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Erste Hilfe im Hanf Journal
Kasha rät...
Publiziert am: 20.12.06 - Medienformen: Medienform Text

hanfjournal okt06 hanfberatung im hanfjournal

Mike (25) aus Augsburg fragt:
„Hallo Kascha,
kannst du mir eigentlich den Unterschied zwischen Indica Hanf und Sinsemilla Hanf erklären? Gibt es da noch mehr Sorten?“

Kascha antwortet:
„High Mike,
da muß es nicht zwangsläufig einen Unterschied geben. Indica ist eine Hanfsorte, während Sinsemilla eine Gras-Qualität ist: Dabei werden die weiblichen Pflanzen nicht bestäubt und bilden deshalb keine Samen aus.
Man unterscheidet drei Sorten Cannabis: Cannabis Sativa, Cannabis Indica und Cannabis Ruderalis. Cannabis Sativa Pflanzen werden meist ziemlich hoch, bis zu 4 Metern. Sie bilden nicht so viel Harz wie z.B. Indica Pflanzen, durch ihre Größe haben sie aber viele und große Blüten, die für den Raucher interessant sind. Außerdem sind sie aufgrund ihrer Wuchshöhe zur Gewinnung von Hanffasern gut zu gebrauchen, auch THC-freier Nutzhanf wird aus Sativapflanzen gezüchtet. Indischer Hanf oder Cannabis Indica ist um einiges kleiner, wird im Durchschnitt nur 1-2 Meter hoch und wächst buschiger. Dafür bildet er sehr viel Harz aus, das zur Haschischgewinnung wichtig ist. Cannabis Ruderalis kommt vor allem in Osteuropa vor und wächst dort wild. Der THC-Gehalt ist nicht so besonders hoch, dafür ist es aufgrund einiger Eigenschaften prima zum Kreuzen mit Sativa- oder Indicapflanzen geeignet. So ist Ruderalis zum einen robuster, zum anderen wird die Blüte nicht wie bei anderen Hanfsorten durch eine Reduzierung der Beleuchtungszeit auf unter 12 Stunden, sondern einfach durch eine bestimmte Lebenszeit ausgelöst: Nach einer bestimmten Anzahl von Wochen beginnen die Pflanzen zu blühen.“

Luisa (17) aus Aachen möchte wissen:
„Hallo Kascha,
in welchem europäischen Land wird eigentlich am meisten gekifft? Ich habe ja immer gehört in den Niederlanden, wo man es ja auch im Laden kaufen kann, andere sagen aber, daß dadurch der Konsum zurückgegangen ist?“

Kascha antwortet:
„Hallo Luisa,
die Frage ist gar nicht so einfach zu beantworten, erst einmal muss man sich ja überlegen, nach was man sucht. Ich habe mal nach den Lebenszeitprävalenzen geguckt, also wie viel Prozent der Bevölkerung in ihrem Leben schon einmal Cannabis konsumiert haben. Dabei wird weder danach unterschieden, ob sie immer noch kiffen noch wie häufig sie das tun. Die Zahlen findet man bei der EMCDDA (European Monitoring Centre for Drugs and Drug Addiction, www.emcdda.europa.eu) sowohl in ausführlichen als auch in zusammengefassten Länderberichten auf Englisch.
Das zweite Problem ist, daß die befragten Gruppen sich von Land zu Land unterscheiden, in den Niederlanden wurden die Altersgruppen der über 12-jährigen (Lebenszeitprävalenz für Cannabis 15,6%) und gesondert noch einmal die 12-18jährigen (19%) untersucht, in Dänemark die 16-64jährigen (32%) sowie gesondert die 15-16jährigen (23%). Beim Vergleichen wird es also recht schwierig, und ich kann dir nur eine ungefähre Antwort geben. Am niedrigsten sind die Lebenszeitprävalenzzahlen bei den Jugendlichen aus Schweden (15-16 Jahre, 6%) und Griechenland (15-16 Jahre, 6%) und den Erwachsenen aus Polen (alle über 16 Jahre, 7,7%) und Ungarn (18-54 Jahre, 9,8%). Die höchsten Zahlen bei den Jugendlichen finden sich mit ca. 50% jeweils in Frankreich und Tschechien. Insgesamt liegen Spanien mit knapp 38% und Dänemark mit 32% weit vorne. Die Niederlande liegen mit 19% bei den 12-18jährigen in dieser Altersgruppe etwa im Mittelfeld, vergleichbar mit Österreich. Deutschland liegt noch weiter vorne, mit 24% der 15-16jährigen, die in den letzten 12 Monaten Cannabis konsumiert haben.
Was lässt sich nun zusammenfassend sagen? Leider nicht, wie viel in den Ländern gekifft wird. Dafür aber, daß Jugendliche in anderen Ländern als den Niederlanden, z.B. auch Deutschland, anscheinend etwas bis erheblich mehr Kontakt zu Cannabis haben als dort.
Besonders in Frankreich scheint es bei den 17-19jährigen sehr wahrscheinlich, daß man auf einen Kiffer trifft. Wenn dich ein Land speziell interessiert, kannst du suchen, ob du z.B. etwas zur 12-Monats-Prävalenz findest oder mir einfach noch einmal schreiben.“


