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breitspiele
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Breitspiele Juli
Puh, da ist er nun, der Hochsommer. Trotzdem haben wir uns gezwungen, im Schweiße unseres Angesichts ein paar Spiele zu testen. Allen voran natürlich „Caylus“, welches von der Spiel des Jahres-Jury zum besten komplexen Spiel des Jahrgangs 2006 erkoren wurde. Selbst die Krankheit Fußballweltmeisterschaft-auf-Großbildleinwänden-oder-sonstwo-mit-Gleichgesinnten-Schauen hat uns nicht abgehalten. Selbst spielen ist spannender und unterhaltsamer.
Publiziert am: 13.07.06 - Medienformen: Medienform Text

hanfjournal 06juli artikel Breitspiele Caylus

Strategie, Vielspieler
Caylus

Die Regeln sind einfach, das Spiel sehr schnell spielbar. Es gewinnt, wer beim Ausbau des Dorfes und der Burg die meisten Prestigepunkte einheimst. Warum es dann den Preis für das beste komplexe Spiel bekommen hat? Weil es einfach komplex ist. Denn es gibt die verschiedensten Wege zum Sieg. Und obwohl alle gemeinsam an „Caylus“ und der Burg bauen, ist das Spiel auch ein wenig hinterhältig. Der Spielplan ist schön gestaltet und alles Wichtige steht drauf, sodass man nach ein paar Runden die Spielregel im Karton lassen kann. Dazu kommen noch die verschiedensten Gebäudeplättchen.
Zu Beginn des Spiel stehen schon ein paar nutzbare Gebäude, jeder Spieler hat sechs Arbeiter und viele Häuser. Außerdem gibt es ein wenig Startkapital und die ersten Rohstoffe. Und schon geht es los mit der Wahl der Qual: Soll man erst an der Burg bauen und anständig Prestige dafür absahnen oder lieber erst einmal ein neues Gebäude bauen und so langfristig Prestigepunkte bekommen? Egal wie die Entscheidung ausfällt, setzen die Spieler reihum ihre Arbeiter auf die vorhandenen Gebäude oder in die Burg, so lange, bis alle gepasst haben. Dann werden die Gebäude aktiviert. Das heißt: man bekommt Geld, Rohstoffe oder kann bauen. Logischerweise braucht man Rohstoffe zum Bauen, während das Arbeiter-Einsetzen Kohle kostet.
Überwacht wird das Ganze vom Seneschall und seinem Vogt. Sind alle Gebäude errichtet, rückt der Seneschall je nach Standort des Vogts um ein oder zwei Felder nach vorne. Erreicht der Seneschall die Abrechnungspunkte für die verschiedenen Abschnitte der Burg, erhalten die fleißigsten Burgarbeiter die Gunst des Königs, das bedeutet sie werden mit Geld, Prestige, Rohstoffen oder verbilligtem Gebäudebau belohnt. Das Spiel endet, sobald der Seneschall den letzten Abrechnungspunkt der Burg erreicht. Dann gibt es noch Prestigepunkte für nicht verbrauchtes Geld und Rohstoffe.
Soweit die Spielregeln. Spannend ist das Spiel bis zum Schluss und ich empfehle: Einfach ausprobieren, denn spätestens nach zwei, drei Spielen kommt man den Feinheiten auf die Spur und wie schon zu Beginn gesagt: Die verschiedensten Wege führen zum Sieg. Allerdings braucht man ein wenig Zeit und schon etwas Spielerfahrung, denn eine Partie kann schon mal drei Stunden dauern.
Note: 1


Versteigerung, Bau, Strategie
Il Principe

Original italienisch: Zwei bis fünf Familienoberhäupter einflussreicher italienischer Familien zur Zeit der Renaissance bauen prächtige Gebäude in den Städten, um Einfluss zu gewinnen. In jeder der zufällig bestimmten Städten muss eine andere Gebäudekombination (Karten) gebaut werden, um Siegpunkte einzufahren und die Bürger der Stadt auf die eigene Seite zu bringen. Und man gewinnt Einfluss in den an die Städte angrenzenden Regionen. Dieser Einfluss wird je nach gebauter Stadt mit ein oder zwei eigenen Wappenmarkern auf dem Spielplan markiert. Durch den Bau von Schlössern (Blau), Universitäten (Grün), Kathedralen (Weiß), Rathäusern (Rot) und Marktplätzen (Gelb), kann man die Führungsposition in den Bereichen Adel, Kultur, Religion, Politik und Handel erringen.
„Il Principe“ ist in vier Phasen unterteilt. In der ersten Phase bekommt jeder fünf Gold- und nimmt vier Gebäudekarten zusätzlich auf die Hand. Zwei der Handkarten müssen dann wieder abgegeben werden und liegen in Phase zwei nach Farben sortiert zur Versteigerung bereit. Danach kann jedes Familienoberhaupt in Phase drei entweder eine der offen liegenden Städte bauen oder beliebig viele Gebäudekarten einer Farbe offen vor sich auszulegen. Eine Stadt baut man, indem man die auf der Stadtkarte geforderten Gebäudekarten und das nötige Gold bezahlt. Und wie gesagt, dafür gibt es Siegpunkte. Wer in Phase vier die meisten Gebäudekarten einer Farbe vor sich liegen hat, bekommt das dazugehörige Hauptamt wie Bischof (Weiß) oder Bankier (Gelb). Der Nachfolgende kann noch ein niederes Amt wie Lehrling (Grün) oder Notar (Rot) nehmen. Diese Ämter bringen spezielle Vorteile und in den weiteren Runden zusätzliche Siegpunkte, wenn Gebäude aus den jeweiligen Bereichen gebaut werden.



