper zu verwenden, dicke Blättchen wie z. B. blaue OCB brennen viel zu schnell und die Hälfte vom Afghanen landet unverbrannt im Ascher. Aus dem selben Grund sollte man zum Mischen keinen allzu trockenen Tabak verwenden. Sehr intensiv und wesentlich tabakfreier raucht sich gutes Haschisch auch in der Pur-Pfeife, dazu muss man dann allerdings notgedrungen bröseln oder mit den Fingernägeln kleine Stückchen abknapsen und zu Kügelchen formen. Dabei ist aber Vorsicht angeraten, schon manch einer hat die Wirkung unterschätzt :-).“

 

 

Martin (19) aus Köln fragt:

„Hey Kascha,

mal eine Frage. Wenn ich mit dem Auto angehalten werde und so ein Drogenschnelltest gemacht wird und der ist positiv, obwohl ich gar nichts geraucht habe, zum Beispiel weil ich vorher in ’nem Raum gesessen habe, wo gekifft wurde, muss ich dann auch meinen Lappen abgeben?“

 

Kascha hat eine Antwort:

„High Martin,

wenn dein THC-Wert im Blut über 1,0 ng/ml liegt, wird dir mit Sicherheit etwas passieren. Vor Gericht wird unterschieden zwischen so genanntem fahrlässigem Konsum und unwissentlichem Konsum. Unwissentlich konsumierst du z. B. wenn du einen Haschisch-Kuchen als normalen Schoko-Kuchen angeboten kriegst und auch nicht schmeckst, dass da Haschisch drin ist. Wenn du aber in einem Raum sitzt, in dem gekifft wird und du auch noch nachweislich selbst bereits Cannabis-Erfahrungen hast (lässt sich ja an Abbauprodukten erkennen), wird angenommen, dass du hättest darüber Bescheid wissen können, dass du auch „passiv breit“ werden kannst und dementsprechend fahrlässig gehandelt hast. Also wirst du dann nicht wesentlich anders behandelt, als wenn du absichtlich einen Joint geraucht hättest. Nur bei unwissentlichem Konsum gibt es Möglichkeiten, mehr oder weniger ungeschoren davon zu kommen. Das mit dem „Raum, wo andere gekifft haben“ hilft in der Regel nicht einmal als Ausrede, vor allem wenn der Plasma-THC-Gehalt deutlich über 1 ng/ml liegt, weil man durch Passivrauchen nur schwerlich wirklich hohe Werte erreichen kann.“

Kascha R
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