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Über das Hanf und das Hanf Museum Berlin
Publiziert am: 29.06.05 - Medienformen: Medienform Text


Bis Anfang unseres Jahrhunderts war der Hanf eine unersetzliche Kulturpflanze. Erst die Entdeckung des Holzaufschluss-Verfahrens verdrängte den Hanf aus der Papier-Herstellung, da der Wald noch als unendlich verfügbare Ressource angesehen wurde. Baumwollprodukte eroberten aufgrund der billigen Sklavenarbeit den Textilmarkt.
Als - nach dem Fall der Alkohol-Prohibition in den USA – dann noch eine Hetzkampagne gegen Marihuana (mexikanisch für Hanf) initiiert wurde, verloren die meisten Menschen das Wissen um die alte Kulturpflanze und der „Mythos des Mörderkrauts“, der Einstiegs-Droge, wurde geschaffen.
Um diesem Mythos zu begegnen, arbeiten seit dem Verbot einzelne Menschen und Gruppen daran, das Wissen um die Nutzungsmöglichkeiten der Hanf-Pflanze zu bewahren. Einige von ihnen gründeten im August 1992 den H.A.N.F. e.V. (Hanf Als Nutzpflanze Fördern), um das Wissen über den Hanf zu sammeln, zu ordnen und an Interessierte weiterzugeben.
Das enorme Interesse verschiedenster Menschen forderte eine ständige öffentliche Ausstellung, die das Wissen allgemein zugänglich macht. Um dieses zu ermöglichen, öffnete am 6. Dezember 1994 das Hanf Museum in Berlin.
Das Hanf Museum ist in der Bundesrepublik die einzige ständige Ausstellung, die vorbehaltlos alles über die alte Kulturpflanze darstellt. Im historischen Herzen Berlins, im Nikolai-Viertel, können sich interessierte BesucherInnen ein umfassendes Bild von der alte Kultur-Pflanze machen. Die Ausstellung, die alle Themen rund um den Hanf behandelt, erstreckt sich auf fast 300 Quadratmeter.
Beginnend mit einer allgemeinen Vorstellung wird neben dem Wachstum und dem Anbau die Ernte und die Vorverarbeitung aus historischer Sicht beschrieben. Weiter geht es mit den einzelnen Nutzungsmöglichkeiten: Faser-Gewinnung und Textil-Herstellung, Dämm- und Isolierstoffe, Zellulose-Nutzung und Papier-Herstellung, Samen-Nutzung und Nahrungsmittel, medizinische Möglichkeiten.
Nach der konventionellen Nutzung wird die Bedeutung des Hanfes in verschiedenen Kulturen der Welt – von Jamaica bis Indien – beleuchtet. Exemplarisch für Berlin steht Wolfgang Neuss, der vielen nicht nur als Nachkriegs-Kabarettist, sondern auch als genialer Freigeist, bissiger Querdenker und überzeugter Kiffer bekannt ist. Abschließend beschäftigt sich die Ausstellung mit der juristischen Seite des THC-haltigen Hanfes, wobei insbesondere versucht wird, den derzeitigen Zustand der Gesetzeslage zu entwirren.
Im Lesecafé haben außerdem KünstlerInnen die Möglichkeit, ihre Werke auszustellen. BesucherInnen des Museums stehen dort themenbezogene Videos zur Verfügung. Darüber hinaus bietet ein kleiner Shop Artikel und Literatur aus und über den Hanf an.

Zur Hanfparade am 13. August wird das Hanf Museum, entgegen den normalen Öffnungszeiten, schon um 10 Uhr geöffnet haben. Die ideale Gelegenheit, um vor der Hanfparade noch in das Museum zu schauen. Vom Startplatz der Parade, dem Alexanderplatz, ist das Museum nur fünf Minuten entfernt.

Noch bis zum 30. Juli 2005 könnt ihr die Sonderausstellung „Weisung und Umsetzung - 10 Jahre nach der Weisung des Bundesverfassungsgerichtes zu Cannabis“ in den Räumen des Hanf Museums anschauen. Am 9. März 1994 (BVerfGE 90, 145 - Cannabis) musste das Bundesverfassungsgericht aufgrund verschiedener Vorlagebeschlüsse über die Verfassungsmäßigkeit des Cannabis-Verbots entscheiden. Das oberste deutsche Gericht entschied, dass das Cannabis-Verbot durch den Ermessens-Spielraum gedeckt sei, den das Grundgesetz dem Gesetzgeber einräumt, beschränkte jedoch gleichzeitig die Sanktionen, die bei der Durchsetzung des Gesetzes eingesetzt werden dürfen und verpflichtete die Bundesländer zur effektiven Angleichung der Strafverfolgungs-Praxis. Der Gesetzgeber wurde verpflichtet, neuere wissenschaftliche Erkenntnisse und Erfahrungen aus dem Ausland zu berücksichtigen, um in Zukunft zu entscheiden, ob das Strafrecht tatsächlich das geeignetste Mittel ist, um die angestrebten Schutzfunktionen zu erreichen.
Elf Jahre nach dieser Weisung reflektiert das Hanf Museum mit dieser Sonderausstellung genau diesen Zeitraum. Inwieweit wurde diese Weisung umgesetzt? Welche Änderungen des Betäubungsmittelgesetzes (BtmG) wurden beschlossen? Wie verfolgt die Polizei „Kiffer"? Was geschah in der Politik und was in der Unterhaltungsindustrie? Wie sieht die rechtliche Situation für Menschen aus, die Cannabis als Medizin benötigen? All diese Fragen möchten wir mit der Sonderausstellung antworten.

Weitere Informationen zum Hanf Museum auf unserern Webseiten (www.hanfmuseum.de) sowie der Webseite zur Sonderausstellung.

Hanf Museum, Mühlendamm 5, 10178 Berlin
Öffnungszeiten:
Dienstag–Freitag 10.00-20.00 Uhr
Samstag–Sonntag 12.00-20.00 Uhr
Montag ist Ruhetag

Eintritt 3 Euro (Kinder bis 10 Jahre frei)
Gruppen ab 6 Personen 2 Euro pro Person
Führungen sind bei Voranmeldung möglich (Telefon 0 30/2 42 48 27)

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