Hanf Journal Logo Teil 1
Hanf Journal Logo Teil 2
*

  SITEMAP
 
  * Rubriken
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

*
 
*
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-

*
 
*
-
-
-

growing
*
Versenden: Artikel drucken Bild Druckversion
Spaßbremsen Teil 5: Die weiße Fliege und die Blattlaus
Nach den Ausschweifungen der letzten zwei Ausgaben wollen wir uns wieder den tierischen Schädlingen unserer geliebten Pflanzen widmen. Weil es sich um relativ "leicht" zu erkennende Arten handelt, ist deren Bekämpfung auch nicht so kompliziert wie bei Spinnmilben oder Thripsen. Deshalb werden in diesem Kapitel gleich zwei Arten beschrieben, da sich auch die Mittel zur natürlichen Bekämpfung sehr ähneln: Die weiße Fliege ist eigentlich gar keine Fliege, sondern gehört zur Familie der Wollschildläuse und wurde wahrscheinlich Mitte des 19. Jahrhunderts aus Südamerika eingeschleppt.
Publiziert am: 28.09.05 - Medienformen: Medienform Text

hanfjournal 05oktober artikel Spaßbremsen Teil V: Die weiße Fliege und die Blattlaus
...macht keinen Spass!

Weiße Fliege
Die bei uns am häufigsten auftretende Art Trialeurodes vaporariorum ist circa 1,5 Millimeter lang, ihre Wachsauscheidungen lassen sie, obwohl eigentlich gelb, weiß erscheinen und mit einer Flügelspannweite von fünf Millimeter sind sie auch mit bloßem Auge gut zu erkennen. Anders dagegen die 0,2 Millimeter großen Larven, die aus den 100 bis 500 Eiern schlüpfen, die das Weibchen in zuvor gebohrte Kanäle auf der Blattunterseite der befallenen Pflanze abgelegt hat. Die geschlüpften Larven schädigen die Pflanze, bis sie sich nach einigen Tagen verpuppen und in diesen Stadium bis zum Schlüpfen bewegungsunfähig an der Blattunterseite bleiben. Erst die geschlüpften Puppen saugen dann die Pflanze wieder aus. Die Entwicklung von der Eiablage bis zum adulten Tier dauert je nach klimatischen Bedingungen 20 bis 28 Tage, im Innenbereich sind bis zu 20 Generationen pro Jahr möglich. Schildläuse mögen es feucht, deshalb ist ein Befall in Mutterkammern häufiger, ihre bevorzugte Temperatur liegt bei 22 Grad Celsius oder höher.

Ausgewachsene Tiere sind sehr einfach durch leichtes Schütteln den Pflanze aufzuschrecken, bei einem Befall sind helle Saugstellen an den Blättern sichtbar, die sich langsam über das ganze Blatt ausdehnen, bis es vergilbt und abfällt. Außerdem enthalten ihre Ausscheidungen Fructose (also Zucker), was wiederum einen idealen Nährboden für allerlei Pilze bietet. Zur Bekämpfung stehen einige Mittel zur Verfügung, wobei ich die systematisch wirkenden Chemo-Keulen übergehe, da dieser Fraßfeind selbst bei stärkerem Befall natürlich bekämpft werden kann.

Wichtig hierbei ist, dass beim Sprühen alle Blattunterseiten komplett besprüht werden, da es sich um Kontaktwirkstoffe handelt. Hier wirkt eine zwei- bis dreimalige Behandlung mit einer Neem- oder Rapsöl-Emulsion genauso gut wie Seifenlauge oder Brennnessel-Spritzbrühe. Gegen Pyrethrum (Chrysanthemenblütenextrakt) hat die weiße Fliege Resistenzen entwickelt, dies ist der einzige Unterschied zur Bekämpfung der Blattlaus mit natürlichen Insektiziden. Außerdem empfiehlt sich der Gebrauch von Klebefallen.

Wie immer sollte nach Befall und Gegenmaßnahme der Einsatz von Nützlingen in Erwägung gezogen werden, um weiterem Übel langfristig vorzubeugen, hier hilft die Ausbringung von Schlupfwespen (Encarsia formosa). Diese können übrigens auch dann eingesetzt werden, wenn ihr den Befall frühzeitig entdeckt und euch so den Einsatz der Spritzmittel komplett spart. Die Schlupfwespe verzehrt alle Entwicklungsstadien der Wollschildlaus sehr zuverlässig.

