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>> Experimental
Judith Juillerat - Soliloquy (shitkatapult)
Publiziert am: 06.12.05 - Medienformen: Medienform Text

hanfjournal 05dezember artikel Judith Juillerat – Soliloquy

Anfang 2005 wagte Judith Juillerat mit ihrer Musik einen ersten Schritt an die Öffentlichkeit, als sie mit ihrer Bearbeitung "A(r)mour" Björks Remix-Contest von "Army of Me" zugunsten von Unicef gewann und sich gegen 600 weitere Teilnehmer durchsetzte. Und wer den "Blitzkrieg Pop" von T. Raumschmiere kennt, kennt seit den kühl und technoid gestalteten "3 Minutes Happiness" auch die Französin Judith Juillerat. Als Mittdreißigerin und Mutter zweier Kinder ist sie ein später Gewinn für eine Szene, die überwiegend jünger, männlich und technikversessen daherkommt. Sie dagegen fügt ihre Songs und Klang-Collagen im beschaulichen Besançon am Rande des Jura-Gebirges Spur um Spur am Mehrspurrecorder zusammen. Nun legt sie mit "Soliloquy", Selbstgespräch also, ihr beeindruckendes Debüt-Album vor, welches ohne Computer entstanden ist. Auf 13 Tracks werden hier Melodien von kleinen Patzern durchzogen, fragmentarisch erfassen melancholische Klavierklänge das Rauschen des Meeres als Folge eines sakralen Orgel-Kanons und führen so zu sehr wohltemperierten Klangbildern. Aber auch bedrohliche Flächen lässt Judith mit ihrer angenehm zurückhaltenden Stimme zu einem organischen Gebilde zusammenfließen - alles in einer ästhetischen Ausgewogenheit. Ihre Kompositionen sind intuitiv und spontan. Ein fast schon erzwungenes voyeuristisches Element ist durch intime, ergreifende Momente kaum von der Hand zu weisen. "Soliloquy" ist ein Album, das unheimlich zart, vielleicht sogar unbeholfen daher kommt und im nächsten Augenblick erschreckend stark ist. Eine eigenwillig verschrobene Musik entsteht so, die meist wunderbar losgelöst von vorschnellen Zuordnungsversuchen zu aktuellen Sound-Paradigmen erklingt. Dabei stellt sich Judiths vermeintliches Selbstgespräch als trickreicher Kunstgriff heraus, der ahnungsvoll den Hörer in die erlebte Rede seiner eigenen Seele verwickelt. Ob das Produzieren nach alter Schule für den überzeugenden Reifegrad ihrer Musik verantwortlich gemacht werden kann, bleibt dahingestellt.

http://www.shitkatapult.com
Roland Grieshammer


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