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Pflanzenklima - Lüfterleistungsberechnung
Wird in geschlossenen Räumen mit Endladungslampen gegrowed, so ist eine Abluftanlage zusätzlich zu den Ventilatoren in den allermeisten Fällen unverzichtbar.
Publiziert am: 14.06.06 - Medienformen: Medienform Text

hanfjourna 06juni artikel Pflanzenklima - Lüfterleisntungsberechung

Die Ventilatoren verteilen und mischen die vorhandene Luft zwar, aber sie tauschen die Luft nicht aus und kühlen daher auch nicht.
Die Abwärme der Gerätschaften und die evtl. zu geringe oder zu hohe relative Luftfeuchte erzeugen schnell ein schlechtes Klima.
Ohne eine Abluftanlage steigt das Risiko von Kümmerwuchs, Krankheiten und Schädlingen. Das Klima ist die wirksamste natürliche Waffe gegen die meisten Schädlinge. Temperaturen über 26 Grad Celsius und eine relative Luftfeuchte unter 40 Prozent oder über 75 Prozent erhöhen das Schädlingsrisiko enorm.
Durch schlechte klimatische Bedingungen wird die Pflanze geschwächt und dadurch allgemein anfälliger.
Auch hängt die Wuchsgeschwindigkeit direkt mit der CO2-Versorgung und der Lichtintensität zusammen. Je intensiver die Beleuchtung ist, desto mehr CO2 setzten die Pflanzen um. Die Pflanzen verbrauchen das vorhandene CO2 aufgrund der hohen Lichtleistung der Entladungslampen mitunter sehr schnell.
In der normalen Raumluft ist CO2 in ausreichender Menge vorhanden. Zusätzliche Begasung auf 1.500 ppm CO2/m3 oder mehr ist im Heimbereich unnötig und unwirtschaftlich, da eine richtig dimensionierte Abluftanlage die Pflanzen ständig und ausreichend mit CO2 versorgt.

Wie komplex eine Abluftanlage aufgebaut sein muss bzw. welche Bauteile und Komponenten nötig sind, ist individuell sehr verschieden.
Die Basis jeder Abluftanlage bildet immer der Lüfter / das Gebläse. Geeignet sind in erster Linie Rohrlüfter. Aber auch Schneckenhauslüfter und Spiralgebläse. Diese Lüfter bestehen aus einem Gebläse, welches so in ein Gehäuse (Druckraum) montiert ist, dass eine Ansaug- und eine Ausblasöffnung entsteht. Solche Lüfter erzeugen eine relativ große Druckdifferenz zwischen der Ansaug- und der Ausblasöffnung.
Der Lüfter wird immer als Abluftgebläse betrieben. Das heißt er saugt die warme, verbrauchte Abluft im Inneren des Growraumes/-schrankes oberhalb der Lampen ab und bläst die Abluft nach draußen. Hierdurch entsteht ein Unterdruck im Growraum, welcher dafür sorgt, dass stets frische, kühlere Luft von außen nachströmt. Dafür ist min. eine Zuluftöffnung nötig, welche den doppelten Durchmesser der Ausblasöffnung haben sollte, um Pfeifgeräusche und Leistungsabfall zu vermeiden.
Es ist zu beachten das die Zuluftöffnungen gegen austretendes und einfallendes Licht geschützt werden müssen (Rückschlagklappen / Doppelwinkel). Auch ist ein Feinfilter oder zumindest ein feines Netz (Fliegengitter) in die Zuluftöffnungen zu integrieren, um die Blütenpracht vor Schädlingen, Fasern, Haaren, Staub usw. zu schützen.
Bei starken Lüftungsanlagen kann ein Prallblech an der Innenseite der Zuluftöffnungen montiert werden, um die nebenstehenden Pflanzen vor zu starker, direkter Zugluft zu schützen.
Ein zweiter Lüfter für die Frischluft ist nur dann nötig, wenn in großen Systemen mit Klimaextremen gegrowed wird oder wenn kühle Zuluft über lange Strecken herangeführt werden muss.

Welche Leistung (m3/h) ein Lüfter haben muss hängt u.a. davon ab wie groß (m3) der Growraum/-schrank ist, wie viele Lampen, Vorschaltgeräte und sonstige Verbraucher im Raum betrieben werden, welche max. Temperatur und Feuchte die Zuluft hat, wie lang die Schlauch / Kanalwege vor / hinter dem Lüfter sind, ob die Schlauchwege gerade oder gebogen sind, ob und was für ein Aktivkohlefilter verwendet wird.
Lange und/oder gebogene Schlauch-/Kanalwege reduzieren die Leistung stark und erhöhen das Betriebsgeräusch!
Je 100 m3 Lüfterleistung kann an jeder Seite des Lüfters ein gerader Schlauch mit passendem, gleichbleibendem Durchmesser, von jeweils 2,5 m Länge betrieben werden (ansonsten ist das Schlauchvolumen zu dem des Growraumes zu addieren und in die Leistungsrechnung mit einzubeziehen!). Jeder 90 °-Winkel im Luftweg wird dabei mit 1,5 m berechnet.
Aktivkohlefilter reduzieren die Lüfterleistung ebenfalls sehr stark.
Ein zum Gebläse passender Filter reduziert die Leistung in m3 um ca. 30 Prozent. Betreibt Mensch also einen 400 m3/h-Lüfter mit einem 400 m3/h-Akf, so fördert das System auf voller Leistung nur noch ca. 280 m3/h.

