Hanf Journal Logo Teil 1
Hanf Journal Logo Teil 2
*

  SITEMAP
 
  * Rubriken
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

*
 
*
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-

*
 
*
-
-
-

breitspiele
Druckversion
Breitspiele Februar 2006
So scheiße kalt war es schon lange nicht mehr. In Berlin soll es sogar schon seit 64 Jahren nicht mehr so eisig gewesen sein. Aber etwas Gutes hat die Kälte dann doch, wenn die Wohnung schön kuschelig warm ist, man es geschafft hat, ein paar Freunde vor die Tür zu locken, um sie dann mit einem Spiel und allem was dazugehört, in der warmen Wohnung bespaßen.
Publiziert am: 07.02.06 - Medienformen: Medienform Text

hanfjournal 06februar artikel breitspiele

Bei mir war das in den letzten Wochen allerdings fast immer das gleiche Spiel: "Friedrich" von Richard Sivel, denn im Juni finden in Berlin die Friedrich-Weltmeisterschaften statt. Und dafür müssen wir ja gewappnet sein. Folglich kommen in dieser Ausgabe wie schon im Dezember angekündigt, "Hazienda", "Angkor", "Amazonas" und endlich mal "Einfach Genial" dran. Alles relativ schnelle, kurzweilige Spiele. Alle haben auch den "Ich-ärgere-meine-Gegenspieler"-Faktor.

Hazienda
Wer hat noch nicht vom eigenen Stück Land geträumt? In Argentinien sind es meist die weißen Estanzieros (Großgrundbesitzer), die ihre Haziendas auf (geklautem) Grund und Boden bauen, dort ihre Viecher züchten, die sie auf Märkten zu Geld machen, um den riesigen Privatbesitz an Viehweiden zu vergrößern, noch mehr Tiere zu halten, immer mehr von ihnen zu verticken ...
Also, politisch völlig unkorrekt können zwei bis fünf Spieler sich als Großgrundbesitzer versuchen. Anfangs dürften sich die Spieler beim Ausbreiten und der Landeinnahme kaum ins Gehege kommen, irgendwann wird es etwas enger, vor allem die Zugänge zu den Märkten und den wenigen Wasserstellen werden rar.
Der jüngste Spieler fängt an und kann drei der folgenden Aktionen durchführen: Ein Objekt (Land- oder Tierkarte, Hazienda oder Wasserplättchen) kaufen, eine Tier- oder Landkarte ausspielen, um so das eigene Land oder die Herden zu vergrößern oder ernten, um mal so nebenbei einen Haufen Kohle zu kassieren, anstatt die Herden zum Markt zu treiben. Märkte sind auf dem Spielplan festgelegte Plätze, sobald eine Herde dort ankommt, erhält der Besitzer Geld. Je mehr Märkte man mit den Herden erreicht, umso größer sind die Gewinnchancen. Außerdem gibt es Punkte für Landketten, Haziendas und Wasserplättchen. Nachdem die Tierkartenstapel aufgebraucht sind, endet das Spiel, dann gibt es noch einmal eine Schlusswertung, wobei auch die übrige Kohle in Punkte umgewandelt wird und wer dann wie gehabt die meisten Punkte hat, ist der schärfste Großgrundbesitzer des Abends. Hazienda ist ein recht schnelles und doch recht anspruchsvolles Familienspiel. Und auf alle Fälle eines der besseren auf der "Spiel 05" in Essen. Mit Varianten und richtig kurzer Spielregel.
Note: 2-3


Angkor

Heißt in Khmer wörtlich Stadt, wird heute allerdings eher für eine Region nahe der Stadt Siem Reap in Kambodscha verwandt. Im 12. Jahrhundert wurde Angkor Wat, die größte Tempelanlage der Welt erbaut. Und genau das sollen zwei bis vier Spieler tun. Dafür erhält jeder Spieler einen eigenen Spielplan, den Bauplatz sozusagen, vier Sichtschirme, hinter denen die Bauplättchen (Innenhof, Pagode, Tempel) gelegt werden. Außerdem gibt es einen Tiger, einen Brunnen und eine Statue. Und schon geht es los: Ein Plättchen legen oder eine Spielfigur aufstellen, das Ganze wiederholen und schließlich, wenn notwendig, ein Plättchen nachziehen, denn man darf immer fünf Plättchen hinter dem Schirm haben. Das Besondere bei Angkor ist, dass die Spieler ihre Plättchen nicht nur auf dem eigenen Spielplan, sondern auch auf die generischen legen können. Dschungelplättchen überwuchern Tempelanlagen, Wasserplättchen schützen vor dem Dschungel und können nicht wie alle anderen Plättchen überbaut werden. Sobald das letzte der fünf Prinzessinnenplättchen gezogen wurde, endet das Spiel und es gibt Punkte für alle sichtbaren Plättchen auf den jeweiligen Spielfeldern. Innenhöfe bringen einen Punkt, Pagoden zwei und Tempel drei Punkte pro Plättchen. Statuen bringen mehr Punkte für Innenhöfe, steht ein Tiger im Urwald, bringt auch der Punkte, und ein Brunnen liefert Punkte für die Wasserplättchen. Wer die meisten Punkte hat, gewinnt. Die Verlierer fordern eine Revanche, denn eine Runde Angkor dauert höchstens 'ne halbe Stunde. Ein Spiel für die ganze Familie, wo auch mal wieder der kleine Bruder oder die kleine Schwester mitspielen kann.
Note: 3

