Hanf Journal Logo Teil 1
Hanf Journal Logo Teil 2
*
  SITEMAP
 
  * Rubriken
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

*
 
*
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-

*
 
*
-
-
-

- news
*
Versenden: Artikel drucken Bild Druckversion

Unser Tipp des Monats:

„Denken ist schwer, deswegen urteilen die meisten.“ (C. G. Jung)
Publiziert am: 06.04.05 - Medienformen: Medienform Text

hanfjournal 05april artikel „Denken ist schwer, deswegen urteilen die meisten.“ (C. G. Jung)
Der Wecker schrillt, Yasmin wacht auf, setzt sich in einen Sessel und raucht erst einmal eine Bong. Eigentlich verständlich, wenn man die anschließende Frühstücksszene sieht. Mutter und Tochter haben sich nicht wirklich was zu sagen. Vor allem die Mutter ist sprachlos. Wieder klingelt der Wecker. Janosch steht auf, duscht und findet auf dem Küchentisch einen Zettel
seines Vaters und Kohle. Auch eine Art der Kommunikation. „Up in smoke“ zeigt den Alltag dieser beiden Protagonisten, der ziemlich öde und unbefriedigend wirkt. Einzig bei Vincent lebt Yasmin ein wenig auf. Vincent ist der Dealer, der sich allerdings schon mal weigert, dope zu verkaufen und stattdessen das Gespräch anbietet. So schickt er ein Mädchen mit den
Worten „Hast du dir schon mal Gedanken darüber gemacht, dass du noch zu jung zum Kiffen bist?,“ wieder weg. Der Film gibt aber nicht nur die Langeweile des Alltags wieder, sondern auch, was in den Köpfen der Jugendlichen so vor sich geht. Die einzelnen Szenen werden durch Hörsequenzen und schwarzem Hintergrund miteinander verbunden. Der Zuhörer lauscht einer Therapiesitzung, die endet, wenn es auf den
Punkt kommt: „... niemand, mit dem ich reden kann.“ ... „Die Stunde ist leider um, Max... “ Und so nahm der Film seinen Lauf: Anfang 2004 kamen Gabriela Degner, die Leiterin des Hamburger Hauses der Jugend
Lattenkamp und die Vorsitzende der dago Kinderlobby e.V., Edith Aufdembrinke, auf die Idee, dass Jugendliche einen Film machen sollten, der sich mit dem steigenden Cannabis-Konsum auseinandersetzen sollte. David Aufdembrinke, der sowieso einen Film mit seinen Freunden machen wollte, fand die Idee gut und die erste Drehbuchvorlage entstand. Er kaufte sich,
anstatt den Führerschein zu machen, lieber eine Videokamera. Und nahm das Projekt selbst in die Hand. So entstand ein Film von Jugendlichen für Erwachsene ohne die Einmischung und Unterweisung von Erwachsenen. Nachbarn und Freunde, wie die Eltern von Davids Freund Anton, die Schauspieler Jörg Pleva und Giulia Follina machten bei dem Projekt als Darsteller mit. Trotzdem kostet ein solcher Film Geld und da kamen erst
einmal Absagen, auch von der Filmförderung, die „keine Schülerprojekte finanziere“. Letztendlich waren es die Jungen Grünen in Hamburg, die für ihr Logo im Vor- und Abspann des Films 200 Euro springen ließen, immerhin fünf Prozent des Gesamtetats. Gedreht wurde von Ostern bis zu den Sommerferien. Geschnitten am heimischen Computer, bei Freunden und in der Schule. Inzwischen konnte der Film mit einem von Adobe gespendeten professionellen Schnittprogramm nachbearbeitet werden. Und dank Felicitas
Marchlowitz und der Gruppe Therapi hat der Film auch eine schöne Musikuntermalung bekommen. „Up in smoke“ hält den (erwachsenen) Zuschauern einen Spiegel vor die Nase, vor allem was die Drogen-Sucht angeht. Viele werden sich und ihre Gedanken in dem Film wiederfinden. Andere die Jugendlichen etwas besser verstehen. Und „Up in smoke“ ist ein Film, der unbedingt dazu auffordert, dassErwachsene und Jugendliche mehr und vor allem gleichberechtigt miteinander reden sollten.
Versenden: Artikel drucken Druckversion Versenden: Artikel bookmarken bei einem ServiceBookmark it!

Mehr zum Thema:

- Diskutiere das Thema im Hanf Journal Forum

 
*
 Aktuelles HanfJournal
-