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breitspiele
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Breitspiele im Juli
Es scheint fast so, dass sich der Sommer doch noch blicken lässt.
Publiziert am: 29.06.05 - Medienformen: Medienform Text

hanfjournal 05juli artikel breitspiele Revolution
Trans Europa

Aber da man sich da nie so sicher sein kann, stellen wir euch zwei längere Spiele vor, mit denen sich verregnete Abende verschönern lassen und mit Trans Europa auch noch nett ausklingen.


Strategie und Action
Blood Feud in New York
ist für zwei bis sechs Mafiosi die Chance, zum Boss der Bosse über New Yorks Unterwelt aufzusteigen. Ob Cosa Nostra, Russen-Mafia oder Kolumbianisches Kartell, bleibt einem selbst überlassen Zu Spielbeginn kontrolliert jeder Mafiaboss seine Familie und deren Heimat-Stadtteil wie The Bronx, Manhattan oder New Jersey. Diese Stadteile sind in kleinere Bezirke unterteilt, um die gekämpft wird, das heißt, will man gewinnen, müssen diese bis zum Ende kontrolliert werden.

Die beiden alternativen Siegbedingungen sind: Das Ermorden aller anderen Mafiabosse oder das Erreichen einer „unbestreitbaren Vormachtstellung“, indem man am Ende einer Runde mindestens 6.000 Dollar verdient hat. Meistens läuft es darauf hinaus, dass ein Boss die „Vormachtstellung“ erringt. Allerdings bleiben dabei nicht selten ein oder zwei Bosse auf der Strecke und damit ist für die Spieler das Spiel vorbei. Das ist auch der Hauptkritikpunkt an diesem Vier-Stunden-Spiel. Denn läuft es ganz schlecht, fliegt ein Spieler schon nach zwei Stunden raus, während die anderen noch zwei Stunden weiter spielen. Für den Ausgeschiedenen sehr langweilig!

Jeder Spieler erhält einen Boss und fünf Familienmitglieder sowie einige Angestellte oder Fahrzeuge. Bei diesen Figuren, zu denen noch die Kategorie Gebäude kommt, handelt es sich um ungefähr 300 Plastik-Männchen wie Gangster, Handlanger und Killer, die man anheuern kann, Limousinen, Rennboote, Hubschrauber, illegale Schwarzhandel-Gebäude, Penthäuser und bestochene Polizeireviere, die man kaufen kann. All diese Figuren helfen der eigenen Familie beim Kämpfen, beim Transport der eigenen Figuren oder bringen Geld ein. Damit sind wir auch schon beim Kern des Spiels, das in vier Phasen unterteilt ist. 1. Angriff: In dieser Phase ziehen eigene Figuren entsprechend ihrer Bewegungspunkte. Dazu bewegt man seine Figuren in die Gebiete der Gegenspieler. Sobald gegnerische Figuren aufeinandertreffen, wird gekämpft. 2. Fortbewegung: Hier werden die nicht an Kämpfen beteiligten Figuren in vorteilhaftere Positionen gebracht. 3. Berechnung der Gesamteinkünfte: Der Verdienst einer Familie ergibt sich aus der Verteilung der eigenen Familienangehörigen und den besetzten Bezirken auf dem Spielplan. 4. Einkaufen: Nun können die Familien von dem gerade verdienten Geld neue Figuren kaufen und auf den Spielplan bringen.

„Blood Feud“ ist ein aggressives Kampf- und Verhandlungsspiel, wobei zu beachten ist, dass man über alles verhandeln darf und sich an nichts halten muss. Wenn man „Blood Feud“ spielt, fühlt man sich irgendwie in einen Gangsterfilm versetzt. So war eine der spannendsten Situationen in unseren Spielen, als eine Familie mit drei Hubschraubern und darin sitzenden Killer-Kommandos ein gegnerisches Penthouse gestürmt hat. Spielt selbst, um rauszukriegen, wie das ausging!
„Practice your Italian/Goodfella accent and have a great time with this game!”
Note: 2–3


Strategie
Revolution
Vorsicht – nur für echte Spiele-Freaks – 16 Seiten Regeln sind zu bewältigen – Vorsicht!
Angesiedelt ist „Revolution“ in den Jahren 1568 bis 1648 in den Niederlanden. Es sollte eben diese 80 Jahre dauern, bis Spanien die Unabhängigkeit der Niederlande anerkannte. „Revolution“ ist ein sehr komplexes und strategisches Spiel, das für zwei bis fünf Spieler konzipiert ist. Als Katholik, Habsburger, Reformer, Bürger oder Adeliger versucht man innerhalb von sechs Runden die meisten Siegpunkte zu gewinnen. Diese gibt es für den Besitz von Regionen und Städten. Außerdem bekommt jede Partei Siegpunkte für spezielle Aufgaben:

Der Katholik bekommt für jede katholische Provinz mit Diözese einen Siegpunkt, muss also dafür Sorge tragen, dass diese nicht unter den Einfluss des Bürgertums oder der Reformer geraten. Der Reformer muss Universitäten gründen und dafür sorgen, dass diese bestehen bleiben, dass heißt, er darf nicht zulassen, dass Unis in die gierigen Krallen der Habsburger oder der Katholiken fallen. Der Habsburger braucht in möglichst vielen Regionen militärischen Einfluss, das bedeutet Aufrüsten und ein kluges Platzieren seiner Armeen. Der Adel sitzt irgendwie zwischen allen Stühlen und bemüht sich, in vielen Provinzen Marker zu haben. Das Bürgertum muss die wichtigsten Handelszentren kontrollieren.

