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Manche machen’s sich selbst
Der unerlaubte Anbau von Hanf ist in Deutschland durch das Betäubungsmittel-Gesetz (BtmG.) verboten und ein Verbrechen. Wenn dir die Gesetze in deinem Land nicht gefallen, setze dich dafür ein sie zu ändern, unterstütze Menschen, die ähnliche Gesetzesänderungen anstreben wie du es tust, spreche offen über deine Ideen und informiere deine Mitmenschen über dein Anliegen!
Publiziert am: 07.04.05 - Medienformen: Medienform Text

hanfjournal Sa 05 growing artikel Manche machen’s sich selbst!

Viele Konsumenten von getrockneten Hanf-Blütenspitzen sind es irgendwann leid, überteuerte Rauchware zweifelhafter Herkunft und Qualität illegal auf dem Schwarzmarkt zu erwerben. Daher bauen immer mehr Menschen ihren Rauchhanf zum Eigenbedarf selbst an und machen sich damit in Deutschland strafbar. Sie ziehen Indoor-Anbau oder den im Gewächshaus vor und beschneiden die Pflanzen entsprechend für die spätere Blüte im Freiland. Bevor mehrere Pflanzen ausgepflanzt werden, sollte das Geschlecht der Pflanzen feststehen, um unnötigen Selektions- und Arbeitsaufwand sowie eventuelle Misserfolge im Freiland zu vermeiden.  Fortgeschrittene Freiland-Bauern arbeiten mit Klonen und kennen daher Geschlecht, Eigenschaften und Ansprüche ihrer Zöglinge genau.
Ab Anfang Mai, wenn länger anhaltende Temperaturabschnitte unter 8 bis 10 °C unwahrscheinlich sind, werden die vorgezogenen Pflanzen herausgesetzt. Wie genau vorgegangen wird, hängt vom Ort des Anbaus ab. Sollen mehrere Pflanzen möglichst versteckt gedeihen, wird ohne Topf direkt im Boden angepflanzt. Nadelwälder, Lehm- und Sandböden sind wie saure und felsige oder staunasse Bereiche zu meiden.  Bodenmulden haben ideale Tarneigenschaften, aber nach Regengüssen bilden sich in ihnen womöglich große Pfützen.  In trockenen Gebieten kann der Boden in den Mulden insgesamt etwas feuchter sein als an höher gelegenen Stellen. Die Nähe zu einem Gewässer ist in trockenen Sommern ein riesiger Vorteil! Das wichtigste Kriterium auf die Pflanzung ist der Lichteinfall. Wie gut ein Ort ansonsten auch geeignet sein mag:
ist er dunkel und schattig wird mensch an ihm mit Hanf leider keine oder keine große Freude haben. Je heller der Anbauort ist, also je mehr Licht während des gesamten Tages auf ihn fällt, desto besser ist der Ort geeignet. Gebiete, in denen Brennnesseln wachsen, erfüllen meist den Lichtanspruch und deuten auf satte Stickstoff- und Wasserverhältnisse im Boden hin und sind ein gutes Zeichen. Es ist eher davon abzuraten, zu viele Pflanzen auf einen zu kleinen Ort zu drängen. Die Pflanzen stehen besser „aufgelockert“ zwischen vorhandenen Pflanzen und verschmelzen so mit der Landschaft, anstelle einen monotonen Anblick abzugeben. Beipflanzungen sind nicht selten. Raps, Bambusarten, Schilfgräser usw. ringen zwar mit dem Hanf um die im Boden vorhandenen Nährstoffe, ein Gürtel aus Beipflanzen kann jedoch eine sehr gute Tarnung abgeben.
Wenn die Pflanzen nicht regelmäßig besucht werden können oder sollen, pflanzen die Gärtner so gut wie immer direkt in den Boden. Wassermangel kann in heißen Sommerperioden zum schnellen Tod der Pflanzen führen. Daher eignen sich Töpfe nur im Garten, auf dem Balkon oder der Terrasse. Werden nur wenige Pflanzen im Freiland zur Blüte gebracht, ist es sinnvoll eine relativ kleine Menge Erdsubstrat mit an den Pflanzort zu bringen. Fünf bis zehn Liter Substrat pro Pflanze sind gut, mehr besser. Wird fertiges Substrat mitgebracht, graben die Gärtner ein doppelt so weites und tiefes Loch wie Erdmischung eingebracht werden soll. Die eine Hälfte des Aushubs wird mit dem Substrat vermischt und wieder ins Pflanzloch gegeben. Bei sehr schlechten Böden kann der Anteil des Aushubs an der Pflanzmischung auch weiter reduziert werden. Nachdem die Pflanze gesetzt wurde, wird sie angegossen. Der restliche Aushub wird rund um die Pflanzstelle verteilt. Das eingebrachte Fertigsubstrat aus dem Fachhandel ist locker und enthält organische Düngemittel-Komponenten.  Einige Spezialmischungen reichen sogar über die gesamte Blütephase aus, um den Hanf ausreichend mit Nährstoffen zu versorgen. Weniger gut genährte Böden – wie die meisten Blumen- und Gartenerden aus den Gartencentern und Baumärkten – lassen sich ebenso aufwerten wie es im Folgenden für Freiland-Böden zu lesen ist.
