Hanf Journal Logo Teil 1
Hanf Journal Logo Teil 2
*
  SITEMAP
 
  * Rubriken
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

*
 
*
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-

*
 
*
-
-
-

- news
*
Versenden: Artikel drucken Bild Druckversion

Was tun wenn’s brennt?

Verhaltenstipps für den Umgang mit der Polizei
Publiziert am: 27.01.05 - Medienformen: Medienform Text

Autor: Rechtsanwalt Hannes Honecker (Berlin)
Die Prohibition fordert ihre Opfer. Etwa 5.000 Menschen sitzen allein in der Bundesrepublik wegen des Cannabis-Verbots im Knast. Wie viele schulische oder berufliche Karrieren wegen der strafrechtlichen Verfolgung von Cannabis-Konsumenten vorzeitig abgebrochen wurden, weil Betroffene inhaftiert, ihnen die Fahrerlaubnis abgenommen, ihre Familien in Panik versetzt wurden, ihre Ausbilder oder Arbeitgeber sich zu Entlassungen genötigt sahen, ist unbekannt. In 2002 wurden bundesweit über 125.000 Ermittlungsverfahren wegen Cannabis eingeleitet.

Die Verhaltenstipps sind daher als Drogen-Prävention zu verstehen. Die Prohibition ist schädlich. Vermeide, in die Mühlen des Ermittlungsapparates oder der Justiz zu gelangen.

Bist du mit dem Auto unterwegs, musst du wissen: Nimm nichts im Auto mit. Fahre nie unter der Wirkung von Cannabis. Einige schauen aus wie die Kaninchen. Sie haben rote Augen. Oder die Karre stinkt. Oder es sind Reste im Aschenbecher. Was das bedeutet, wissen mittlerweile auch Landpolizisten. Deine Fahrerlaubnis ist schnell weg. Mach keine Angaben zu Konsum. Auch nicht: „Ich habe nur einen Joint geraucht.“ Du löst erst durch diese Angaben weitere Maßnahmen wie Durchsuchungen und Speichel-Schweiß-Test aus. Haben Beamte Anhaltspunkte dafür, dass du Cannabis konsumiert hast, wird der Test durchgeführt. Gib nichts freiwillig, auch nicht auf direkte Frage heraus. Du löst mit freiwilligen Herausgaben erst Polizeimaßnahmen aus. Noch weiß niemand, was in deinem Nachtschränkchen ist. Das soll auch so bleiben.

Bist du auf dem Konzert, biete keinen Fremden Drogen an. Vorsicht auch, wenn dich Jugendliche unter 18 Jahren nach Haschisch fragen. Die Strafe für Abgabe an Minderjährige steigt dramatisch. Nimm nur soviel mit, wie du für dich selbst brauchst. Größere Mengen sollte man nie bei sich tragen. Informiere dich bei deinem Landesjustizministerium, wie hoch die Menge ist, bis zu der regelmäßig eingestellt werden muss. In Berlin sind es zur Zeit sechs Gramm brutto. Das heißt gleich wie viel Schuhcreme dabei ist, sechs Gramm und nicht mehr. Dass das nicht heißt, dass du gleichwohl Ärger bekommen kannst, ist klar. Sei also kein Idiot und werfe dein Dope unauffällig weg, wenn die Razzia kommt. Wirst du gleichwohl festgenommen, halte dich an die goldene Regel und schweige. Spätestens 48 Stunden nach deiner Festnahme musst du einem Haftrichter vorgeführt oder entlassen werden.

Ganz wichtig: Dealer-Telefonnummern gehören nicht ins Handy. Handys werden bei Durchsuchungen gerne als allgemeine Auskunftsdatei beschlagnahmt. Überhaupt ist mit Telefonen mit höchster Vorsicht umzugehen. In der Bundesrepublik wird häufiger und breiter abgehört als etwa in den USA. Daher sind am Telefon keine Codewörter etc. zu verwenden. Ermittler sind nicht so blöd wie du glaubst. Sie wissen, was es bedeutet, wenn ihr „fünf Kinder“ „aus der Kita“ abholen wollt. Auf dieser Grundlage wird auch verurteilt. Wer dann keine fünf Kinder hat, hat Pech gehabt.

Wird bei dir zu Hause durchsucht, verlange einen Durchsuchungsbefehl. Ohne diesen dürfen nur Hilfsbeamte der Staatsanwaltschaft ausnahmsweise bei Gefahr im Verzuge durchsuchen. Da die Ausnahme in der Praxis die Regel geworden ist, sollte man hinterher genau hinschauen, ob die Maßnahme rechtmäßig war. Zur Durchsuchung lohnt es sich immer, Zeugen hinzu zu ziehen. Es geht dann meist weniger „durchsuchungsbedingt“ kaputt. Seid dabei, wenn durchsucht wird. Macht euch Notizen. Telefoniert während der Durchsuchung nur mit den Eltern oder dem Anwalt. Freunde etc. stehen gleich im Ruch, gewarnt worden zu sein. Bei denen wird gerne auch gleich wegen „Gefahr im Verzug“ durchsucht. Lest euch das Durchsuchungsprotokoll durch. Nichts unterzeichnen, was ihr nicht verstanden habt oder vor Aufregung nicht verstehen konntet.

Schließlich musst du wissen: Du musst gegenüber der Polizei keine Angaben machen. Wer anderes behauptet, lügt. Etwas sagen kannst du auch noch später und mit Anwalt. Dann aber kann man frühe unbedachte Äußerungen nicht mehr so ohne Weiteres aus der Welt bekommen. Also heißt die Richtschnur: Klappe halten. Das nennt man: Von seinem Recht, zunächst keine Angaben zur Sache zu machen, Gebrauch machen. Das heißt du sollst auch nicht beiläufig oder außerhalb des Protokolls Angaben machen. All das kann später gegen dich verwendet werden. Erste Äußerungen unter dem Eindruck einer Kontrolle oder einer Festnahme sind oft unbedacht. Lass dich nicht von Polizeibeamten abhalten, einen Anwalt anzurufen und dich mit diesem zu beraten. Bevor du nicht mit dem gesprochen hast, sagst du besser gar nichts.
Versenden: Artikel drucken Druckversion Versenden: Artikel bookmarken bei einem ServiceBookmark it!

Mehr zum Thema:

- Diskutiere das Thema im Hanf Journal Forum

 
*
  Sonderausgaben
-