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Die Schweiz im Jahre 1996…
Immer mehr Bauern nutzen die Wiederentdeckung der Nutzpflanze Hanf und stellen ihre Produktion auf die Lieblingspflanze ihrer Väter um. Schnell entstehen in vielen Schweizer Städten sogenannte Hanf-Läden, in denen man neben dem normalen Head Shop-Angebot auch Duftsäckli mit Schweizer Outdoor-Hanf kaufen kann.
Publiziert am: 10.04.06 - Medienformen: Medienform Text

Steffen Geyer

Die große Höhe und vergleichsweise saubere Luft der Schweizer Alpenlandschaft lassen Pflanzen heranwachsen, deren besonderer Duft sich bald auch im benachbarten Ausland herum spricht. Es enstand ein stetig wachsender Hanf-Markt, wo nicht immer alles problemfrei ablief, so das es nötig wurde, diesen zu regulieren.
Dumm nur, dass die Schweiz gleichzeitig bemüht war, endlich Mitglied der UNO zu werden. Als Schritt auf dem Weg zur Vollmitgliedschaft musste die Allparteien-Regierung des Alpenlandes auch die internationalen Verträge über das Verbot von Drogen unterschreiben. Irgendwann muss dabei jemandem aufgefallen sein, dass die Schweiz schon lange ein extrem restriktives Betäubungsmittelrecht hat. Anders als bei uns ist dort zum Beispiel der bloße Konsum von Drogen schon strafbar. Okay, lange Jahre hatte sich kaum ein Polizist oder Staatsanwalt um Hanfler gekümmert, aber das sollte sich ändern.

Weil die Schweizer sich nicht gerne von einer Regierung sagen lassen, was richtig ist, weil sie, viel mehr als wir Deutsche, daran gewöhnt sind, sich direkt an politischen Entscheidungen zu beteiligen und weil kaum zu erwarten war, dass „die da oben“ eine vernünftige Hanf-Politik betreiben, gründete sich im Januar 1996 die Schweizer Hanf Koordination (SHK). Hervorgegangen ist der Verband aus einer ständig wachsenden Gruppe von Vertreterinnen und Vertretern von Hanf-Betrieben, die sich regelmäßig trafen, um ihre Erfahrungen mit Hanf und Hanf-LiebhaberInnen auszutauschen. Laut ihren Statuten ist das Ziel der SHK, die Schweizer Unternehmen zu vereinigen, welche Hanfprodukte entwickeln, verarbeiten oder damit handeln. Sie koordiniert und unterstützt die Bemühungen zur Förderung des Schweizer Hanfs und sucht die Zusammenarbeit mit den Politikern und Behörden. Seit ihrer Gründung ist die SHK stetig gewachsen. Sie vertritt heute über 250 Mitglieder und hat 14 Kantons-Sektionen.

Anders als in anderen Ländern gelang es der SHK immer wieder sich direkt in die politischen Entscheidungen einzumischen. Leider kann auch in unserem Nachbarland ein Häuflein Aufrechter nicht immer gegen ein Heer von Uninteressierten und Ängstlichen triumphieren. Immerhin konnte die SHK mit ihren Aktionen Hanf all die Jahre auf der politischen Tagesordnung halten. Die SHK entwickelte sich und ihre Regularien stetig weiter und erließ 1998 einen „Ehrencodex für Hanf-Betriebe“, der im Jahr 2002 für alle Mitglieder der SHK verbindliches Reglement wurde. Die wichtigsten Punkte darin sind: Jugendschutz, Prävention, Werbeverbot, Produkt-Kennzeichnung, Exportverbot. Mit der Entwicklung und Veranstaltung der ersten CannaTrade im Jahr 2000 konnte die SHK viele bisher Unbeteiligte dazu bringen, sich mit der Schweizer Hanf-Szene, ihren Produkten und den Aktiven auseinander zu setzen.

2004 verweigerte der mit dem deutschen Bundesrat vergleichbare Nationalrat die auch von der SHK angestrebte Revision des Betäubungsmittelgesetzes (BtmG). Schweiztypisch wurde umgehend eine Volksinitiative „für eine vernünftige Hanf-Politik mit wirksamem Jugendschutz“ lanciert. In den folgenden Monaten half die SHK, die nötigen Unterschriften für eine Volksabstimmung zu sammeln. Nach der feierlichen Einreichung am 13. Januar 2006 (das Hanf Journal berichtete), wurde am 7. Februar diesen Jahres bestätigt, dass die Initiative mit 106.000 gültigen Unterschriften formell zustande gekommen ist.

Auf der CannaTrade2006 konnte die SHK also nicht nur ihren zehnten Geburtstag feiern, sondern auch gleich auf den Erfolg der Initiative „Pro Jugendschutz – Gegen Drogenkriminalität“ anstoßen. Wer denkt, dass man sich auf diesem Erfolg ausruhen würde, täuscht sich. Beflügelt von der regen Unterstützung der Unterschriftenaktion, auch über die Schweizer Hanf-KonsumentInnen hinaus, geht die SHK nun daran den nächsten Schritt zu tun. Ebenfalls auf der Messe in Bern wurde der Verein „PRO HANF“ gegründet. Diese erste Konsumenten-Vereinigung der Schweiz hat es sich zum Ziel gesetzt, Plattform für sämtliche Belange von Hanf-VerbraucherInnen zu werden. „Nebenbei“ soll so das notwendige Geld zu sammeln, um die wohl im Jahr 2007 anstehende Abstimmung über ein fortschrittliches und vernünftiges neues Drogenrecht zu gewinnen. Weil dafür mindestens eine Million Schweizer Franken gebraucht werden, läuft bereits eine erste Kampagne. Die CD „music4hemp – 101% THC“ die auf der CannaTrade released und entsprechend gefeiert wurde, vereint mehr als ein dutzend Schweizer Künstler, die teils extra eingespielte Stücke zur Verfügung gestellt haben.


Steffen Geyer / Bündnis Hanfparade e.V.
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