Werden mehrere Pflanzen weit vom Wohnort des Farmers entfernt gesetzt, so führen erfahrende Gärtner bereits vor dem Pflanztermin vorbereitende Arbeiten am Pflanzort aus. Sie heben an entsprechend verteilten Stellen eines Ortes ausreichend viele Pflanzlöcher mit idealerweise zehn oder mehr Litern Volumen aus. Der Aushub wird auf einen Haufen geworfen und je nach Beschaffenheit, mit Zuschlagstoffen aufgewertet.  Hierbei gilt, dass der Boden auf alle Fälle gute Drainage-Eigenschaften haben muss. Dichter, schwerer, matschiger oder verfestigter Boden ist ungeeignet. Zu feste Böden werden mit einem organischen Bodenstruktur-Verbesserer wie Coco-Fasern oder Hanf-Abschnitten aufgelockert. Perlite sollten meiner Ansicht nach nicht in die Natur gestreut werden. Gärtner geben dem gelockertem Erdsubstrat/Freiland-Boden zur lang anhaltenden Düngung verschiedene organische Zusätze wie Knochen-, Blut- und Fischmehle bei. Freilandgärtner setzen auch oft Guano-Granulate und Pulver aus den Grow Shops ein, da diese viel Phosphor und Kalium enthalten und die Pflanze über die Blüte hinweg damit versorgen. Allerdings ist Vogel-Guano wie auch Torf ein über Jahrhunderte und Jahrtausende gereiftes Naturprodukt, mit dem mensch nicht verschwenderisch umgehen sollte, weil deren Abbau Umwelt zerstört und die Ressourcen begrenzt sind! Der Fachhandel hält auch verschiede organische Düngemittelmischungen für die nährstoffseitige Aufwertung von Böden bereit. Produkte in Pulver- und Granulatform sind am besten geeignet.
Flüssigkeiten lassen sich mitunter nur einmalig ausbringen und wirken meist nur eine begrenzte Zeit. Der fertige, gut durchmischte, mit Strukturverbesserern und organischen Düngemitteln aufgewertete Boden wird nun in die Pflanzlöcher gefüllt. Ein so rechtzeitig vorbereiteter Boden bildet gute Basisbedingungen für die Wuchs- und Blütephase im Freiland.

Die unter Kunstlicht im Innenraum vorgezogenen Pflanzen sollten eine Größe von mindestens 25 Zentimetern erreicht haben und bereits beschnitten worden sein. Einmalig wird der Haupttrieb oberhalb des vierten Knotens beschnitten, wenn der sechste Knotenpunkt erreicht ist. Außerdem schneiden die Outdoor-Gärtner der Pflanze das unterste Triebpaar ab, da sie kaum Ertrag liefern, runterhängen und so Schädlingen den Weg auf die Pflanze erleichtern. Die untersten Triebe würden draußen später kaum Ertrag liefern, dafür aber evtl.  runterhängen und so Schädlingen „eine Brücke auf die Pflanze“ bieten. Außerdem wird so ein kräftiger Austrieb und eine starke Verzweigung der verbliebenen zweiten, dritten und vierten Triebpaare gewährleistet. Ab Anfang Mitte Mai können die vorgezogenen Pflanzen nun ins Freiland verbracht werden.  Sorten mit einer Blütedauer von mehr als acht Wochen sollten bereits unter Kunstlicht einer Lichtperiode von 12/12-Stunden ausgesetzt worden sein, damit die Pflanzen im Freiland schneller in die Blüte gelangen und eine Ernte vor Anfang November möglich wird. Das Raussetzen vorgezogener Pflanzen kann noch bis Mitte Juli erfolgen. Zu beachten ist jedoch, dass sich die so im Freiland sehr verkürzte Wuchszeit negativ auf den Ertrag auswirken wird, wenn unter Kunstlicht nicht bereits entsprechend weit vorgezogen wurde!
