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Paraden-Tuning
Schöner demonstrieren mit den grossstadtsurvivorn
Publiziert am: 30.06.05 - Medienformen: Medienform Text


Ist es nicht jedes Jahr dasselbe? Man startet am Roten Rathaus, Schauplatz mehrerer Märchen, und zieht in einem endlos lang erscheinenden Weg dreimal um Berlin herum, um zu guter Letzt in einem öden Park anzukommen. Echt spannend, oder?

Um das Ganze ein bisschen aufzupeppen, haben wir uns tagelang hingesetzt, gegrübelt, Ideen verworfen und Neue gefunden, um euch schlussendlich die jetzt schon sagenumwobenen und kreativsten grossstadtsurvivor-Paraden-Tuning-Tipps für eine spektakuläre Hanfparade zu präsentieren:

Paraden-Tuning I: Die Abkürzung
Für alle, die es noch nicht wissen: Die U2 fährt alle drei Minuten direkt vom Alex (das ist gleich beim Startpunkt der Parade) bis zur Eberswalder Straße. Auf dem Weg von der Eberswalder Straße zum Mauerpark liegt genialerweise noch das Tatanka, wo ihr euch mit Pilzen, Pilzschokolade und anderen leckeren Psycho-Aktiva eindecken könnt, um euch die Zeit zu vertreiben, bis die anderen endlich ankommen. Aber Achtung: Sofortiger Verzehr ist dringend angeraten. Denn 50 Meter weiter müsst ihr schon an der Polizeiwache vorbei. Also beim Plündern schön aufpassen, dass ihr nicht in das falsche Haus rennt.
Nebenwirkung: Man verpasst halt leider das Beste, hat aber dafür beim Tatanka noch volle Auswahl.

Paraden-Tuning II: Der Denunziant
Um auf der eigentlichen Parade wirklich Spaß zu haben, empfehlen wir euch die Flucht nach vorn. Scheiß doch einfach auf die Coolness und das Gesetze-Brechen und werde spitzelnder Spießer – nur so kannst du auf der Parade wirklich auffallen. Wir empfehlen hierfür, sich ein großes Plakat mit der Aufschrift: „Hier wird gekifft!“ und einem dicken fetten Pfeil nach unten zu basteln und sich so dezent hinter kiffende Gruppen zu stellen. Besonders plump und unauffällig wirkt man mit Rasta-Perücke (Muttis Haupthaar plus ordentlich Klebstoff) und grün-gelb-roten Klamotten. Zivil-Polizisten-mäßiges In-den-Ärmel-Reden macht das Ganze noch authentischer.
Nebenwirkung: Wenige Freunde – und die sind dann alle bei der Polizei!

Paraden-Tuning III: Kleine Neckereien
Um wirklich einmal etwas Spannung in die Geschichte zu bringen, empfehlen wir euch, einfach die Polizei ein bisschen zu necken. Sehr viel Aufmerksamkeit (und darum geht es ja!) erlangt ihr, wenn ihr euer Gras im durchsichtigen Brustbeutel mit euch herumtragt. Äußerst allergisch reagieren Polizisten auch auf Friedensfahnen! Zumindest wenn diese als weiße Tücher in vollen Flaschen stecken und ihr mit dem Feuerzeug in der anderen Hand herumfummelt.
Nebenwirkung: Mindestens eine Nacht im Knast . . .

Paraden-Tuning IV: Die faule Variante
Dieses Tuning eignet sich vor allem für all die Kiffer, die zwar sehr faul sind, jedoch die Variante I, also die Abkürzung, als zu radikal empfinden. Kettet euch einfach mit einem Sofa mit Rollen an den erst besten Paradewagen. Zubehör sind außerdem: Riesige Boxen, aus denen bass-lastiger Techno dröhnt und das Lieblingsgetränk eines jeden Kiffers: BIER. Das Ganze funktioniert folgendermaßen: Hinsetzen, Bier öffnen, blöd in die Menge starren und Kritik an der Musik mit dem Spruch „Selber!“ abtun.
Nebenwirkungen: Noch weniger Freunde, dafür aber relaxtes Ankommen.

Paraden-Tuning V: Hanfparade-Extrem
Wir wissen zwar nicht, ob ihr wirklich schon bereit seit für dieses Tuning-Modul, aber für all die Hartgesottenen unter euch nun der extremste Vorschlag: Einfach einmal nicht kiffen.
Nebenwirkungen: Bisher unerforscht!

So, nun habt ihr ja genug Ideen, was ihr so alles auf der Hanfparade machen könnt. Und wehe einer von euch schmeißt uns von unserem Sofa . . .
Eure grossstadtsurvivor
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