Alles beginnt mit der Nullrunde, die den Status quo erzeugt. Dabei werden nach einem vorgegebenen Schlüssel Marker auf der Karte verteilt. Zusätzlich füllen Adel, Bürgertum und Reformer Marker in Unterstützungsboxen. Diese Boxen repräsentieren sonstige Mächte, die in dieser Zeit in das politische Geschehen eingriffen, wie der österreichische Kaiser, die Londoner Kaufleute oder die Calvinisten. Eingesetzt werden diese Marker im weiteren Verlauf der Runde. Sie bieten oft die einzige Chance in neuen Provinzen Fuß zu fassen. Während nur der Habsburger das Spiel mit zwei Armeen beginnt, ist der Katholik der Einzige, der zu Spielbeginn über Geld verfügt. Ist diese Nullrunde beendet, beginnt das Spiel erst richtig.

Bei „Revolution“ wird ganz offen gedroht, erpresst oder verhandelt. Allerdings muss man sich an keine Absprachen halten, was dieses Spiel extrem gemein macht. Dazu kommt, dass der Katholik und Habsburger auf der einen, sowie Reformer und Bürgertum auf der anderen Seite scheinbar die gleichen Ziele verfolgen. Doch ab Runde vier fallen auch die vermeintlich Verbündeten übereinander her, um für sich die Sieg-Chancen zu erhöhen. Innerhalb der fünf Runden versuchen alle Parteien ihr Einflussgebiet auszudehnen. Zu Konflikten kommt es immer dann, wenn zu viele Marker verschiedener Farben in Provinzen das Provinzlimit übersteigen. Das gleiche gilt für militärische Auseinandersetzungen. Armeen können außerdem Städte belagern oder Provinzen plündern. Insgesamt gibt es 20 verschiedene Aktionen pro Runde, die alle aufgezählt, den Rahmen der Seite sprengen würden.

„Revolution“ ist ein sehr gutes Spiel, obwohl es so fies sein kann, das es wehtut. „Revolution“ ist ein sehr kompliziertes Spiel und mit seinen mindestens vier Stunden nur was für echte Spiele-Freaks. „Revolution“ ist so vielschichtig, dass man den Reiz dieses Spiels erst nach mehreren Partien erkennt. „Revolution“ ist im Handel schwer erhältlich und sollte bei Phalanx bestellt werden. Wer „Civilization“ mag, wird „Revolution“ lieben (oder umgekehrt).
Note: 1 (nur für Strategen)


Eisenbahn-Aufbauspiel
Trans Europa
ist die Adaption von „Trans America“ für Europa. Zwei bis sechs Spieler versuchen in diesem schnellen und spannenden Aufbauspiel, fünf europäische Städte mit Schienen untereinander zu verbinden. Welche das sind, entscheiden die verdeckt gezogenen Karten. Wer als erster seine Verbindung komplettiert, gewinnt diese Runde. Alle anderen kriegen für alle fehlenden Verbindungen zwischen ihren Städten Minuspunkte Da alle Spieler mit zwölf Punkten das Spiel beginnen, endet es, sobald einer bei null Punkten angekommen ist. Es gewinnt, der die meisten Punkte hat.

Der Startspieler kann, da er als erster seinen Startpunkt aussuchen darf, diesen so wählen, dass er für diese Runde im Vorteil ist. Von den jeweiligen Startpunkten der Spieler ausgehend, legen diese eine oder zwei Schienen an, die immer mit dem eigenen Startpunkt verbunden sein müssen. Über Flüsse, Gebirge oder Meere darf nur eine Schiene gebaut werden.

Da alle Schienen schwarz sind, verbinden sich die Streckennetze der Spieler früher oder später zu einem großen Streckennetz. So entstehen oftmals Verbindungen, die es einigen Spielern ermöglichen, ihre Städte einfacher und vor allem schneller miteinander zu verbinden. Also überlegt gut, wann ihr euch an gegnerische Netze anschließt. Mit seinen höchstens 30 Minuten ist Trans Europa ein kurzweiliges und spaßiges Spiel für zwischendurch.
Note: 2–3

Kerstin Koch


Blood Feud in New York
Autor: Walter Duncan
Verlag: Rebel Forge/Eagle Games
Spieler: 2–6
Alter: ab 12 Jahren
Dauer: 3–4 Stunden
Preis: 36,90 Euro bei www.delayedreactions.de

Revolution
Autor: Francis Tresham
Verlag: Phalanx
Spieler: 2–5
Alter: ab 12 Jahren
Dauer: 4–8 Stunden
Preis: angeblich auch bei milan-spiele für 46,20 Euro erhältlich (www.milan-spiele.de)

Trans Europa
Autor: Franz-Benno Delonge
Verlag: Winning Moves
Spieler: 2–6
Alter: ab 8 Jahren
Dauer: ca. 30 Minuten
Preis: ca. 17,00 Euro

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