Der heikelste Moment beim Freilandanbau ist die Pflanzphase gleich zu Beginn. In den ersten Tagen sind die Pflanzen noch sehr schwach und nicht im Erdreich verwurzelt, wodurch sie sehr anfällig gegen Trockenheit sind. Je besser der Start der Pflanzen in die erste Freilandwoche gelingt, desto höher sind die Überlebenschancen jeder Einzelpflanze. Kleine, junge, frische Pflanzen sind eine sehr zarte und beliebte Beute all der Fraßfeinde, welche sich in hiesigen Regionen herumtreiben.  Ein sehr beliebter Fehler unerfahrener Outdoor-Grower ist es, die Pflanzen zu früh in die Natur zu geben. Stehen noch keine oder nur wenige natürliche Futterpflanzen für die Fraßfeinde wie Reh, Kaninchen, Schnecken, Vögel oder Raupen bereit, ziehen nahrhafte, zarte Jungpflanzen diese an wie eine Oase in der Wüste die Durstigen. Daher gilt: Pflanze niemals raus, bevor nicht die heimische Vegetation den Wildtieren genug Nahrung bietet! Anfangs sind vor allem Wildtiere das Problem, welche eine kleine Jungpflanze direkt über dem Boden abbeißen und zur Gänze verspeisen. Dagegen gibt es jedoch einfachste, effektive Mittel. Gegen Wild aller Art helfen am besten Menschen- und Hundegeruch. Daher verteilen erfahrene Freiländer kleine Haarbüschel des Nachbarhundes rund um und inmitten der angelegten Pflanzung. Zudem ist es sinnvoll, wenn der Gärtner rings um seine Pflanzung hin und wieder in die Büsche pinkelt. Der Geruch menschlichen Urins hält die allermeisten Wildtiere ab und in Kombination mit Hundehaaren ist die Geruchsbarriere nahezu perfekt.
Den Schnecken kommt mensch leider nicht so einfach bei. Herkömmliches, tötendes Schneckenkorn ist abzulehnen, erst recht in der freien Natur.
Der Gärtner möchte die Natur nutzenund sie nicht unnötig schädigen, daher sind moderne, nicht tötende Schneckenkörner im Fachhandel erhältlich, welche ähnlich wie Urin und Hundehaar bei den Wildtieren eine Geruchsbarriere für wirbellose Tiere bieten. Allerdings sind diese Mittel nicht regentauglich, sprich, nach einem anständigen Guss, besteht die Geruchsbarriere nicht mehr. Also sind diese Körner nur im Garten oder auf der Terrasse sinnvoll, hingegen nicht bei weiter entfernten Guerillagärten. Den effektivsten Schutz gegen Schnecken bieten Schneckenzäune aus Kunststoff
oder Blech. Es wäre Unsinn, die ganze Plantage mit dem Schneckenzaun umranden zu wollen, außerdem ist jeder Fremdkörper im Freiland auffällig. Daher hat es sich durchgesetzt, kreisrunde Antischneckenzäune aus abgewinkeltem Blech zu verwenden und diese direkt nach dem Setzen der Pflanze, über sie zu stülpen und leicht ins Erdreich einzudrücken. Der Abstand zwischen Schneckenblech und Haupttrieb sollte nicht unter drei Zentimeter liegen und es ist dringlichst darauf zu achten, dass keine Triebe über das Blech hinaus auf den Boden oder auf benachbarte Pflanzen ragen, denn in diesem Fall wäre der Zaun unsinnig weil er überbrückbar ist. Als Sparversion eignen sich alte Konservendosen, ohne Deckel und Boden, mit aufgerauter/ aufgerissener Oberkante, um ein Überwandern der Schnecken auszuschließen. So gesichert und gesetzt kann nicht mehr viel passieren und wenn das Wetter mitspielt, geht von nun an alles so gut wie von selbst. Nur zur Ernte im Oktober muss der Gärtner noch Arbeiten ausführen und gelegentliches Wässern kann bis dahin auch nicht schaden.
Wasser wird immer dann zum Problem, wenn zu wenig oder zuviel davon da ist. Zu wenig ist aber immer besser als deutlich zu viel. Andererseits benötigen Pflanzen im natürlichen Boden·    bei normaler Wetterlage – auch keine oder nur wenig „künstliche Wasserzufuhr“. Auf temporäre Trockenphasen reagieren die Pflanzen zwar mit Schlappheit, sie erholen sich bei geringster Wasserzufuhr jedoch rasch. Außerdem bekommen sie aus der Tiefe des Bodens fast immer ein wenig Feuchtigkeit, um sich über den Sommer zu bringen. Wird während einer Trockenperiode zusätzliches Wässern unausweichlich, ist es das einfachste, das nächste Gewässer aufzusuchen, um den Pflanzen die nötigste Menge an Wasser zu beschaffen.  Wassergefüllte, geöffnete Flaschen kopfüber neben die Pflanze in den Boden zu rammen und ähnliches ist unnatürlich und daher auffällig. Die Pflanze direkt mit dem Wasser zu gießen, scheint mir sinnvoller. So wird das Wasser um die Pflanze herum im Erdreich verteilt und kann langsam über das Wurzelgeflecht aufgenommen werden, anstatt an einem Punkt einzusickern.
Kein kommerzieller Grower kann so auf die qualitätsbestimmenden Faktoren eingehen wie ein gut informierter Eigenbedarfsgärtner in einem Land, in dem der Heimanbau von Hanf legal ist.
Max Air – Forum.Hanfburg.de
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