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Drogensuchtbericht 2006 veröffentlicht

- Ein Rechen(bei)spiel von Michael Knodt
Publiziert am: 14.06.06 - Medienformen: Medienform Text

hanfjourna 06juni artikel Hanfparade
Die Zahl der erwachsenen KifferInnen steigt und steigt. Andere Drogen, mit Ausnahme von Speed, sind nicht mehr so angesagt. Ob das durchschnittliche Erstkonsumalteralter bei Cannabis-Produkten von 16,4 Jahren wirklich so dramatisch zu bewerten ist, wie das unsere Drogenbeauftragte Sabine Bätzing (SPD) tut, sei dahingestellt, nur so viel:
Den ersten Schluck der Droge Alkohol gibt es durchschnittlich mit zwölf Jahren, die erste Zigarette mit 14, der erste Vollrausch ist mit 15 an der Reihe.
Vielleicht ist die Ursache des leicht gesunkenen Einstiegsalters gar nicht das Teufelskraut Hanf sondern nur ein Teil einer schleichenden Veränderung in unserer Gesellschaft, die die Regierenden einfach nicht wahr haben wollen. Denn, werden die Zahlen auch gerne anders interpretiert, nicht die Jugend kifft immer mehr, sondern die Generation der 20- bis 50-Jährigen.
Denn genau hier findet der signifikante Anstieg der Konsumentenzahlen statt. Nur redet darüber keiner laut. Und wenn immer mehr Mütter und Väter Hanf konsumieren, ist es nicht verwunderlich, dass deren Kinder schon etwas früher als vor 20 Jahren erste Erfahrungen mit der Droge machen. Damals lag das durchschnittliche Erstkonsumalter mit 17 Jahren nur unwesentlich höher, bei der Volksdroge Nummer eins ändert sich seit 20 Jahren nix. Aber anscheinend ist das mit den zwölf Jahren gar nicht so dramatisch, ansonsten hätte Frau Bätzing hier den gleichen Handlungsbedarf einfordern müssen wie bei Hanf-Produkten. Hat sie aber nicht. Aber wird einmal ein 13-Jähriger mit einem Joint erwischt, ist das immer eine Meldung wert. Ich hätte mich übrigens gefreut, wenn mein Vater mir im Alter von 16,4 Jahren den Umgang mit Hanf "gelehrt" hätte. Meine ersten Erfahrungen mit 17,5 Jahren beim lokalen Dorfdealer hatten damals schlimmere Folgen, die den Rahmen dieses Kommentars sprengen würden.
Die Zahlen sprechen für sich, die notwendigen Konsequenzen, nämlich die Millionen mündiger Cannabis-KonsumentInnen aus der Illegalität zu holen und die Grasdealer das ohnehin leere Steuersäckel füllen zu lassen, wird nicht gezogen, lieber werden Zahlenspielereien betrieben, deren Höhepunkt noch auf uns zukommt: die Veröffentlichung einer neuen Studie unseres Millenium-Anslingers, Prof. Thomasius, deren Vergabe alleine schon so skandalös war, dass selbst die Fraktion der Grünen im Bundestag dagegen protestierte. In dieser Studie wird wohl wieder all das stehen, was zur Fortführung der momentanen Drogenpolitik beiträgt, inklusive der Lügen über angeblich hochprozentiges Gen-Gras und eines hohen Gefährdungspotenzials der Jugend bei einer kontrollierten Abgabe.
Ergo dient der Drogensuchtbericht 2006 wieder mal denjenigen Institutionen und Verbänden, die ein Umdenken in der Drogenpolitik kategorisch ablehnen. Und sogar wie im oben erwähnten Fall Geld mit der Erhaltung des Status quo verdienen, indem sie teure, in Fachkreisen sehr umstrittene wissenschaftliche Studien erstellen, deren Ergebnis von vorneherein feststeht.
Übrigens gibt es genau zu dem von Thomasius bearbeiten Thema schon eine Studie zum Ende der Kohl-Ära in Auftrag gegeben, durchgeführt von Prof. Dieter Kleiber. Deren Ergebnisse wollten damals und wollen heute so gar nicht ins das Weltbild der Verantwortlichen passen, deshalb muss eine her, die passt.

Einen Ansatz zum Dialog seitens des Staates zeigt sich beim Umgang mit Heroin-Abhängigen,das "Kölner Modell" (Heroinabgabe an Schwerstabhängige) soll fortgesetzt werden, hier würde es unsere Drogenbeauftragte sogar auf einen Dissens mit der CDU ankommen lassen.
Das ist löblich, wir Hanf-KonsumentInnen würden uns auch endlich eine so sachliche Argumentationsebene für das Anliegen von Millionen BürgerInnen wünschen.
Danach sieht es in dem von der Bundesregierung vorgestellten Papier (wieder mal) nicht aus, deshalb wird auch dieser Drogensuchtbericht als Staubfänger neben all den anderen in unseren Regalen enden.
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