Hanf Journal Logo Teil 1
Hanf Journal Logo Teil 2
*
  SITEMAP
 
  * Rubriken
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

*
 
*
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-

*
 
*
-
-
-

- anderswo
*
Versenden: Artikel drucken Bild Druckversion
Die Geschichte der Hanfparade
Publiziert am: 19.07.06 - Medienformen: Medienform Text


Nachdem Hanf 60 Jahre lang verboten und kriminalisiert wurde, beschlossen die Initiatoren der Hanfparade: „Uns reichts!“ und gründeten im Februar 1997 das „Bündnis Hanfparade“.

Am 23.08.1997 veranstaltete das Bündnis die allererste Hanfparade! Die Veranstalter forderten „Legalisierung jetzt!“ und wollten „Mit Hanf in die Zukunft“.

Am Brandenburger Tor gaben sich auf zwei Bühnen Künstler, Politiker und Vertreter der Hanflobby die Klinke in die Hand. Musikalischer Höhepunkt waren die Auftritte der Bands J.B.O., Blind Passengers sowie der englischen Formation SAXON. Für Eltern mit Kindern gab es in unmittelbarer Nähe eine beaufsichtigte „Kinderecke“. Auf dem „Markt der Möglichkeiten“ wurden zahlreiche Hanf-Produkte vorgestellt. Das Angebot reichte von Hanf-Bäckern, Hanf-Bierbrauern und Hanf-Müsli-Herstellern bis hin zur Hanf-Tofu-Wurst und Hanf-Cola. Ebenso nutzten Hanf-Läden, Head-Growshops aus dem gesamten Bundesgebiet die Gelegenheit, ihre Waren anzubieten. Auch bestand die Möglichkeit, sich in einem eigens aufgebauten Informationszelt über die vielfältigen Möglichkeiten der Hanf-Pflanze aufklären zu lassen. Auch Cannabis-Selbsthilfe- und -Legalisierungsgruppen nutzten die Chance, sich und ihre Arbeit ins rechte Licht zu rücken.

Der unglaubliche Zuspruch, den die Hanfparade1997 bei den Teilnehmern fand, wurde von der damaligen Berliner Regierung allerdings nicht geteilt. Daher kam es im Jahr 1998 so, wie es unter einer CDU-Regierung kommen musste.
Der damalige Bürgermeister Eberhard Diepgen verbot „kommerzielle Veranstaltungen“ vor dem Brandenburger Tor und sprach der Hanfparade den politischen Charakter ab. Das Verbot konnte erst letzter Sekunde durch einen höchstrichterlichen Eilbeschluss verhindert werden.

Und so trafen am 29. August 1998 wieder Teilnehmer aus ganz Europa an. Angeführt von etlichen Wagen und Treckern bewegten sie sich vom Alexanderplatz in Richtung Brandenburger Tor, um dort die Abschlusskundgebung zu erleben.
Die Grünen und die PDS beteiligten sich mit eigenen Wagen und entsandten ihre besten Redner: Christian Ströbele (Die Grünen) und Freke Over (PDS).
Selbst Polizeibeamte sprachen von 10.000 bis 20.000 Anwesenden. In den Medien tauchten jedoch stets geringere Teilnehmerzahlen auf, so wurde z. B. im „Berliner Tagesspiegel“ von nur 2.000 Hanfparade-Demonstranten berichtet.

Trotz des nummerischen Erfolges und der vielen Hilfe von der Basis kam der Verein jedoch in finanzielle Schwierigkeiten und es gelang nur durch einen ungeheuren Kraftaufwand, die Hanfparade `99 zu retten.

Wie jeder weiß, hilft in schwierigen Zeiten nur Zusammenhalt und Solidarität und so zog die Demo in jenem Jahr mehr Besucher denn je zuvor in ihren Bann. Mit Zehntausenden Hanf-Begeisterten, die aus allen Himmelsrichtungen nach Berlin strömten, wurde erneut ein deutliches Zeichen für die Legalisierung gesetzt. Denn es sollte schließlich „Mit Hanf in die Zukunft“ gehen - so die 99er Losung.

Im Jahr der großen Zwei begannen die Veranstalter verstärkt damit, die Hanfparade in die internationale Hanf-Szene einzubinden. So entstand auch der Slogan „Legalize it globaly! Hanfparade 2000 - Zeig Dich!“.
Am 19. August war es dann wieder soweit: Zehntausende (wer weiß schon genau, wie viel Zehntausende) zogen mit der Hanfparade 2000 vom Alexanderplatz zum Brandenburger Tor, wo ab 16 Uhr die Abschlusskundgebung begann, die bis 22 Uhr dauern sollte.

Doch dann kam alles ganz anders.
Als die hessische Reggaeband „Cashma Hoody“ ihren eigens für die Hanfparade 2000 geschriebenen Song „Legalize it globally!“ aufführten, zogen dichte Wolken über das Gelände und Minuten später begann es zu stürmen und zu regnen. Zum Teil Golfball-große Hagelkörner prasselten auf die verdutzten Teilnehmer.
Schnell sammelten sich kleine Gruppen unter allen erdenklichen Dächern und Vorsprüngen. Dank des Sturms hatten alle viel Körperkontakt, was zu sehen, zu erzählen, nasse Klamotten und jede Menge Spaß. Leider traf es die Bühne besonders heftig und die Auftritte von DJ Tanith und der tschechischen Band „Hypnotix“ entfielen.

