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Mehr geht nicht!
Die Ein-Gramm-pro-Watt-Hürde ist ein fester Begriff unter Indoor-Farmern geworden. Sie gilt vielen als Ziel – anderen als unsinniger Schwanzvergleich.
Publiziert am: 19.01.06 - Medienformen: Medienform Text

hanfjournal 06januar artikel Mehr geht nicht!

Einige meinen, es müsste in Gramm pro Kilowattstunden gerechnet werden – andere wollen auch den Kenntnisstand des Gärtners mit einbeziehen. Ich möchte euch nur meine Meinung zu grow-technischen Schwanzlängenvergleichen geben!

Seit ich mich mit dem Indoor-Growing beschäftige, gibt es von Breedern, Growern und Autoren Ertragsangaben in Gramm pro Watt (g/W) – aber was sagt uns eine Ertragsangabe in g/W wirklich und was besagt sie nicht? Bevor ich näher darauf eingehe, warum ich die Angabe in g/W für sinnvoll halte und warum ich weitergehende Angaben wie Gramm-pro-für-den-gesamten-Grow-aufgewendeten-Kilowatt-pro-Stunde (kW/h), je nach Länge der Wuchsphase und der Blühdauer für nichtssagend halte, möchte ich ein kleines Beispiel anführen: Beim Hochsprung zählt ebenfalls nur die gesprungene Höhe – ganz unabhängig davon, wie lang der Anlauf des Springers war, wie schnell er war, seit wie vielen Jahren er trainiert, welche Schuhe er trägt und wie das Wetter war, als er gesprungen ist. Am Ende zählt nur was hinten raus kommt – das ist im Growing nicht anders als bei den meisten Dingen, bei denen Menschen ihre Erfolge miteinander vergleichen – wollen.

Ähnlich sehe ich das Gramm pro Watt betreffend. Egal mit welcher Sorte, in welcher Zeit, unter Einsatz wie vieler kW/h was rauskommt – wirklich etwas vergleichend aussagen kann nur das g/W-Verhältnis. Dabei ist die fast schon magisch mystifizierte Ein-g/W-Lichtenergie-Grenze gar nicht mal das entscheidende Kriterium. Denn alle Mengenvergleiche sagen überhaupt nichts aus über die Qualität der Rauchware, nichts über das Blüten-Blattverhältnis, über den Geschmack oder über den Turn. Wenn es darum geht, nur die schiere Ertragsmenge mit der von anderen Gärtnern zu vergleichen – bietet sich ein g/W-Vergleich an. Er gibt ja nichts weiter an als den Ertrag in Gramm pro eingesetztem Lichtwatt. Ein Vorteil des g/W Vergleiches ist, dass sich die Erträge verschiedener „Sorten“ und Strains mit einander vergleichen lassen. Nicht nur bei einem Gärtner, sondern bei allen Gärtnern – egal ob sie eine 400- oder eine 600 W-Lampe einsetzen, egal welchen Dünger sie auf welchem Substrat verwenden und ganz egal seit wann der Gärtner schon gärtnert.

Berichten viele Grower von guten g/W-Erträgen einer bestimmten Genetik, so ist dies ein deutliches Zeichen dafür, dass es sich um eine ertragreiche Genetik handelt. Wobei das immer noch nichts über die Qualität der Rauchware besagt. Würde in derartige Vergleiche unter anderem die insgesamt für den Grow aufgewandte Energie, die Marke und das Alter des Leuchtkörpers, die Temperatur der Nährlösung, die Erfahrung des Gärtners mit einfließen, wären die Ergebnisse nicht mehr miteinander vergleichbar. Niemand könnte aus den vielen grundverschiedenen Ergebnissen eine Erkenntnis ziehen. Keiner wüsste, ob ein guter Ertrag nun an der Genetik, dem Alter und der Marke des Leuchtkörpers oder an der Erfahrung des Gärtners liegt. Für den Einzelnen sollten die Ertragsangaben in g/W lediglich ein Anhaltspunkt sein, der ihnen dabei hilft eine „Sorte“ auswählen zu können, die in etwa den Ertragserwartungen des Growers entspricht. Außerdem ist das Verhältnis aus Trockenertragsgewicht und dem in der Blütezeit eingesetzten Leuchtkörper (in W) ein guter Anhaltspunkt, um für sich selbst rein quantitativ abschätzen zu können, wie erfolgreich der Grow abgelaufen ist.

Dabei sollte ein viel größeres Augenmerk wieder auf die Qualität der Ware gelegt werden. Mir ist es völlig egal, ob jemand die „magische“ Ein-Gramm-pro-Watt-Hürde nimmt oder nicht, stattdessen interessiert mich, wie ein Gramm des Ertrages schmeckt, wie es sich in mir bemerkbar macht, wie lange der Turn anhält und was für ein Gefühl mir der Turn vermittelt. Es spielt keine wirkliche Rolle, ob Grower A mit einer bestimmten Sorte insgesamt drei Gramm mehr oder weniger geerntet hat als Grower B, wenn mich ein Gramm Gras des einen Growers deutlich weiter schickt als ein Gramm des anderen. Gärtner, die ihre Pflanzen vor der Ernte nicht spülen, um die „magische“ Marke zu erreichen, ernten von mir nichts als schieres Unverständnis! Ich wehre mich dagegen die Ertragsmenge als einzigen „Standard“ anzuerkennen, der eine Aussage über die Leistungen einer Genetik und eines Growers erlaubt. Niemand wird sich Zustände wie bei den Ertragswinzern wünschen, wo zeitweise mit übelsten Tricks nachgeholfen wird, um ja den höchsten Ertrag einzufahren. Deshalb fordere ich immer noch ein Reinheitsgebot für Weed – so wie es dies für deutsche Biere schon seit Jahrhunderten gibt.

Entscheidend ist die Qualität der Genetik. Mit schlechten Erbanlagen erzielt niemand beste Resultate – weder qualitativ noch quantitativ. Und nicht immer ist eine gute Genetik eine Frage des Seed-Preises. Lasst euch in dieser Hinsicht nicht verarschen, sondern informiert euch im Internet bei den bekannten Sortendatenbanken, schaut euch die Grow-Reports, die Ergebnisse und Rauschberichte anderer Grower an. Dann wählt Samen mit hochqualitativen Genen aus, welche einen guten Turn bei einem guten Geschmack versprechen und schaut nicht zu deutlich auf die g/W-Angaben der Breeder!

Kein kommerzieller Grower kann so auf die qualitätsbestimmenden Faktoren eingehen wie ein Eigenbedarfsgärtner in einem Land, in dem der Anbau von Hanf zur Deckung des Eigenbedarfes erlaubt ist!
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