Amazonas
Zurück in Südamerika suchen drei oder vier Forscher an den Ufern des Amazonas nach exotischen Orchideen, Schmetterlingen, Fischen, Papageien und Reptilien, unentdeckte wohlgemerkt. Bei welchen Dörfern man genau suchen muss, bestimmen die Auftragskarten zu Beginn des Spiels. Erster Schritt des Spiels: Für die entsprechenden Goldstücke eine Hütte in einem beliebigen Dorf bauen. Dafür gibt es dann auch das erste Fundstück. Dann kann das 18-ründige Spiel beginnen:
Zuerst wird eine Ereigniskarte aufgedeckt, die für alle Spieler gilt: Da kann es passieren, dass Dschungelpfade nicht benutzt werden können, ein Äffchen die Forscher bestiehlt oder ein Waldbrand die Versorgung abschneidet, natürlich können auch die Forschungsgelder kurzfristig erhöht werden. Ist das erledigt, wird die Spielreihenfolge ermittelt. Dafür legen die Spieler eine ihrer Einnahmekarten verdeckt vor sich aus. Wer den höchsten Geldwert bietet, fängt an. Derjenige erhält dann neue Forschungsgelder, abhängig von der auf der Karte angegebenen Zahl und der Anzahl der entsprechenden Forschungsplättchen.
Hat ein Spieler genug Kohle, kann er eine neue Hütte bauen. Voraussetzung: Die Hütte muss in einem Dorf stehen, das durch einen Weg mit einem Dorf verbunden ist, indem der Spieler schon eine Hütte hat. Die Belohnung: Ein Forschungsplättchen. Ziel des Spiels ist es, in den 18 Runden möglichst viele Forschungsplättchen zu sammeln, denn Punkte gibt es erst, wenn man mindestens drei einer Sorte hat. Außerdem sollten möglichst in allen Dörfern auf den Auftragskarten Hütten gebaut werden, sonst gibt es Minuspunkte. Wer die meisten Punkte hat, gewinnt. Und um die abzukassieren, will die Reise gut geplant sein, selbst Wahl des Startdorfes kann spielentscheidend sein. Gehört trotzdem zur Kategorie "Einfach".
Note: 3

Einfach Genial
Bisher nur angekündigt, will ich endlich ein paar Worte zu diesem Spiel verlieren. Denn wie der Name schon sagt, ist es einfach genial und genial einfach dazu. Zum Tragen kommt vor allem die typische Knizia-Siegbedingung. Nicht von einer Farbe alle Punkte haben, sondern in keiner Farbe der letzte sein, das ist das Spielziel. In Österreich wurde das Spiel 2004 zum Spiel der Spiele gewählt, hierzulande wurde es für Spiel des Jahres 2004 nominiert.
Ein Spielplan, ein Sack voller Spielsteine mit zwei Farbpunkten drauf und für jeden Spieler eine Ablagebank, eine Punktetafel nebst Wertungsstein in jeder Farbe und zwei Seiten Spielanleitung komplettieren das Spielmaterial.
Wer dran ist, legt einen seiner Spielsteine auf den Spielplan. Angelegt wird an einem Plättchen der gleichen Farbe. Dann gegebenenfalls Punkte zählen und den Wertungsstein entsprechend auf der Punktetafel platzieren. Anschließend einen neuen Spielstein ziehen. Dann ist der nächste dran. Das Spiel endet, wenn kein Plättchen mehr gelegt werden kann.
"Einfach Genial" ist so 'ne Art Farbendomino, wobei die Anlegemöglichkeiten um ein vielfaches höher sind und nur allzuschnell schnappen einem die Mitspieler die schönsten Plätze weg, für die man so schön viele Punkte kriegen würde. Selbst in der Solo-Variante macht das Spiel Spaß. Einfach genial eben.
Note: 1








Hazienda
Autor: Wolfgang Kramer
Verlag: Hans im Glück
Spieler: 2-5
Dauer: 60-90 Min.
Alter: ab 10
Preis: ca. 25 Euro
Angkor
Autor: Knut Happel
Verlag: Schmidt
Spieler: 2-4
Dauer: 30 Min.
Alter: ab 8
Preis: ca. 25 Euro

Amazonas
Autor: Stefan Dorra
Verlag: Kosmos
Spieler: 3-4
Dauer: knappe Stunde
Alter: ab 10
Preis: ca. 25 Euro

Einfach Genial
Autor: Reiner Knizia
Verlag: Kosmos
Spieler: 1-4
Dauer: 30-60 Min.
Alter: ab 10
Preis: ca. 25 Euro
Kerstin Koch


Diskutiere das Thema im Hanf Journal Forum

Druckversion Wong it! YiGG

 
*
 Aktuelles HanfJournal
-