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Kifferwahn (USA 2005 / 112min.)
>> DVD Special
Publiziert am: 13.12.06 - Medienformen: Medienform Text

hanfjournal 06september artikel Kifferwahn

Irgendwo in Amerika im Jahre 1936.
Widerwärtige Ausschweifungen, Tote,
Irrsinn und allerschwerste
Rechtsverletzungen sind die Folgen
des Stoffes, der Amerika zu vernichten
droht: Marihuana! Und genau davor
warnt ein geheimnisvoller Dozent die
Eltern dieser bedrohten Kinder. Der
obskure Original-Streifen, der sich
auch unter den Features befindet,
brillierte damals durch eine Mischung
aus krudem Sensationalismus –
Marihuana-Konsumenten werden als unzurechnungsfähige
Geistesgestörte dargestellt – und einem strikt konservativen
Moralismus, der Drogenmissbrauch und vorehelichen Sex als
die größten Gefahren für den amerikanischen puritanischen
Lebensstil darstellt. Zwar war „Reefer Madness“ nur einer von
vielen frühen Exploitationfilmen, die Themen wie Drogen,
Prostitution oder organisiertes Verbrechen – allesamt zumindest
zeitweise tabu für die großen Studios – mit sehr beschränkten
finanziellen Mitteln und entsprechend ungelenken Resultaten
behandelten, doch aufgrund seiner Karriere im Mitternachtskino
ist er heute mit Abstand der bekannteste. Heute, gut 30 Jahre
später, erscheint das Remake als gleichnamiges Off-Broadway-
Musical. Und die Einfügung zahlreicher musikalischer
Sequenzen und sarkastischer Untertöne sind irrwitzig. Highlight
diesbezüglich sind Ana Gasteyer als Jack Stones Geliebte
Mae Coleman, deren vielseitige Gesangsstimme gleich mehrere
Lieder trägt, diverse Zombiesequenzen im alten B-Movie-Style
und eine sehr gelungene animierte Hommage an die
Trickfilmheldin der Dreißigerjahre, Betty Boop. Und unter den
hervorragenden Darstellern befinden sich auch die Stars Neve
Campbell („Scream“), Tony-Preisträger Alan Cumming („X-Men
2“), und Robert Torti ist der coolste Jesus-Darsteller der
Filmgeschichte. Christian Campbell und Kristen Bell spielen
das amerikanische Vorzeige-Teenagerpaar schlechthin. Ein
Zug am Joint – und der saubere Jimmy verwandelt sich in ein
moralloses Monster, das nur noch nach Sex, Anarchie und
dem nächsten Joint lechzt. Das schonungslose Ende naht, als
auch die sonst so brave Mary im Rausch des Giftes ihre
Qualitäten als Domina entdeckt. Regisseur Fickman führt in
einer Rahmenhandlung die aus heutiger Sicht obskure
Vorführpraxis dieser Streifen vor, die mancherorts als Lehrfilme
getarnt, von vorgeblichen Regierungsbeauftragten dem
schaulustigen Publikum zugänglich gemacht wurden. So ist
aus dem amüsanten Zeitdokument, was vielfach unter Einfluss
von Cannabis betrachtet wurde, welches es eigentlich vom
Erdboden verbannen wollte, ein lustiges Musical geworden,
was man auch heute unter Einfluss von Cannabis betrachten
könnte, was niemals vom Erdboden verbannt werden darf!
www.kifferwahn.com
Roland Grieshammer


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