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Feuer auf Sabine Bätzing

Prävention gegen Propaganda ist die bessere Waffe!
Publiziert am: 13.07.06 - Medienformen: Medienform Text

Autor: Ein Beitrag von Hans Cousto
Hans Cousto
Die Bundesdrogenbeauftragte Sabine Bätzing betont immer wieder, dass Prävention die beste Waffe sei, um Kinder gegen die Anfälligkeit des Cannabis-Konsums stark zu machen – ja, Kinder sollen wirklich überzeugt werden und in ihrer Lebenskompetenz gestärkt werden. Dies ist jedoch nur mit überzeugenden Argumenten und nicht mit Propaganda zu bewerkstelligen. Wie dies möglich ist, wird in diesem Artikel aufgezeigt.„Cannabis ist die große Herausforderung“, lautet der Titel des Interviews, dass die Drogenbeauftragte Sabine Bätzing der Agentur The Associated Press am 25. Juni 2006 zum Weltdrogentag gegeben hat. Ihr Fazit: Prävention ist die beste Waffe.
Wörtlich sagte Frau Bätzing: „Ich setze nach wie vor auf das Thema Prävention. Und zwar Prävention so früh wie möglich. Wir müssen uns nach dem Motto ‚früh übt sich’ an Kinder und Jugendliche richten. Dies ist ja auch das Motto des diesjährigen Weltdrogentages, das ‚Drogen sind kein Kinderspiel’ lautet. Wir müssen uns wirklich gezielt vorbeugend an die Kinder und Jugendlichen richten. Dazu gehört aber auch die Entwicklung von Lebenskompetenz, das heißt, die Kinder stark zu machen und so umfassend und so früh wie möglich ins Bild zu setzen. Allerdings nicht mit dem erhobenen Zeigefinger, sondern so, dass die Kinder wirklich davon überzeugt werden und dass dies immer wieder zum Thema gemacht wird.“(Dieser Text macht auch Sinn, wenn man das Wort „Weltdrogentages“ durch das Wort „Weltpropagandatages“ und die Worte „Drogen sind“ durch die Worte „Propaganda ist“ ersetzt!)
Um Kinder (wie auch Erwachsene) zu überzeugen, muss ein Diskurs offen und kontrovers geführt werden können. Dies ist die erste der wichtigsten Empfehlungen, die die Drogen- und Suchtkommission beim Bundesministerium für Gesundheit in ihrer Stellungnahme zur Verbesserung der Suchtprävention im Frühjahr 2002 der Bundesregierung vermittelt hat. Wörtlich heißt es in dieser Stellungnahme: „In der gesellschaftlichen, fachdisziplinären und verbandlichen Diskussion über die Zielsetzungen und Methoden der Suchtprävention sollten staatliche Verwaltung und Politik nicht vorschnell bestimmte Richtungen (implizit oder explizit) durch eigene Wertungen vorgeben und dadurch Freiräume für einen offenen und ggf. auch kontroversen Dialog einengen.“
Die Stellungnahmen von Sabine Bätzing, wie auch diejenigen ihrer Vorgängerin, Marion Caspers-Merk, sind jedoch alles andere als frei von vorgegebenen Wertungen, ja, sie scheinen oft wörtlich von einem als tendenziös bekannten „Wissenschaftler“ namens Rainer Thomasius übernommen worden zu sein. Der Psychiatrieprofessor Rainer Thomasius, Leiter der Drogenambulanz am Hamburger Universitätsklinikum, sorgt sich gemäß des Artikels „Hasch-Pillen gegen Migräne – Forscherentdecken gute Seiten an Cannabis“ (Welt am Sonntag, 28.08.2005), „dass durch positive Meldungen über Cannabis und andere Rauschmittel diese erst richtig hoffähig gemacht, ihre gefährlichen Wirkungen weiter bagatellisiert werden könnten.“ Hier wird deutlich, dass er nicht nur selbst eine verquere Meinung zu Cannabis hat, sondern auch in der Forschung selektieren will, was ganz klar als unwissenschaftlich zu qualifizieren ist. Jeder kann sich vom sprachlichen Gleichklang der Ausführungen von Thomasius, Bätzing und Caspers-Merk selbst ein Bild machen. Dazu muss man beispielsweise nurwww.welt.de in die Adresszeile des Browsers eingeben und dann die Suchbegriffe „Thomasius“ und „Cannabis“ eingeben und die angezeigten Texte mit den Pressemitteilungen der Drogenbeauftragten vergleichen (zu finden unter der URL www.bmg.bund.de ). Oder man suche bei www.google.de unter „News“ mit den Suchbegriffen „Sabine Bätzing“ und „Cannabis“ und vergleiche dann. Hinweise zur Analyse der gefundenen sprachlichen Übereinstimmungen findet man beispielsweise in der Wikipedia (de.wikipedia.org) unter den Artikeln „Propagandamodell“ und „Noam Chomky“.
