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Cannabis-Raucher in der Punkszene etwas Besonderes?
Publiziert am: 04.05.05 - Medienformen: Medienform Text

Cannabis rauchen und Musik hören sind zwei Sachen, die unmittelbar zusammen gehören. Raucht man gerade einen Joint oder ein Köpfchen, ist meistens auch irgendwo Musik zu hören. Unter der beruhigenden und anregenden Wirkung von Cannabis genießt man jede einzelne Note der Musik und jeden komplexen Rhythmus. Die Musik wird einfach intensiver und fühlbarer. Unter der berauschenden Wirkung von Cannabis hat wohl jeder schon mal ein solches Gefühl bei dem ein oder anderen Song verspürt. Dieses Neu-Erleben von Musik unter dem Einfluss des Hanfs kann man mit jedem Song und jeder erdenklichen Musikrichtung erfahren. Dennoch ist in der breiten Öffentlichkeit immer noch das Vorurteil vorhanden, dass vor allem in der Reggae- und HipHop-Szene der Konsum von Cannabis weit verbreitet bzw. weiter verbreitet ist, als es in anderen Musikszenen der Fall ist. Reggae und HipHop sind aber bei weitem nicht die einzigen Musikrichtungen, die Cannabis thematisieren und darauf in ihren Texten anspielen, auch wenn dies manchmal in den Medien den Anschein hat. Vielmehr entspricht es der Realität, dass der Gebrauch einer der ältesten Nutzpflanzen der Welt Szene-ungebunden ist und durch alle Schichten geht.

So ist auch kein Wunder, dass der Cannabis-Konsum auch in der Punk-Szene aufgegriffen und in Texten verarbeitet worden ist und natürlich auch rege praktiziert wird. Die deutsche Ska-Punk-Band Sondaschule hat sich mit dem Thema Cannabis auseinandergesetzt und dem Thema eine ganze EP mit dem Titel „Lieber einen paffen“ gewidmet, auf der sie ihre Erfahrungen mit Marijuana, Haschisch und Co. in fünf Songs verewigt hat. Wie sie dazu gekommen sind, gerade über Hanf eine EP aufzunehmen, formulieren die Bandmitglieder so: „Wir halten das immer so. Wir singen in Deutsch, wir singen über aus dem Leben gegriffene und auch uns selbst betreffende Themen.“ In dem Song „Lieber einen paffen“ verteidigen sie das Rauchen von Cannabis gegen die mit Vorurteilen behafteten Meinungen ihres Umfeldes, was auch in der Realität ihre Meinung und Erfahrungen im Umgang mit Marijuana widerspiegelt. Nach dem Motto „Du trinkst Helles, ich rauch Dunkles“ wird für die Konsumfreiheit geworben und Kritik an denjenigen geübt, die immer noch der Ansicht sind, wer Cannabis raucht wirft sein Leben weg. Außerdem fordern sie auf, diese Menschen zu ignorieren.

Jeder, der ab und zu mal einen Joint raucht, kennt die Probleme mit der Toleranz seiner Mitmenschen, welche sehr oft nicht sonderlich strapazierfähig ist, wenn es um Drogen im Allgemeinen und um Cannabis im Besonderen geht. Wer dieses Problem aktuell nicht hat, kennt es zumindest von früher her: Nachbarn, Familie und zum Teil auch Freunde reagieren ungehalten, wenn sie mit dem Hanf-Gebrauch konfrontiert werden. Ein weiterer Song der Band mit dem Titel „Haschliebe“ beschäftigt sich mit dem Verhältnis zwischen Dealer und Kunden, was ebenfalls in jeder Szene vorhanden ist oder eher noch szeneübergreifend stattfindet. Eine weitere Ska-Punk-Band, die das Thema Kiffen aufgegriffen hat, ist die Nürnberger Band Fehlstart. In ihrem Song „Benni’s Hirn“ wird Kiffen auf eine ironische und humoristische Art thematisiert.

Abschließend kann man festhalten, dass der Konsum von Cannabis in der Punk-Szene genauso weit verbreitet ist, wie in jeder anderen Szene dies auch der Fall ist. Was man eindeutig an der Vielfalt sehen kann, wie sich Bands mit dem Thema beschäftigen und es in Texten, Songs und sogar ganzen Alben veröffentlicht haben. In den Formen und den Gewohnheiten des Konsums von Cannabis sieht es bei einem Punker auch kaum anders aus, als bei jedem anderen Menschen auch. Seinen Joint dreht jeder „Punker“ so wie es auch jeder „HipHoper“ oder „Gothic“ tun würde, sofern er natürlich Hanf raucht. Wo man sein Marijuana oder Haschisch kauft und wer die Menschen sind, die es einem verkaufen und was sie an Musik bevorzugen oder nicht, spielt gar keine Rolle. Im Supermarkt fragt schließlich auch keiner danach, was für Musik die Kassiererin an der Kasse hört, wenn man ihr das Geld für die Lebensmittel in die Hand gibt. Welche Musik wir lieber als andere Menschen hören, ist nur Sache des eigenen Geschmacks. Das Rauchen von Cannabis kann nur unsere Wahrnehmung von der Musik beeinflussen, aber nicht welche wir bevorzugen. Ob wir beim gemütlichen Rauchen eines Joints die Klänge von Gothic, Punk, Trance, HipHop, Hardcore oder was ganz anderes im Ohr haben, ist nebensächlich, nur die Musik kann eine andere sein, aber was und wie man es raucht, bleibt überall und in jeder Szene dasselbe. Cannabis ist auch in Punker-Kreisen keine Besonderheit, sondern alltägliche Realität.
David Huth
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