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THC zur Vorbeugung gegen Übelkeit nach Operationen
Publiziert am: 13.07.06 - Medienformen: Medienform Text

hanfjournal 06juli artikel Mehrheit der Deutschen dafür: Hanf als Medizin zulassen
Bei 20 bis 30 Prozent aller Operierten, die eine Vollnarkose erhalten, tritt nach der Operation Übelkeit und Erbrechen auf. Bei bestimmten Patienten mit einem hohen Risiko für Übelkeit und Erbrechen beträgt diese Rate sogar bis zu 70 Prozent. Eine aktuelle Studie aus den USA hat nun nachgewiesen, dass durch eine vorbeugende Gabe von THC in Kombination mit einem anderen Brechreiz-hemmenden Medikament die Häufigkeit und Schwere der Übelkeit nach Brustkrebsoperationen drastisch reduziert werden konnte.
Übelkeit und Erbrechen zählen zu den unangenehmsten Erfahrungen in Zusammenhang mit einer Operation. Sie zählen zu den häufigsten Gründen für Unzufriedenheit von Patienten in der unmittelbaren Phase nach einer Operation. Zudem kann ein starkes Würgen und Erbrechen nach einer Operation dazu führen, dass einzelne Nähte platzen oder dass Blutungen entstehen.
Übelkeit und Erbrechen sind Bestandteile eines uralten Schutzreflexes von Tier und Mensch gegen Vergiftungen. Es ist daher nicht verwunderlich, dass der menschliche Körper auf bestimmte starke Medikamente mit diesen Schutzreflexen reagiert, auch wenn diese im konkreten Fall unerwünscht sind.
Bei der kürzlich in einer Fachzeitschrift veröffentlichten Studie von Wissenschaftlern der Abteilung für operative Brustkrebsbehandlung der Universität von Arkansas wurde die Wirkung von 5 mg THC in Kapselform in Kombination mit 25 mg Prochlorperazin als Suppositorium (Zäpfchen) auf Übelkeit und Erbrechen bei Frauen nach einer Brustoperation untersucht. Dazu wurden die Krankenakten von 242 Patientinnen, die zwischen Juli 2001 und März 2003 wegen eines Brustkrebses unter Vollnarkose operiert worden waren, ausgewertet. 127 Frauen, die vor September 2002 operiert worden waren, hatten nur die übliche Behandlung vor einer Operation erhalten, während 115 Frauen, die später operiert worden waren, zusätzlich eine vorbeugende Behandlung (Prophylaxe) mit THC und dem zweiten Medikament erhalten hatten. Bei Prochlorperazin handelt es sich um ein bekanntes Brechreiz-hemmendes Medikament.
Während in der nicht speziell behandelten Gruppe 59 Prozent der Patientinnen nach der Operation unter Übelkeit litten und sich 29 Prozent übergeben mussten, war die Häufigkeit dieser unangenehmen Nebenwirkungen in der späteren Gruppe auf 15 Prozent mit Übelkeit und drei Prozent mit Erbrechen erheblich reduziert. Die Autoren folgerten aus ihren Beobachtungen, dass eine Behandlung mit THC und Prochlorperazin die Häufigkeit und Schwere der Übelkeit nach einer Operation deutlich verringern kann.
Wenn von Übelkeit und Erbrechen im Zusammenhang mit THC oder Cannabis die Rede ist, so wird meistens der Einsatz bei den Nebenwirkungen einer Krebs-Chemotherapie genannt. Tatsächlich gibt es auch zwei frühere Studien aus den Jahren 1983 und 1991 aus den USA mit Krebspatienten, die eine Chemotherapie erhalten hatten, bei denen bereits eine Kombination aus THC und Prochlorperazin recht erfolgreich verwendet worden war. In beiden Studien war die Kombination beider Medikamente wirksamer als Prochlorperazin oder THC allein. Dies wird der Grund gewesen sein, warum die Ärzte der Abteilung für operative Brustkrebsbehandlung der Universität von Arkansas auf die Idee gekommen sind, diese Kombination auch zur Verhinderung dieser Nebenwirkungen nach einer Operation einzusetzen.
Es ist nicht sinnvoll, grundsätzlich vor jeder Operation eine vorbeugende Behandlung zur Verhinderung von Übelkeit und Erbrechen durchzuführen, denn auch die dabei verwendeten Medikamente können Nebenwirkungen verursachen. Es gibt jedoch bestimmte Risikofaktoren, bei deren Vorliegen die Wahrscheinlichkeit für Übelkeit nach einer Operation vergleichsweise groß ist, sodass eine entsprechende Prophylaxe angebracht ist. Bestimmte Narkoseformen, vor allem die Verwendung von Inhalationsanästhetika, sind mit einem größeren Risiko verbunden als andere. Auch die Dauer und möglicherweise die Art der Operation haben einen Einfluss. Mit jeder Verlängerung einer Operation um 30 Minuten steigt das Risiko für Übelkeit und Erbrechen um 60 Prozent. Zudem sind bestimmte Patienten gefährdeter als andere. Frauen leiden etwa dreimal so häufig unter diesen Nebenwirkungen wie Männer. Nichtraucher sind gefährdeter als Raucher.
Neben verschiedenen Medikamenten werden zur Vorbeugung von Übelkeit und Erbrechen nach Operationen auch Akupunktur oder Akupressur erfolgreich eingesetzt. Entscheidend ist die Gabe von Medikamenten oder die Verwendung der Akupunktur vor Beginn der Narkose und nicht erst danach. Das THC sollte daher kurz vor der Operation verwendet werden.
Dr. med. Franjo Grotenhermen
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