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Drauf in 'Down Under' – Australien
Publiziert am: 04.11.05 - Medienformen: Medienform Text

hanfjournal 05nov artikel Drauf in 'Down Under'

Australier sind für ihre entspannte Lebensart bekannt. Auf meiner Reise durch Australien bin ich den Gewohnheiten der Bewohner und der Ursache auf den Grund gegangen. Die Sonne wirkt, außer in den beiden Wintermonaten Juli und August unbeirrt auf die Bewohner ein. Dies ist bestimmt ein auschlaggebender Faktor. Aber es ist nie nur, wie es „scheint"...

Anfang des Jahres zog es mich auf den Kontinent, der gerade mal vor 200 Jahren entdeckt wurde. In Melbourne angekommen, ging es zunächst nach Tasmanien, dann über Byron Bay per Bus und Anhalter nach Cairns. Byron Bay bietet pures Strandvergnügen an der Ostküste und es ist der Ort, dem so mancher Australier, wenn er sich unabhängig von den Finanzen zwischen Paris und Byron Bay wählen dürfte, den Vorzug geben würde. Weißer Strand, braungebrannte Surfer, Backpacker-Feeling. Und ganz in der Nähe: Nim Bin. Die Aussage des Lonely-Planet zu diesem Ort: „You’ll probably get offered pot on the street. If you don't like that kind of thing, you might find the persistent dealer annoying."

Organisierte Bus-Touren bieten Fahrten in die Kifffer-Region Nim Bin. Neben Reggeagedudel werden dabei – abhängig vom Fahrer – auch Historisches, Aktuelles und Banales vermittelt. Ich entschließe mich zu einer Fahrt. Bei einem Zwischenstopp berichtet unser Fahrer von unregelmäßigen Kontrollen der Polizei. Gerade zwei Wochen vorher waren Touris erwischt, jedoch nicht festgenommen worden. Auf jeden Fall wird uns vom Kauf abgeraten. Aber hallo, frage ich mich, warum sind wir denn dann hier? Um das Wissen über Polizei-Kontrollen bereichert, geht es weiter zum Ziel. Dort bleibt uns gerade mal eine Stunde Zeit, all das zu organisieren, was zu organisieren ist. Da es nur eine Straße gibt und sich ein „Souvenir“-Geschäft ans andere reiht, finden sich Käufer und Verkäufer bereits vor der Ladentür. Zuerst schlendere ich – wie die meisten anderen auch – durch das Kiffer-Museum mit Cafeteria. Dort führt ein Seitenausgang in eine kleine Gasse, wo es einen winzigen Markt gibt. Dort reicht die Nennung einer Zahl aus, um das Gewünschte zu bekommen. Erst zögere ich noch ein wenig, dann kaufe ich doch. Auf dem Weg zum Bus, frage ich mich, wer von den anderen sechs ebenfalls etwas gekauft haben könnte. Ich bekomme es nicht heraus, und finde mich damit ab, eventuell die Einzige zu sein, die sich dem weisen Ratschlag entzogen hat. Fünf Stunden später sitzen sechs Backpacker aus England, Kanada, Deutschland und Brasilien bei Bier und Joint zusammen am Lagerfeuer, teilen Geschichten, schießen peinliche Fotos und lachen.

Die Reise führt dann nach Magnetic Island, wo einmal im Monat Hunderte Electro-Liebhaber von einer Fullmoon-Party am Strand unter Palmen angezogen werden. Auf der Fähre ist auch Albert, ein Phillipine, der die Insel seit vier Jahren seine Heimat nennt. Am folgendem Tag besuchen wir drei seiner Freunde, die zu meiner Überraschung um die Fünfzig sind. Die Begrüßung ist herzlich und sie fragen zugleich, ob wir mitrauchen wollen. Der Stoff ist stark, ich fühle mich benommen, die Leute sind nett, und es stört weder mich noch sonst jemanden, dass ich dem fremdsprachigen Gespräch kaum noch folgen kann. Weiter geht’s zu Alberts selbstgebauten quasi für alle offenen Holzhütte. Hängematte und Trommeln fallen in mein Blickfeld. Zum Accessoire gehört auch eine 'bucket bong', die ich erstmalig anteste. Mehrmals täglich kommen Freunde zu Besuch, sitzen eine Weile gemütlich beisammen und ziehen dann weiter. Vier Tage voll Entspannung und kultureller Begegnungen folgen.

Es heißt, dass rund 90 Prozent der Inselbewohner rauchen, egal ob auf Arbeit oder nicht. Wer nicht raucht, ist entweder ein Kind oder enthaltsamer Tourist. Was das Kiffen angeht, sind die Strafen in den Bundesländern unterschiedlich geregelt. Haschisch ist in dem Bundesstaat Adelaide als auch in Canberra illegal. Ungeahndet bleibt jedoch der Anbau von ein oder zwei Pflanzen. In Sydney ist der Anbau nicht erlaubt. Fünf bis sechs Gramm zu besitzen wird allerdings nicht weiter beachtet. Wer mehr dabei hat, wird für einen Dealer gehalten und dementsprechend bestraft. Der Besitz und die Einnahme von Drogen wie Ecstasy oder LSD sind grundsätzlich verboten.

Bei der Wohnungssuche in Sydney lande ich einen Glückstreffer. Getreu dem Motto gleich und gleich gesellt sich gern... ziehe ich zu drei Australiern, die das Leben zu genießen wissen. Eine der ersten Fragen bei der Zimmerbesichtigung war, ob ich was dagegen hätte, wenn die Mitbewohner ab und zu „was rauchen“ würden ...

Grundsätzlich kommt ein Backpacker in Sydney leicht an spezielle Substanzen heran, will man allerdings qualitativ gute und keine überteuerte Ware sind Leute mit Kontakten wichtig. Kings Kross – Nuttenviertel und Ausgeh-Meile – ist ein Viertel, in dem an den Wochenend-Abenden Leute zusammenkommen, die am Tage nichts miteinander zu tun haben wollen. Besonders in der Darlinghurst Road bekommt man vermutlich alles, was es an illegalen Drogen gibt. Zumindest wirkt ein Teil der Leute dort so, als hätten sie so einiges konsumiert. Das erkennt selbst der Laie. Und der Konsum von Drogen wie Speed, Ecstasy und Koks sind durchaus üblich, wenn auch illegal. Allerdings sind die Preise um einiges höher als hierzulande, dafür die Drogen weniger wirksam. Speed kostet so 30 Euro pro Gramm, Koks 60 Euro und für Ecstasy legt man mindestens 15 Euro hin.

Regelmäßig wird in den Medien darüber berichtet, dass wieder einige Australier im Ausland wegen Drogenbesitz festgenommen wurden oder bei der Einschleusung großer Mengen aus Ländern wie Bali erwischt wurden. Die Berichterstattung zu diesem Thema erscheint mir im Verhältnis zu Deutschland hoch. Vielleicht liegt es an den Konsequenzen, die in den Bezugsländern drohen: hohe Strafen oder lebenslang. Zudem müssen alle Stoffe über Flugzeug oder Schiff eingeführt werden, was die Entdeckung von illegalen Substanzen erhöht. Aber dennoch, ein wenig im Lande eingelebt, erschließen sich die notwendigen Kontakte schnell. Und so bleibt nur zu sagen: Ab ins Land der Sonne!.

Kathi S.
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