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Ed Rush & Optical: Chameleon (virus)
>> Drum&Bass
Publiziert am: 26.01.07 - Medienformen: Medienform Text

hanfjournal 06dez artikel Ed Rush & Optical: Chameleon

Zu Zeiten von „Bludclot Artattack“ oder „Guncheck“ war ich großer Liebhaber von No U-Turn Records, und als ich die erste Virus 12“ (The Medicine/Punchbag) gehört habe, hatte ich Freudentränen in den Augen. Im Jahr des Techsteps von Ed Rush und Optical gegründet, ist Virus Recordings auch die Homebase von Fierce, Matrix und MC Ryme Tyme. Spätestens seit Bad Company und Cause 4 Concern vom Virus befallen wurden, steht das einflussreiche Label für die düstere, technoide, sci-fi-beeinflusste Variante des Drum&Bass – die Noobs sprechen von Neurofunk, wobei der Funk beim Techstep ja meist ziemlich auf der Strecke bleibt. Im Promotext steht: „One of the most heavyweight production teams in drum and bass is back after a lengthy silence to reclaim their status as ground-breaking, genre-defining producers.” Doch Ed Rush & Optical stehen schon lange nicht mehr für den Sound, für den ich sie mal bewundert habe, aber überraschen und stören tut’s mich jetzt nicht sonderlich. Klar haben die beiden keine zweite „Wormhole“ oder „Creeps“ produziert, aber „Chameleon“ ist trotz Neurogetöse grundsolide und recht groovy. „Perfect Drug“ erinnert stark an „We Want Your Soul“, auffallend sind diese Power-Rock-Drums à la Pendulum und die typischen Virus-Riffs, wobei das Arrangement im Vergleich mit vielen anderen Drum&Bass-Produktionen ausgefeilter ist, auch wenn ich die eigenständigen Drums von Optical vermisse. Gemeinsam mit Matrix ist auch der „Flight To Nashville“ sehr rave-orientiert. Dagegen gefallen mir das retrospektive „Life Underwater“ und „Concrete“ (feat. Louis Smith & MC Darrison) mit seinen jungle-funkigen Vibes wesentlich besser. Der beste Tune ist eindeutig „Test Tube“, womit Optical ein Ghetto Anthem der ultramassiven Spitzenklasse gelungen ist. Zusammen mit Louis Smith & MC Rymetyme geht’s mit „Lust“ lüstern weiter und in „Alien“ wird mit sehr coolem Acid-Gezwitscher der Clown gefrühstückt. Auch „Cyberskin“ überzeugt mit treibenden Beats, während der gute Prince durch die Gegend schreit. „DNA“ klingt, als ob Prodigy auf den Zirkuszug von Pendulum und Söhne aufgesprungen wären, das „Animal“ rockt tierisch, aber das computerrockmäßige „Bloodmoney“ geht mit diesem Weezer-Sample von „Hashpipe“ ziemlich an (oder auf) die Nerven. Am Ende wird den Neurofunkern nochmal ganz gut erklärt, was eigentlich Funk ist, denn „Twofold Vibrations“ beinhaltet viele sympathische Samples, wie man sie auch aus älteren Tracks von Matrix und Ed Rush & Optical kennt. Über die Produktionsqualität brauchen wir nicht zu reden und vom musikalischen Aspekt her hat das Album eine gewisse Härte mit einer Bandbreite an abwechslungsreichen Tunes, die allerdings viel zu linear für meine Ohren sind. Ein Chameleon passt sich halt an seine Umwelt an.

www.myspace.com/edrushvirus
www.grooveattack.com
Roland Grieshammer


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