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breitspiele
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Breitspiele im Oktober
Schon wieder Oktober – und noch immer nicht alle Spiele der letzten Spiele-Messe in Essen besprochen. Und am 13. beginnt die „Spiel ’05“. Folglich kommen endlich die Spiele von dem italienischen Verlag daVinci games dran. Den Anfang macht allerdings „Im Schatten des Kaisers“, das viel zu lange im Regal gelegen hat, denn es ist eines der besseren Spiele des Jahrgangs 2004. Und zum Schluss kommt Oltre Mare dran. Ein weiteres schönes Spielchen des kleinen Verlags Mind the Move.
Publiziert am: 29.09.05 - Medienformen: Medienform Text

hanfjournal 05oktober artikel Breitspiele Im Schatten des Kaisers

Strategie
Im Schatten des Kaisers
Fünf Runden lang versuchen zwei bis vier Vertreter adliger Familien im spätmittelalterlichen Deutschland Kaiser zu werden. Nachdem der erste Kaiser ausgelost wurde, verteilen die Spieler ihre Adeligen - Kurfürst, Baron, Paar und Ritter - in Kurfürstentümern ihrer Wahl. Diese bringen jeweils bestimmte Vorteile (Privilegien) wie einen zusätzlichen Siegpunkt, mehr Geld oder mehr Stimmen. In der ersten verkürzten Runde machen dann die Spieler ihre Aktionen: Aktionskarten kaufen und einsetzen, Privilegien der Kurfürsten ausführen oder Ritter ein- oder umsetzen. Sobald alle Spieler gepasst haben, werden in den führerlosen Kurfürstentümern neue Kurfürsten eingesetzt. Natürlich wird der mit den meisten Adeligen Kurfürst. Sollte einer der Spieler die Aktionskarte Gegenkaiser genommen haben, wählen jetzt die Kurfürsten den Kaiser.

Anschließend folgt die nächste Runde. Ab sofort gibt es Einkommen, die Adeligen altern und bringen Nachkommen zur Welt. Und weiter geht es wie in Runde eins mit den Aktionen. Wer nach fünf Runden die meisten Siegpunkte hat, gewinnt. Diese gibt es jedes Mal, wenn ein Kurfürst an die Macht kommt, durch Aktionskarten, für den Städtebau oder als Kaiser für die Kaiseraktion. Und da das Spiel nur fünf Runden dauert, will alles genau geplant sein. Wenn ich meinen Kurfürsten sterben lasse, habe ich dann immer noch die Mehrheit, um auch den nächsten zu stellen und dafür zwei Siegpunkte zu bekommen? Soll ich bei der Kaiserwahl den neuen oder lieber den alten unterstützen? Denn liegt man bei der Wahl richtig, gibt es auch einen Siegpunkt. Welche Aktionskarten wähle ich, die sagen nämlich auch, ob es eine Tochter oder ein Sohn wird, was wichtig für die Mehrheitsverhältnisse in einem Kurfürstentum sein kann. Mal wieder ein Spiel mit einfachen Regeln, das es allerdings in sich hat.
Note: 2


DaVinci games haben uns auf der "Spiel '04" in Essen eine ganze Tüte mit Spielen in die Hand gedrückt. Wirklich angezeckt haben uns die Spiele nicht, deshalb kommen sie auch erst jetzt dran. Kurz und knapp.


Glücksspiel
"Tuchulcha" ist ein etwas komplexeres "Mensch ärgere dich nicht" für zwei bis vier Spieler. Jeder von ihnen versucht möglichst viele eigene Spielsteine ins Ziel (Voltumna) zu bringen und die der anderen in den Wald zu schicken. Erschwert wird dies allerdings dadurch, dass einige Felder magischen Schutz bieten. Einer der Spieler kann allerdings auch - indem er drei seiner Spielfiguren opfert - versuchen alle anderen Spielfiguren zu schlagen. Gelingt ihm das, gewinnt er das Spiel. Sollte sich ein Spieler für diese Option entschieden haben, kann ein weiterer Spieler versuchen, bestimmte Felder auf dem Weg, die so genannten Durchgänge, zu versiegeln und so gewinnen. Hört sich komplizierter an, als es ist, denn es ist tatsächlich nicht mehr als "Mensch ärgere dich nicht".
Note: 4


Glücksspiel
"Dancing Dice" ist ein reines Würfelspiel, was an Pokern erinnert. Zwei bis sechs Spieler versuchen möglichst einen Tanzmarathon zu gewinnen. Wie? Indem sie die Tänze ausführen, die am meisten Punkte bringen. Dafür würfeln sie hinter einem Schirm sechs Würfel (anschließend dürfen sie so viele Würfel, wie sie wollen, noch einmal würfeln) und legen sie dann in zwei Dreierreihen aus. Super sind Einer-, Zweier- und Dreier-Drillinge, ansonsten werden einfach immer die Augen, pardon Füße, gezählt. Der oder die Verlierer rutschen auf der Zählleiste ein Feld nach unten, wer bei Null ankommt, scheidet aus. Sollte es gelingen drei Pärchen zu würfeln, verliert man nicht. Sollte man es sogar schaffen, sechs gleiche Füße zu würfeln, geht es auf der Zählleiste wieder zwei Schritte nach oben. Mehr gibt es zu diesem Spiel nicht zu sagen. Für ein paar Absackerrunden nach einem ausgedehnten Spiele-Abend ein witziger Ausklang.
Note: 3