Blattlaus
Die Blattlaus (Aphidina) gehört auch zur großen Familie der Läuse und tritt in den unterschiedlichsten Farben von schwarz, braun über rot bis grün und alleine bei uns in über 800 Variationen auf. Die meisten für Zimmerpflanzen gefährlichen sind 1,5 bis 3,5 Millimeter groß, also auch gut zu erkennen. Probleme mit Blattläusen gibt es jedoch vornehmlich outdoor, wo sie bis zu sieben Millimeter groß werden. Sie besitzen sechs Beine und ein Fühlerpaar, bewegen sich langsam fort und haben am Körperende zwei Ausstülpungen (Siphone), durch die sie Honigtau ausscheiden. Blattläuse vermehren sich ungeschlechtlich durch Jungfernzeugung, was auch ihr explosionsartiges Auftreten vor allem im Frühling erklärt. Im Herbst paaren sich die Blattläuse, aus den 40 bis 100Eiern schlüpfen dann im Frühjahr Weibchen, die wiederum ständig lebende Weibchen gebären. So geht es weiter bis zum Herbst, dann werden wieder Weibchen und Männchen geboren, die sich dann paaren, die Weibchen legen Eier usw. ... Blattläuse der selben Art können sowohl geflügelt als auch ungeflügelt sein. Ihre Eier legen sie häufig am Stängel, den Blattachseln oder auf der Blattunterseite ab.

Sie zapfen mit ihrem stechenden Mundwerkzeug die Leitbahnen der Pflanze an und saugen sie aus, der ausgeschiedene Honigtau fördert außerdem Pilzbefall. Auch gelten sie als Überträger pflanzlicher Viruskrankheiten wie dem Blattrollvirus. Das Schadbild durch die Saugtätigkeit ist wie das der weißen Fliege, die Bekämpfung mit natürlichen Insektiziden ebenso, jedoch wirkt auch Pyrethrum (noch). Bei den Nützlingen ist die Palette der Fraßfeinde von Blattläusen breiter, am effektivsten haben sich Marienkäfer erwiesen, die sich jedoch nicht mit Ameisen vertragen, welche wiederum aufgrund der Honigtau-Ausscheidungen oft in Symbiose mit den Läusen leben. Zu empfehlen sind hier sowohl die Gallmücke (vor allem indoor) als auch die Flor- und die Schwebfliegelarve.

Zusätzlich können Pflanzen in unmittelbare Nachbarschaft gestellt werden, die Blattläuse abhalten, hiezu zählen: Bohnenkraut gegen die schwarze Blattlaus und Lavendel gegen die Rosenblattlaus, außerdem sollen Salbei, Thymian, Ysop oder Borretsch helfen. Blattläuse lassen sich selbst bei starkem Befall auf natürliche Art bekämpfen, zum Schluss noch ein paar "Rezepte" für eine Spritzbrühe, einsetzbar gegen Blattläuse und/oder Weiße Fliege:

Brennnesselsud:
Hundert Gramm frische, nicht blühende Brennnesseln mindestens 24 Stunden lang in 500 bis 1.000 Milliliter Wasser einweichen und unverdünnt spritzen.

Seifensud:
50 Gramm Schmier- oder Kernseife auf ein Liter Wasser plus 75 Milliliter Spiritus. Pflanzmedium abdecken und nur die Blattunterseiten besprühen.

Rapsölemulsion:
90 Milliliter Rapsöl auf 5 Liter Wasser. Damit sich die Öl-/Wasser-Mischung verbindet, gibt man einige Spritzer Spülmittel hinzu.

Tabaksud:
Etwa 50 Gramm Tabak werden in einem kleinen Topf mit einem Liter Wasser aufgefüllt und einige Minuten gekocht. Anschließend werden die Tabakreste abgeseiht und ein paar Tropfen Spülmittel hinzugefügt.

Und nicht vergessen, für Wollschild- und Blattlaus gilt: Augen auf und die Blattunterseiten, Stängel und Achseln regelmäßig mit einer Lupe auf Eier und Kot kontrollieren!
KIMO
Marienkaefer + blattlaus Weiße Fliege Schlupfwespe
Versenden: Artikel drucken Druckversion Versenden: Artikel bookmarken bei einem ServiceBookmark it!

Mehr zum Thema:

- Diskutiere das Thema im Hanf Journal Forum

 
*
 Aktuelles HanfJournal
-