Ein Jahr später traf man sich in Kreuzberg. Die Hanfparade 2001 begann unter der Losung „Kein Krieg gegen Pflanzen“ am Halleschen Tor und führte durch die Innenstadt zum „Platz vor dem Roten Rathaus“.
Unterwegs gab es Zwischenkundgebungen vor der SPD-Zentrale und dem Außenministerium, um an diesem 1. September auch während der Demonstration den politischen Charakter stärker zu betonen.

Auf der Abschlusskundgebung wurde es dann international. Sprecher aus Holland, der Schweiz, England, Polen und Österreich ergriffen das Wort, es sprachen Hanf-Aktivisten aus Australien und den U.S.A., so z. B. der extra aus New York angereiste Dana Beal von der Organisation „Cures Not Wars“.
Aber auch die Freunde guter hanf-relevanter Musik kamen wieder voll auf ihre Kosten: Auftritte der „Sofa Surfers“, der „Spezializtz feat. Curse“, von Götz Widmann (Ex Joint Venture) und „Rockers HiFi“ ließen Tausende Tanzbeine schwingen.

Die Hanfparade 2002 sollte allen Teilnehmern wieder etwas Neues bieten und so traf man sich in diesem Jahr am prunkvollen „Potsdamer Platz“, um von da aus zum Breitscheidplatz zu ziehen, wo rund um die Gedächtniskirche herum die Abschlusskundgebung stattfand. Unterwegs gab es eine Zwischenkundgebung vor der CDU-Zentrale, auf der Christian Ströbele die Freigabe des von der Polizei beschlagnahmten Deko-Nutzhanfs forderte. Ströbeles Ausruf „Gebt das Hanf frei!“ sorgte noch lange nach der Hanfparade für Schlagzeilen. Denn Stefan Raab machte zusammen mit Shaggy daraus einen Top 10-Hit.

Politisch blieb es, als die Hanfparade vor der Gedächtniskirche ankam wo Bands wie „Ganjaman“, „Dubtari“ und „Letzte Instanz“ ebenso auf sich aufmerksam machten wie die zahlreichen politischen Redner der verschiedensten Organisationen und Parteien. Die Losung des Jahres lautete „Für Hanfgebrauch! Gegen Hanfmi§§brauch Aufklärung statt Verbote!“ und war damit kontrovers und lang wie nie.

2003 - sieben Jahre nach der ersten Hanfparade - sollte die multikulturelle Demonstration erneut Zehntausende Hanfbegeisterte anziehen. Vom Bundesfinanzministerium zogen sie zum Kurfürstendamm. Dort wurde unter dem Motto „Gebt das Hanf frei!“ bis in die Nacht gefeiert.

Politische Höhepunkte des Tages waren sicherlich die Reden von Hans-Christian Ströbele und Jan van der Tas (Botschafter der Niederlande in Deutschland a. D.). Aber auch die Hanf-Szene war reichlich vertreten. Vom Nutzhanf-Verarbeiter Rainer Nowotny über Medienvertreter bis hin zu Hanf-Freunden aus der Schweiz reichte die Rednerpalette.
Neben Les Babbacools, Schwarz auf Weiß, Götz Widmann, Kamikaze 52, MC Rene und den Skunk Allstars, die die Hauptbühne rockten, bot die Alternativ Stage jungen Bands die Chance vor „großem Publikum“ zu zeigen was sie können.

Die Hanfparade 2004 stand unter dem Motto „Get Wise Legalize - Drogenfahnder zu Kleingärtnern!“
Nach der Auftaktkundgebung am Roten Rathaus zog die Demo zur chinesischen Botschaft und danach weiter zum Oranienplatz. Auf der Hauptbühne der dort stattfindenden Abschlussveranstaltung meldete sich unter anderem die Bezirksbürgermeisterin von Kreuzberg/Friedrichshain Cornelia Reinauer zu Wort. Als „Gastgeberin“ ließ sie es sich nicht nehmen, ihre Zukunftsvision einer vernunftgesteuerten Drogenpolitik vor zu stellen.
Erstmals fand im Rahmen des Bühnenprogramms eine Modenschau mit Hanf-Kleidung statt. So konnte jeder sehen, dass die Zeiten, in denen Textilien aus Hanf „bessere Kartoffelsäcke“ waren, vorbei sind.

Die Hanfparade 2005 fand am 13.August statt. Sie stand unter dem Motto „Wir sind das Hanf!“ Erneut nahmen weniger Menschen als in den Vorjahren teil und die Anzahl der Demonstranten rutschte erstmals unter die Tausendermarke.
Los ging es vor dem Roten Rathaus. Der Demozug zog durch die Berliner Innenstadt, begleitet von nur noch fünf Paradewagen. Am Zionskirchplatz wurde kurz Halt gemacht und danach weiter zum Mauerpark demonstriert.
Eigentlich sollte die Hanfparade 2005 im Berliner Mauerpark enden. Betreten durften man den aber nicht, denn die Stadt Berlin hatte die - geplante - Abschlusskundgebung kurzfristig verboten.

Wie die Geschichte der Hanfparade weiter geht habt ihr in der Hand! Kommt zur 10. Hanfparade nach Berlin!
Versenden: Artikel drucken Druckversion Versenden: Artikel bookmarken bei einem ServiceBookmark it!

Mehr zum Thema:

- Diskutiere das Thema im Hanf Journal Forum

 
*
  Sonderausgaben
-