Kartenspiel
"Abracadabra" ist ein Sammelspiel, bei dem es in wahrscheinlich völlig unabsichtlicher Anlehnung an Harry Potter darum geht, aus drei unterschiedlichen Zauberern die drei verschiedenfarbige Roben tragen und die zu drei unterschiedlichen Elementen (Kartenfarbe) gehören können, bestimmte Kombinationen zu bilden. Diese Kombinationen werden mit Siegpunkten belohnt. Das Ganze wird durch einige Zauber- und Zusatzkarten noch ein wenig aufgepeppt. Zwei bis sechs Zauberer können an diesem schnellen Kartenspiel teilnehmen.
Note: 3


Kartenspiel
"Mister Bill" ist in einem Restaurant für drei bis acht Gäste der Chefkellner und er ist der schwarze Peter, bekannt aus gleichnamigem Kinderspiel. Es geht darum in Zweiter-Teams Kartenpärchen abzulegen und nur Mister Bill-Karten gibt es in ungerader Zahl. Je schneller ein Team seine Karten los ist, umso mehr Punkte gibt es. Um einen Sieger festzustellen, sind in der letzten Runde alle auf sich allein gestellt. Mit Kindern bestimmt nett, sonst ein bisschen simpel.
Note: 4


Kartenspiel
"Moby Pick" ist ein Geschwindigkeits-Sammelspiel, bei dem es für drei bis acht Gedächtnis-Spezialisten um das geschickte Kombinieren von Farben, Namen und den Bildern von einem Papagei, einem Mädchen und dem namensgebenden Wal geht. Auch eher was für die Jüngeren.
Note: 3-


Kartenspiel
"FarFalia" dagegen ist eine einfache "Skat"-Variante, bei dem in den gemachten Stichen bestimmte Bilderkombinationen haben sollte. Das Ganze ist in das Gewand einer Fotosafari für ein Naturmagazin verpackt. Für Leute, die mal nicht mit dem alten Skatblatt spielen wollen oder zum Skat lernen für Kinder, ganz gut.
Note: 3


Kartenspiel
"Ostrakon" ist ein anderer Spieltyp und kommt auch in einer anderen Verpackung. Bei diesem Kommunikationskartenspiel geht es für fünf bis zwölf Philosophen darum, Fragen aus vorgegebenen Gebieten zu formulieren und zu beantworten. Dabei versucht der Fragesteller eine nur mit zwei Antwortmöglichkeiten zu beantwortende Frage zu stellen und selbst die Frage mit der Mehrheit geheim zu beantworten. Sollte das gelingen, rückt er auf dem Pfad der Erkenntnis voran, dem Ziel der meisten Philosophen. Insgesamt ein gutes und lustiges Spiel, schon gar bei der möglichen Spielerzahl.
Note: 2-3


Kartenspiel
Oltre Mare
Zu guter Letzt wollen wir noch auf "Oltre Mare" aufmerksam machen. Dieses Spiel hat der italienische Kleinstverlag "Mind the Move" im vergangenen Jahr innerhalb kürzester Zeit auf der Spiele-Messe in Essen verkauft.

Mit Recht, denn es ist ein richtig gutes Handelsspiel rund um die Händler und Dogen von Venedig. Es geht darum, mit Schiffen auf den Routen der alten Venezianer der "Oltre Mare" die wertvollsten Waren aus den entferntesten Häfen in den eigenen Besitz zu bringen. Dabei wird mit der Konkurrenz getauscht und auf den Märkten verkauft. Piraten und Räuber machen den Spielern das Leben schwer. Leider ist die Mind The Move-Variante sehr klein und deshalb ziemlich unhandlich. Aber das wird "Amigo" hoffentlich inzwischen behoben haben. Denn dieser Verlag bringt "Oltre Mare" in diesem Jahr in Essen groß raus. Eine echte Kaufempfehlung.
Note: 2


Im Schatten des Kaisers
Autor: Ralf Burkert
Verlag: Hans im Glück
Spieler: 2-4
Alter: ab 12
Dauer: ca. 90 Minuten
Preis: 25 Euro

Oltre Mare
Autor: Emanuele Ornella
Verlag: Mind The Move/Amigo
Spieler: 2-5
Alter: ab 12
Dauer: 60 Minuten
Preis: 20 Euro

Alle folgenden Spiele sind von daVinci games:


Tuchulcha
Autor: Marco Donadoni
Spieler: 2-4
Alter: ab 8
Dauer: 30 bis 45 Minuten
Preis: 15 Euro

Dancing Dice
Autor: Silvano Sorrentino
Spieler: 2-6
Alter: ab 8
Dauer: 20 bis 30 Minuten
Preis: ???

Farfalia
Autor: Derek Carver
Spieler: 2-5
Alter: ab 8
Dauer: 30 bis 45 Minuten
Preis: 7 Euro

Mister Bill
Autor: Filippo & Tommaso Percivale
Spieler: 3-8
Alter: ab 7
Dauer: 15 bis 20 Minuten
Preis: ???

Abracadabra
Autor: Domenico Di Giorgio & Roberta Barletta
Spieler: 2-6
Alter: ab 8
Dauer: 20 bis 40 Minuten
Preis: ???

Moby Pick
Autor: Luigi Ferrini
Spieler: 3-8
Alter: ab 7
Dauer: 15 bis 20 Minuten
Preis: ???
Kerstin Koch, Veit Schnetker
Abracadabra Dancing Dice FarFalia
Im Schatten des Kaisers Mister Bill Moby Pick
Oltre Mare Ostrakon Tuchulcha


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