„Il Principe“ endet, sobald nicht mehr genügend Städtekarten oder Gebäudekarten da sind. Dann gibt es noch mal Siegpunkte für die errungenen Ämter, für das meiste Geld, für offen ausliegende Gebäudekarten-Sets und für die kontrollierten Regionen. Und wer die meisten Siegpunkte hat, kann sich dann wahrlich „Il Principe“ nennen.
„Il Principe“ ist erst einmal ein Versteigerungs- und Bauspiel, das durch die Kontrolle der Regionen noch einen anständigen Schuss Strategie dazu bekommen hat. Und mit einer bis anderthalb Stunden Spielzeit ist es auch noch kein wirkliches Schwergewicht.
Note: 2


Kartenspiel in englischer Sprache
Paranoia Mandatory Bonus Fun Card Game

Serve the Computer … die a lot. Thwart traitors … die a lot. Save Alpha Complex from imminent destruction … die a lot. Dieses definitiv nicht sammelbare Karten-Strategiespiel ist eine gelungene Adaption eines Papierrollenspiels aus den 1980ern. Nach einer Katastrophe leben alle Menschen, geführt durch einen Computer, unter der Erde, im Alpha-Komplex. Getreu dem Motto „Der Computer ist dein Freund“ begeben sich zwei bis acht so genannte Troubleshooter (je mehr desto besser) gemeinsam auf die unterschiedlichsten vom Computer geforderten und durch Kartenziehen bestimmten Missionen. Diese Elite-Agenten des Computers wurden trainiert, um Verräter, Mutanten und feindliche Spione auszuschalten. Sollten die Missionen zur Zufriedenheit des Computers durchgeführt werden, erhalten die erfolgreichen Troubleshooter eine höhere Sicherheitsstufe. Das Spiel endet, sobald der erste von ihnen sein sechstes Leben (Klon) zu Grabe tragen muss. Es gewinnt derjenige mit der höchsten Sicherheitsstufe.
Die Missionen können so einfach sein wie: Überlebt bis zum Ende! (Bestimmt gaaaanz einfach, geht es bei Paranoia doch um das Töten der Mitspieler!) oder so schwierig wie: Schafft es sechs Verrätermarker und fünf Wundenmarker auf der Missionskarte zu platzieren! (Soviel einträchtige Kooperation?). Je nach Sicherheitsstufe erhalten alle Troubleshooter zu Beginn einer neuen Mission Aktionskarten. Das können Waffen, Rüstungen oder irgendwelcher anderer Kram aber auch soziale Fertigkeiten wie Stiefellecken, Aufhetzen oder Bestechen sein. Um eine Mission zu erfüllen, ist eben alles erlaubt. Und die Aktionskarten bringen die Wunden- oder Verrätermarker ins Spiel. Die einzelnen Missionen enden entweder, wenn der Teamleader eine erfüllte Mission als erfüllt erklärt oder wenn ein Troubleshooter seine letzte Aktionskarte ausgespielt hat. Tritt dann der Fall ein, dass die Mission nicht von Erfolg gekrönt ist, werden die Troobleshooter bestraft. Aber aufgepasst ihr Teamleader, die Verräter lauern in den eigenen Reihen!
Paranoia Mandatory Bonus Fun Card Game ist ein äußerst gemeines Spiel! Geht es doch in erster Linie darum, die Mitspieler nach allen Regeln des Computers fertig zu machen. Dabei bleibt es immer spaßig, aber für leicht erregbare Gemüter kann „Paranoia“ zu Paranoia führen.
Stay Alert! Trust no One! Keep your Laser Handy! They are all Traitors!
Note: 3+



Caylus
Autor: William Attia
Verlag: Ystari
Spieler: 2–5
Dauer: mindestens 2 Stunden
Alter: ab 12
Preis: ca. 30 Euro

Il Principe
Autor: Emanuele Ornella
Verlag: Mind The Move
Spieler: 2-5
Dauer: 60-90 Min.
Alter: 10+
Preis: ca. 25 Euro

Paranoia Mandatory Card Game
Autor: Steve Gilbert & Gareth Hanrahan
Verlag: Mongoose Publishing
Spieldauer: ca. 60 Minuten (kann aber auch deutlich länger dauern)
Alter: Keine Angabe, ca. ab 12 Jahre
Preis: 20 Euro bei www.tellurian.de
Kerstin Koch


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