Zusammen mit Edward S. Herman hat Chomsky im Propagandamodell zu erklären versucht, wie Massenmedien im kapitalistischen Umfeld die Berichterstattung so gestalten, dass die Interessen der Regierung und der Oberschicht gewahrt bleiben. Das Propagandamodell von Chomsky und Herman versucht, systemisch bedingte Tendenzen in den Massenmedien als Folge von ökonomischen Einflüssen zu erklären. Das Propagandamodell wurde zuerst in Hermans und Chomskys Buch„Manufacturing Consent: the Political Economy of the Mass Media“ dargestellt. Diese Theorie beschreibt, wie die Medien ein dezentralisiertes und nicht-verschwörerisches Propagandasystem bilden können, welches fähig ist, einen Konsens der Oberschicht herzustellen und die Öffentlichkeit in diese Perspektiven der Oberschicht einzubinden – während gleichzeitig der Anschein eines demokratischen Konsenses gewahrt bleibt. Chomskys Herangehensweise ist durch mehrere Beobachtungen motiviert. Ihn erstaunte zunächst das Tempo, mit dem Kinder Sprachen lernen. Weiterhin stellte er fest, dass Kinder auf der ganzen Welt auf eine ähnliche Weise sprechen lernen. Schließlich bemerkte er, dass Kinder bestimmte typische Fehler machen, wenn sie ihre erste Sprache erlernen, wohingegen andere offensichtlich logische Fehler nicht auftreten. Ein Kind, das eine Sprache lernt, müsse nur die notwendigen lexikalischen Einheiten(Wörter) und Morpheme (kleinste bedeutungstragende Einheiten einer Sprache auf der Inhalts- und Formebene) erwerben und die Parameter auf passende Werte festlegen, was bereits anhand weniger Beispiele erfolgen könne.
Die Autoren von „Manufacturing Consent: the Political Economy of the Mass Media“ benutzen den Begriff „Flak“ für relativ direkte und zielgerichtete Aktionen gegen Organisationen oder Personen, die gerade daran sind, die herrschenden Ansichten zu kritisieren. Chomsky und Herman haben das Propagandamodell empirisch getestet, indem sie gepaarte Beispiele untersucht haben – also Paare von Ereignissen, welche objektiv gesehen identisch oder sehr ähnlich waren, mit Ausnahme der Interessender einheimischen Oberschicht. Wenn ein „offizieller Feind“ etwas tut – wie etwa einen Bischof töten –, untersucht die Presse den Fall eingehend und beschert dem auch eine große Beachtung. Aber sobald die einheimische Regierung oder eine befreundete Nation das gleiche oder etwas Schlimmeres unternimmt, wird die Bedeutung des Vorfalls heruntergespielt. Besonders für Eltern ist das Studium des „Propagandamodells“ eine wertvolle Hilfe, um ihre Kinder stark zu machen und in ihrer Lebenskompetenz zu fördern, damit sie gegen Propaganda jeglicher Artbesser gewappnet sind. Prävention gegen Propaganda ist eine bessere Waffe als Propaganda gegen Drogen.(Chomsky erhielt 1996 Helmholtz-Medaille der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und 2004 Carl-von-Ossietzky-Preis für Zeitgeschichte und Politik der Stadt Oldenburg)„… die Bürger demokratischer Gesellschaften sollten Kurse für geistige Selbstverteidigung besuchen, um sich gegen Manipulation und Kontrolle wehren zu können …“ Quelle: „Media Control“ von Noam Chomsky (2003)
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