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Henrik Schwarz: DJ-Kicks (!K7 records)
>> House / Techno
Publiziert am: 10.01.07 - Medienformen: Medienform Text

hanfjournal 06nov artikel Henrik Schwarz: DJ-Kicks

Kaum ein deutscher DJ und Produzent wird im Moment so sehr als „next big thing“ gehandelt wie der in Berlin lebende Henrik Schwarz, und so verwundert es nicht, dass er bereits mehrmals Gast beim legendären Gilles Peterson (BBC Radio 1) war und jetzt einen genialen Mix für die gefeierte !K7 DJ Kicks-Serie an den Start bringt. Ich bin mal gespannt, wie er das Kunststück fertig gebracht hat, aus diesen Tracks einen homogenen Mix zu basteln, denn Schwarz hat tief in die Kiste mit den Musikperlen gegriffen und vernachlässigte Schätze entstaubt, da jagt allein das Vorlesen der Trackliste Hitzewellen durch den Körper. Statt sich dem Häufchen angesagter Tracks zu widmen, die momentan die Tanzflächen rund um den Globus bewegen, ist Henriks sorgsam selektierte Auswahl an 23 Tracks vielmehr eine Hommage an die Musik, die er all die Jahre liebte. Schon das Intro macht gleich klar, dass in diesem nicht ganz einfachen Mix aus den Extremen der einzelnen Tracks eine durch Kopf, Körper und Seele gehende Gefühlswelle entsteht. Jazzige, ruhige Tunes mit vielen Instrumenten und Tiefgang bestimmen Moondog’s „Bird’s Lament“. Man hört eine einsame Oboe, die sich später mit groovigem Beat vermischt. Posaunen tauchen auf, Melancholie und Schwere macht sich breit, die aber gleich wieder von deepen und dubbigen Housetunes verdrängt wird. IQ’s „Claire“ zählt zu meinen absoluten All-Time-Favorites, und nach D’Angelo’s „Spanish Joint“ ertönt der flippige James Brown mit „Since You’ve Been Gone“ und lässt das Tanzbein wippen. Natürlich hat Henrik Schwarz auch selbst zwei Tracks beigesteuert. Dabei bewahrt er stets den ausgefeilten Style, der auch Markenzeichen seiner einzigartigen DJ-Sets und seiner gefeierten Produktionen und Remixes ist. Nach dem herzöffnenden „ Let it Out“ von Jae Mason und ethnisch angehauchteren Klängen wie Cymandes „Anthracite“ wird das Ganze von Schwarz’ „Imagination Limitation“, einem exklusiv für diesen Mix geschaffenen Track, endgültig entflammt. Direkt platziert neben dem krispen Motor City-Futurismus „Black Sea“ von Detroit-Legende Drexciya lässt Schwarz hier souverän seinen Techno-Fetischismus aufblinzeln. Karibische Klänge ertönen plötzlich, und als Ritterschlag ist der Remix von Coldcuts „Walk A Mile In My Shoes“ mit der House-Legende Robert Owens zu werten – ich liebe diesen Track! Und wenn er ohne jegliche Schamgefühle den Minimal-Techno von Robert Hood’s „The Core“ mit afrikanischen Live-Aufnahmen kombiniert, entstehen Schichten und Strukturen, die dem Mix eine unglaubliche Tiefe verleihen. Weiteres Vergnügen auf der Tanzfläche garantiert der trippige Cosmic Disco-Killer „Get Around To It“ vom 1992 verstorbenen Helden der Avantgarde, Arthur Russell. Als finalen Beweis für Schwarz’ Qualitäten hinterm Mixer erhält diese Bandbreite eine weitere Facette durch die Portion Funk zum Abschluss. Womack & Womacks „Conscious Of My Conscience“, Rhythm & Sound und Sugar Minott’s „Let Jah Love Come“, Doug Hammond’s „ Wake Up Brothers“ und das unvergleichliche „You’re The Man“ von Marvin Gaye öffnen allesamt die Tür zu einer besseren Welt. Schwarz macht klar, was von was kommt, dass die Wurzeln des Techno in afro-amerikanischer Musik zu finden sind und dass seine eigene Liebe der spirituellen Seite der elektronischen Musik gilt.

www.k7.com
Roland Grieshammer


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