Manfred (15) aus Gelsenkirchen möchte wissen:
„High Kascha,
ich wollte mal wissen, ob es eigentlich schädlich ist, jeden Tag zu kiffen?“

Kascha antwortet:
„Hi Manfred,
alles, was man seinem Körper zuführt, muß der irgendwie verarbeiten und na klar, zu viel von allem ist auch naturgemäß schädlich. Bei Cannabis würde ich das in zwei Kategorien unterteilen. Einerseits kann sich tägliches Kiffen negativ auf schulische Leistungen und auch das Sozialverhalten auswirken, das muss es aber nicht. In deinem Alter ist es wahrscheinlich, dass es sich auch auf die Entwicklung auswirkt und solange man unter 18 ist, sollte man regelmäßigen Drogenkonsum allgemein vermeiden. Später ist täglicher Cannabiskonsum besonders schädlich für den Führerschein, da Nichtkonsumenten beschlossen haben, daß das regelmäßige Rauchen eines Feierabendjoints auf die fehlende charakterliche Eignung zum Führen eines Kraftfahrzeuges schließen lässt. Das ganze lässt sich in Grenzen halten, indem man ehrlich zu sich selbst ist und Fehler, die einem durchs Kiffen unterlaufen, auch als solche deutet und entsprechend weniger kifft, auch nicht vor wichtigen Terminen und nicht unbedingt schon morgens nach dem Aufstehen. Das kann bei dem einen gut gehen, dem anderen schadet schon der Feierabendjoint, so ist jeder Mensch unterschiedlich.
Eine andere Kategorie sind die direkten Konsumschäden z.B. durch das Rauchen. Dabei gilt logischerweise: Je dicker die Tüte desto schneller der Krebs. Cannabisrauch enthält in der Tat eine Vielzahl karzinogener, also krebserregender Substanzen. In Studien wurde merkwürdigerweise herausgefunden, daß sich selbst bei starken Konsumenten keine erhöhte Krebsgefahr findet. Dennoch wäre ich mit dem Rauchen vorsichtig, je häufiger man konsumiert desto mehr wert sollte man auf „gesündere“ Konsumformen wie Tee, Kekse oder Vaporizer setzen.
Also zusammenfassend: Je jünger man ist, desto schädlicher ist regelmäßiger Drogenkonsum, auch Alkohol, Tee und Kaffee. Feierabendjoint ist prinzipiell nicht gleichzusetzen mit Drogensucht, aber wer den ganzen Tag nur noch breit übersteht, hat ein Problem und das muss nicht mal mit Kiffen zusammenhängen. Und: roken is dodeljik, es gibt auch sauberere Konsumformen.“
kasha
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