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Der Haschischraucher - ein Mann im Abseits
Korrupte Zöllner, die ein Kilo SuperSkunk für 500 Euro verkaufen oder dauerbekiffte Leistungssportler gibt es nicht?
Publiziert am: 08.03.05 - Medienformen: Medienform Text

hanfjournal 05maerz artikel Der Haschischraucher – ein Mann im Abseits
In Sadhu van Hemps neuem Roman „DER HASCHISCHRAUCHER  ein Mann im Abseits“ sind solche eher ungewöhnlichen Konstellationen für den Protagonisten Martin Kannabich an der Tagesordnung.

Berlin-Kreuzberg, frühe 1990er-Jahre: Kannabich, seines Zeichens Dauerkiffer und leidenschaftlicher Fußballer, hat ein Problem: Sein Dealer Shitlowski sitzt im Knast, Rauchware ist knapp und teuer. Also beschließt er, das Nachschubproblem selbst in die Hand zu nehmen. Klappt natürlich auch prima, bis . . .

Mit viel Liebe zum Detail erzählt der Autor seine bis zur letzten Seite spannungsgeladene Geschichte, allein die Namen der handelnden Personen sind die Lektüre dieses Buches wert.
So treffen die Hauptfigur und sein Kumpel Haschdorff Menschen wie Piet van Wiet, Herbert Kiffke, den Drogenfahnder Eckart Traugott oder den Denunzianten Spitzler.
Martin Kannabich ist ein aufrechter Dauerkonsument von Cannabis-Produkten aller Art und somit auch den Folgeerscheinungen (Kriminalisierung, Beschaffungsstress, minderwertige
Qualität, leicht eingeschränktes Kurzzeitgedächtnis etc.) bedingungslos ausgesetzt.
Er bezeichnet sich selbst als „Oberquarzzeremonienmeister der preußischen Hasch-Brüderschaft“. Diese Bezeichnung spiegelt die Lebenshaltung von Kannabich und die damit verbundenen Unannehmlichkeiten des Kifferalltags treffend wider.
Außerdem vermittelt das Buch einen witzigen Einblick in die lokale Berliner Fußballszene inklusive deren Filz.
Nichts wirkt in diesem Buch aufgesetzt oder künstlich, Van Hemp weiß, wovon er schreibt. Das Buch ist einer der wenigen geglückten Versuche, die Westberliner Szene, in diesem Falle die Kreuzberger Kifferszene der Nachwendezeit, zu beschreiben.
Ein Lesespaß nicht nur für Kiffer  mitten aus dem Leben.
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