Eine allgemein gültige Faustformel zur Leistungsberechnung eines Lüfters zu finden ist außerordentlich schwierig, da von sehr vielen Variablen abhängig. Daher ist im Zweifelsfall immer die stärkere Abluftanlage zu wählen als die schwächere. Ein überdimensioniertes System hat auch da noch Reserven wo das exakt berechnete aus dem letzten Loch pfeift!
Grundsätzlich ist folgendes zu beachten:
Je stärker die Lampe und je kleiner der Raum / Schrank / Box, desto schneller erwärmt sich die Luft in dem System. Daher werden in relativ kleinen Growboxen und -schränken verhältnismäßig starke Lüfter benötigt um viele Luftwechsel zu realisieren.
Wird in einem großen kühlen Raum auf relativ kleiner Fläche frei, d. h. ohne Schrank / Box, gegrowed, so dauert es wesentlich länger bis die Lampen den Raum erwärmen. Deshalb wird die Luftwechselrate pro Stunde in diesem Fall weniger groß sein müssen als in einem kleinen Schrank mit der selben Lampe.
Aus dieser Tatsache und praktischer Erfahrung ergeben sich zwei Faustformeln um überschlägig, stark vereinfacht und (hoffentlich) leicht verständlich, die benötigte Lüfterleistung bei Betrieb mit passendem Akf zu ermitteln.

Zu unterscheiden sind dabei Räumlichkeiten mit einem Volumen kleiner 5 m3 und solche mit einem Volumen größer 5 m3.

Für Growboxen und -schränke unter 5 m3 hat es sich bewährt, die nötige Lüfterleistung in m3/h ca. gleich der Lichtleistung in Watt zu setzten
(1 Watt Lichtleistung = 1 m3 Förderleistung pro Stunde).
Beispiel:
Schrank 1,85 m3, Lampe Ndl 400 W = 400 W x 1 m3= 400 m33/h
Lüfter Lti 420 m3/h, Akf 400 m3/h
[wirksame Lüfterleistung = weniger ca. 30 % = 295 m3/h (ca. 5 m3/min)]

Für Growräume über 5 m3 hat die Praxis gezeigt, dass 0,5 bis 0,6 m33/h Lüfterleistung pro Watt Lichtleistung ausreichend sind.
Beispiel:
Raum 8 m3, Lampen 2 x 600 W = 1.200 W x 0,6 m3 = 720 m3
Lüfter Lti 750 m3/h, Akf 750 m3/h
[wirksame Lüfterleistung = weniger ca. 30 % = 525 m3 (ca. 8,75 m3/min)]

Die Faustformeln ergeben in den meisten Fällen recht leistungsstarke Lüfter, sodass diese sinnvoll und zweckmäßig gesteuert / geregelt werden können.
Die Faustformel geht pauschal vom Ganzjahresbetrieb des Systems, also von max. 25 °C Umgebungstemperatur aus.
Der Temperaturanstieg in der Box sollte mit dem ermittelten Lüfter unter 7 K zu halten sein.
Da die Faustformel jedoch pauschalisiert, sind bei Raum- und / oder Umgebungsextremen Abweichungen möglich!
Soll das System nur in der kühlen Jahreszeit genutzt oder dauerhaft ohne Akf betrieben werden, so ist der jeweils nächst kleinere Lüfter wählbar, ansonsten immer der jeweils nächst größere.

Der Lüfter sollte immer stärker sein, als es rein thermische Berechnungen ergeben, obwohl auch solche Rechenmuster einen guten Anhaltspunkt bieten - vorausgesetzt die Rechnung stimmt und die Rahmenbedingungen wurden entsprechend gedeutet und einbezogen. Werden rein thermische Berechnungen mit "Wrost-Case-Daten" gefüttert, liefern sie auch schon für so manchen erstaunlich hohe Ergebnisse. Dennoch muss eine Lüftungsanlage auch noch mit dem Widerstand des Aktivkohlefilters und der Luftwege fertig werden. Dann muss noch die zum Teil recht hohe Luftfeuchte bewältigt werden und dabei soll der Lüfter auch noch sinnvoll steuerbar bleiben, d. h. nicht in den permanenten Dauerlauf (höchste Leistung) gehen.
Jeder Anwendungsfall ist anders. Daher ist immer auf örtliche Besonderheiten zu beachten und der Einzelfall zu bewerten!
Die Faustformeln gelten nur für den heimtauglichen Bereich.


Kein kommerzieller Grower kann so auf die Qualitätsbestimmenden Faktoren eingehen wie ein Eigenbedarfsgärtner in einem Land, in dem der Anbau von Hanf legal ist!

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