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Bildungsreise nach A’Dam
- Eine kleine Exkursion ins Cannabis College
Publiziert am: 10.04.06 - Medienformen: Medienform Text

hanfjournal Sa 06 growing artikel Bildungsreise nach A’Dam – Eine kleine Exkursion ins Cannabis College
Lorna zeigt dem Hanf Journal ihren Garten

Mitten im Rotlichtviertel von Amsterdam befindet sich seit 1999 das Cannabis College. Sinn und Zweck dieser Einrichtung ist es, umfassend über alle Aspekte der Hanf-Pflanze zu informieren: als Medizin, Rohstoff und Genussmittel. Auch in den Niederlanden ist die öffentliche Meinung über Cannabis Sativa lange noch nicht von den althergebrachten Vorurteilen befreit, eher gilt das Gegenteil:

Die konservative Regierung und der Druck einiger EU- Staaten, allen voran Schweden, machen auch in unserem Nachbarstaat Kiffern und Kleingärtnern das Leben schwer. Glücklicherweise ist dort zumindest der Besitz von fünf Pflanzen zum Eigenbedarf geduldet, was die MitarbeiterInnen des Cannabis College in die glückliche Lage versetzt, in ihren Kellerräumen einen Schaugarten mit fünf wunderschönen weiblichen Marijuana-Pflanzen zu besitzen. Dass es nicht mehr sind, wird übrigens regelmäßig von der Polizei überprüft. Im oberen Geschoss wird in zahlreichen Vitrinen die Geschichte des Hanfs dokumentiert, auf Schautafeln sowie in einer kleinen Bibliothek finden BesucherInnen viel Wissenswertes zum Thema. Auch eine Dokumentation zu den verschieden Konsum-Möglichkeiten und deren gesundheitlichen Auswirkungen ist Teil einer ständigen Ausstellung. Den Prohibitionsopfern aus aller Welt ist eine Extra-Ecke gewidmet, leider wird sie Dank des „War on Drugs“ der Bush Administration zur Zeit immer größer.

Bei unserem Besuch waren die Räumlichkeiten sehr gut frequentiert, gerade in einer Umgebung, in der es Touristen oft nur ums Zudröhnen geht, ist ein solcher Ort eine Oase der Ruhe, selbst wenn ständig Amis reinkommen, die fragen, ob es sich um einen Coffee Shop handele. Lorna, die Managerin, erklärt dann immer freundlich, dass der nächste Weed-Laden ein paar Meter weiter sei und lädt im gleichen Atemzug dazu ein, sich das College doch einmal anzuschauen. Die meisten bleiben auf einen Tee,eine Tüte oder beides zusammen und wissen beim Rausgehen eine Menge über unsere Lieblingspflanze, was ihnen ansonsten wohl verschlossen geblieben wäre. Für die Besichtigung des Gartens im Erdgeschoss, die genau wie die Vorführung eines Vaporizers zu einer kleinen Führung gehört, wird um eine kleine Spende gebeten, denn:

Als Non Profit Organisation ist es schwer zu überleben, vor allem wenn es Dinge betrifft, die von offizieller Seite nicht gern gesehen sind. Zwar hat sich die finanzielle Lage seit der Kooperation mit der bekannten Seedbank „Flying Dutchman“ etwas entspannt, da das Cannabis College allerdings weder eine staatliche Förderung bekommt noch eine „Coffee Shop-Lizenz“ hat, sind sie weiterhin auf Spenden der Besucher angewiesen. Also, falls einer unserer hochgeschätzten LeserInnen mal nach Amsterdam kommt: Auf zum College und schaut euch den Garten an, es lohnt sich.

Die Größe der fünf geduldeten Pflanze interessiert niemanden. Also wurde natürlich auf schön vorgewachsene und beschnittene Ladies in 25-Liter-Töpfen zurückgegriffen und pro Pflanze ein 600-Watt-Brenner oder drei mal 200-Watt-Maxgrow-Blütespektrum aufgehangen – so wird dann aus ein paar Pflanzen auch ein Schuh. Schon eines dieser stattlichen Exemplare würde eine Homebox komplett ausfüllen. Lorna und ihr Team bauen vor allem schmackhaftes Sativa auf Erde an. Alle Pflanzen werden biologisch gedüngt, jede mit einem anderen Dünger. So kann man die Unterschiede bezüglich Ertrag, Blütedauer und Geschmack sehr gut feststellen. Welchen Dünger die Crew vom Cannabis College für den besten hält, muss hier nicht erwähnt werden, nur so viel: Es handelt sich um ein holländisches Ein-Komponenten-Produkt.
Trotz der vielen Besucher und dem damit verbundenen Risiko mangelnder Sauberkeit sahen die Pflanzen bei unserem Besuch prächtig aus, die.................... vorne links stand kurz vor der Ernte und roch sehr narkotisierend. Die............stand unter Maxgrow, die Internodien waren sehr eng und das Aroma war trotz der frühen Zeit schon deutlich zu riechen. Die Blütenstände sahen jedoch, was die Größe angeht, nicht so vielversprechend aus wie bei den Kolleginnen selben Alters unter den 600-Watt-Natruimdampflampen. In der Mitte seht ihr eine .......... drei Wochen vor der Ernte, rechts vorne handelt es sich um eine... die Pflanze, hinten links ist eine.............

Es sind jedoch nicht nur Ganja-Pflanzen zu bestaunen, die leider seit kurzem von einem kleinen Zaun vor allerlei Diebesgesindel geschützt werden müssen. Der Garten beherbergt auch Blumen, Kakteen und Kräuter aller Art, die sich dort genau so wohl fühlen wie ihre – bei uns – illegalen Mitbewohnerinnen. Eine chemische Schädlingsbekämpfung findet dort trotz (regel)mäßigem Spinnmilbenbefall nicht statt. Die Fraßfeinde, die immer wieder durch Besucher und Ratsuchende, die befallene Pflanzen mitbringen, eingeschleppt werden, werden mit Neemöl und Nützlingen vertrieben. Wie ihr auf den Bildern seht, ist das auch bei häufigerem Befall ausreichend, vorausgesetzt das Schadbild wird früh genug erkannt.

Leider vergessen die begeisterten Besucher bei diesem Anblick oft, dass auch in den Niederlanden der Anbau von Hanf illegal ist. Zwar sperrt der Staat dort deswegen niemanden ein, nichtsdestotrotz sind in den letzten Jahren viele Hanfbauern im Gefängnis gelandet, weil sie die mittlerweile utopisch hohen Geldstrafen einfach nicht bezahlen können. Dies ist nur ein Grund, warum die Niederlande mit Sicherheit kein Kifferparadies und Institutionen wie das Cannabis College besonders dort notwendig sind, wo Realität und Gesetzeslage Welten voneinander entfernt sind. Nur durch kontinuierliche und objektive Aufklärungsarbeit, wie die von Lorna und,..., wird sich das Bild vom Hanf in der Öffentlichkeit ändern, hoffentlich nicht nur in Holland.

Wenn ihr euch den Garten einmal selbst anschauen wollt, findet ihr das Cannabis College auf dem O.Z. Achterburgwal 124, ganz in der Nähe vom Dam. Die Öffnungszeiten sind täglich von 11 bis 19 Uhr, der Eintritt ist frei. Um eine Spende wird gebeten.
KIMO
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