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Neue Hammer-Droge
Fast umsonst und frei Haus!*
Publiziert am: 14.06.06 - Medienformen: Medienform Text


Dumpf dröhnend schießen schon wieder zwei von ihnen über den Himmel. Ihre Panzerung spiegelt die untergehende Sonne. Im Moment noch reine Aufklärungsflüge, aber hinter den Grenzen des von uns annektierten Territoriums sehen wir schon wieder wie sich schwarze Panzer zusammenrotten, sich scheinbar neu formieren. Ihr letzter Sturm auf unseren Nahrungsmittelbunker ist allen hier noch in allzu blutiger Erinnerung.

Nur damit das niemand hier falsch versteht, eigentlich sind wir alle friedlich. Würden uns niemals schlagen und so. Aber das konnte ja niemand ahnen, dass wir hier mitten im Feindesland gelandet sind. Eigentlich wollten wir nur die Freizeitorientierung unseres derzeitigen Lebensstiles zelebrieren. Ordentlich rumhängen, einen kiffen ...

Und dann das. Um uns herum rotten sich feindliche Truppen zusammen. Vergiftete Dorne glitzern im Abendlicht. Die Luft ist erfüllt von dröhnendem Schweigen.

Uns bleiben nicht viele Möglichkeiten. Flucht. Zum Beispiel. Das nächste bisschen Zivilisation scheint meilenweit entfernt. Aber deutlich erkennen wir den grauen Schimmer der Hoffnung, den die Wohncontainer und Konsumcenter unserer Heimat verbreiten. Es wäre nur ein Spaziergang, wenn dazwischen nicht ein unüberbrückbarer Streifen Feindesland läge. Tiefster Dschungel. Unzugängliches Terrain. Der Feind ist hier zu Hause. Er ist überall. Hinter jedem Grün könnte das nächste Attentat lauern.

Im Moment kontrollieren wir ein Rechteck Feindesland. Zugegeben, nicht wirklich groß, aber immerhin sicher - zumindest zur Zeit. Denn unsere Kräfte schwinden allmählich. Keiner aus unserer Truppe ist mehr unlädiert ... konnten wir uns schließlich die letzten Stunden nur von Rauchwaren ernähren, da die Versorgungswege abgeschnitten waren.

Die Sonne steht mittlerweile dramatisch tief. Sobald es dunkel ist, sind wir ihnen ausgeliefert. Aber ihr kompliziertes Kriegsgerät ist zum Glück auf die Temperatur des Tages angewiesen. Also entscheidet es sich in der nächsten Stunde. Sollten wir die überleben, hätten wir es geschafft. Wir sind nicht die Einzigen, die das kapiert haben. Aufregung kommt in die gegnerischen Truppen. Sie ziehen sich zurück und sind nur noch sporadisch durch das Dschungelgewirr zu sehen. Ein Dröhnen liegt in der Luft. Wird immer lauter. Panisch scannen unsere Blicke das Feindesland, versuchen die Brutstätte des nächsten Angriffes zu erkennen.

Und zack, back sind sie da! Hunderte, Tausende, die Nacht erwacht durch ihre Körper zu Leben. Hässliche Ausgeburten der Hölle. Und das Geräusch! Das Geräusch ist das Schlimmste! Sie kommen immer näher. Von allen Seiten. Einer vergrößert sich rasend in meinem Gesichtsfeld und ich kann in seine toten kleine Augen gucken.

Er trifft mich am Kopf

"Junikäfer!" brüllt einer - und ich springe auf.

Verfickte Scheißviecher - ich geh nie wieder zum Kiffen in den Park.


* Diese Überschrift wurde Ihnen gesponsort von der Initiative "Förderung des grossstadtsurvivor-Lesens" mit dem Ziel, Sie zum Lesen dieses Artikels zu bewegen. Wenn Sie wirklich was über die Hammerdroge erfahren wollen, schauen Sie doch mal auf www.grossstadtsurvivor.de.
Eure Grossstadtsurvivor
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